Akkordarbeit gegen die Flut in Regensburg: Sandsäcke werden in der Stadt verteilt

Von Bernadette Niedermeier · 3. Juni 2024 um 18:11

In Regensburg befüllen derzeit Mitarbeiter des Gartenamts Sandsäcke und verteilen diese. Für Nachschub ist gesorgt. Auch Privatleute dürfen sich Sandsäcke abfüllen.

Der Sand geht nicht aus. Im Akkord befüllen Mitarbeiter des Gartenamts auf einem Lagerplatz in der Ziegetsdorfer Straße mit Hilfe einer Sandsack-Abfüllmaschine weiße 15-Kilo-Säcke und stapeln diese auf Paletten. Zu hören ist dabei nur der Maschinenantrieb sowie der teils feuchte Sand, der in die Säcke fällt. Für Nachschub sorgt alle paar Minuten ein Lader.

„Es ist wichtig, dass wir möglichst wenig Leerlauf haben“, sagt Koordinator Stefan Baumann. Er ist gestern am frühen Nachmittag seit sechs Uhr auf den Beinen und am Lagerplatz tätig. Gearbeitet wird im Dreischichtbetrieb. Pro Schicht werden 25 bis 30 Tonnen Sand abgefüllt und es sind jeweils circa 20 Leute beschäftigt. „Gerade werden die Säcke vor allem nach Sallern, in die Werftstraße, zum St.-Georgen-Platz und zum Eisernen Steg weitertransportiert“, erklärt Baumann. Sie kommen dorthin, wo sie gerade benötigt werden. Über das Wochenende wurden bereits 12000 Sandsäcke, also 180Tonnen Sand, aus dem Bestand verteilt.

Jeder darf kommen

Baumann ist gelernter Landschaftsgärtner und arbeitet seit 27 Jahren für das Gartenamt. Er war auch beim großen Hochwasser vor über zehn Jahren im Dienst. Diesmal schätzt er die Lage jedoch schlimmer als noch 2013 ein. Der 43-Jährige arbeitet am gestrigen Montag noch bis 16 Uhr, wie es die nächsten Tage weiter geht, steht noch nicht fest. Klar ist, dass die Sandsäcke nach dem Hochwasser wieder eingesammelt werden müssen. Der Sand muss getrocknet und zwölf bis 14000 Säcke müssen wieder präventiv eingelagert werden.

Auch Privatpersonen dürfen zum Lagerplatz in der Ziegetsdorfer Straße kommen, dort selbst Sandsäcke befüllen und diese mit nach Hause nehmen. Das Material wird durch das Gartenamt zur Verfügung gestellt. Ein Paar aus Schwabelweis befüllt das eigene Auto. Noch sei es bei ihnen in der Nachbarschaft trocken, aufgrund des steigenden Grundwasserspiegels hat es allerdings Sorge um seine Tiefgarage und man will sich daher rechtzeitig eindecken.

Manfred Stockinger ist heute schon zum dritten Mal am Lagerplatz. Hier hilft man sich auch gegenseitig beim Befüllen der Sandsäcke. „Ich bin da, damit die Kinderkrippe nicht unter Wasser geht“, sagt er.

Kinderkrippe schützen

Stockinger gehört das Haus in der Whördstraße, in dem sich die Kinderkrippe Inselzwerge befindet. Die Erzieherinnen haben ihn bereits am Morgen angerufen und um Hilfe gebeten. Wie lange die Krippe noch offenbleiben kann, ist noch unklar.

„2013 fand ich das Hochwasser noch schlimmer“, erinnert sich Stockinger. Da habe es zwei Tage lang durchgeregnet. Nun sei es zumindest zwischenzeitlich trocken. Dadurch sei es erträglicher, draußen zu arbeiten und etwas gegen die Katastrophe zu tun. Stockinger überlegt: „Vielleicht haben wir Glück“.