Neues Sanitätshaus: Alle Flächen in neuem Gebäude vor den Toren Chams sind bereits vermietet

Daniel Marchl hatte einmal klein geplant – er wollte ein barrierefreies Gebäude mit etwa 500 Quadratmetern für ein neues Sanitätshaus bauen, um seine zwei Standorte in der Stadt Cham zusammenlegen zu können. Doch es kam anders.
Er hat ein großes Haus mit 2800 Quadratmetern vor die Stadt gestellt, das Wellen schlägt. Und das nicht nur, weil es täglich im Blick von tausenden Autofahrern ist, die die Scheurer-Kreuzung queren. Es ist zudem nach höchsten Nachhaltigkeitsvorgaben als KfW-40-Haus gebaut. Das Gebäude selbst hat die Welle baulich aufgenommen, die mit der abgerundeten Ecke zur Straßenseite gestartet ist und setzt sie über die drei Stockwerke hinweg fort. So werden die noch fehlenden Balkone sich in Wellenform um die runde Ecke und entlang der langen Wand ans Gebäude schmiegen.
Das gibt dem Gebäude eine besondere Note und einen hohen Wiedererkennungswert – ein Einfall seiner Frau Regina, sagt Daniel Marchl. Die Welle gebe dem Gebäude ein tolles Gesicht, auch wenn Handwerker und Baufirmen über die Rundungen durchaus klagen würden, da ihre Umsetzung viel Zeit verschlinge. Doch jetzt, da der Rohbau stehe und der Innenausbau starte, sei das Wichtigste geschafft, so der 40-Jährige. Auch die Baukosten seien im Rahmen geblieben – zwar sei das Material teuer, doch die Unternehmen ließen mittlerweile auch Preisverhandlungen wieder zu. „Das war vor vier oder fünf Jahren noch anders!“, sagt Marchl.
Alles Flächen sind bereits vermietet
Der Zeitplan sehe die Fertigstellung und den Bezug für Ende des Jahres vor, doch sei das ein „sportlicher“ Plan, so Marchl. Schließlich steht bei den 2800 Quadratmetern Nutzfläche inklusive der zwei Treppenhäuser und des Aufzugs auf den drei Stockwerken noch der komplette Innenausbau an. Alles sei bereits vermietet – einziehen werde die Spardabank, die bisher im Süden eine Filiale hat, dazu eine Apotheke mit Drive-in-Schalter, ein Hausarzt, eine Gynäkologin, ein Investmentbüro, ein Augenarzt mit OP-Saal und das Sanitätshaus selbst.
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Die Lage sei hervorragend, so Marchl. Ein weiterer Pluspunkt seien die gut 60 Parkplätze am Haus. Er habe damals bei der Stadt nach Flächen nachgefragt, um seine Filialen mit gut 25 Beschäftigten zu vereinen, doch keine passenden Angebote bekommen. Auch den Vorbesitzer dieser Fläche habe er gefragt, ob er verkaufe – zunächst habe der verneint, ein Jahr später aber doch einem Verkauf zugestimmt. Problem des ersten Planentwurfs, der abgelehnt wurde, sei der Hochwasserschutz gewesen. Nun habe er mit großen Durchlässen – ein Teil der hinteren Anbauten sind aufgeständert – gebaut, die Parkplätze seien abgesenkt, um im Ernstfall als Überschwemmungsfläche zu dienen. Als Ausgleichsfläche sei genauso viel durchs Wasserwirtschaftsamt berechnet, wie der Bau an Wasser verdränge. Bislang habe der Bau ohne Probleme funktioniert.
Und was wird aus der Restfläche der 4000 Quadratmeter, die einmal eine Gärtnerei beherbergten? Bebaut werden dürfe die erst, wenn der Hochwasserschutz für die Stadellohe fertig sei, sagt Marchl.
Einzigartiges Gebäude mit KfW 40 der Nachhaltigkeitsklasse
Energie: Obwohl so groß, ist das Gebäude energietechnisch ein Vorzeigeobjekt. Es ist als KfW40 der Nachhaltigkeitsklasse gebaut – somit besonders zertifiziert, mit allem möglichen Klimaschutz.
Dach: So wird die weite Fläche des Dachs begrünt, ein Teil wird als Standort für Photovoltaik genutzt, um Strom fürs Haus zu produzieren. Es gebe keine Klimaanlage an sich, dafür eine Lüftung im Haus.
Decken: Die Decken der Räume seien Heizkühldecken – das bedeute, dass in den Decken Systeme ähnlich der Fußbodenheizung verbaut seien, um die Räume zu kühlen. Dazu gebe es Luftwärmepumpen.
Förderung: Die Vorgaben seien zu erfüllen gewesen, um eine entsprechende KfW-Förderung zu erhalten. Aktuell gebe es wohl kein solch großes Gebäude in Cham, das diesen Standard erfülle, so Marchl.



