Am aufgeweichten Meranweg in Cham fallen nach dem Hochwasser die Bäume um

Die Nachwehen des Hochwassers fallen heftig aus: Auf dem Meranweg sind bisher drei Bäume umgestürzt und haben dabei große Teile der beliebten Allee weggerissen. Nun klaffen dort bis zu eineinhalb Metern tiefe Löcher. Die Stadt hat nun die Konsequenzen gezogen: „Es bleibt uns nichts übrig wir müssen den Durchgang für einige Wochen komplett sperren“, erklärte Bürgermeister Martin Stoiber am Dienstagmorgen.
Eigentlich war der Meranweg schon am Montag gesperrt gewesen. „Wir haben aber schnell erkannt, dass da viele weiterhin durchlaufen“, so der Bürgermeister. Eine Anliegerin vom Biertor machte klar, warum das so war: „Wir hatten gedacht, die Sperrung vom Hochwasser ist vergessen worden.“ Nun hat die Stadt den Weg mit Teilen eines Bauzaunes absichern lassen.
Für Wochen gesperrt
Dort traf sich Bürgermeister Martin Stoiber mit den Verantwortlichen für die Aufräumaktionen. Johannes Winter von der Umweltbehörde des Landratsamtes war gekommen, gemeinsam mit Bauhofleiter Mario Höpfl und Stadtgärtner Sebastian Karl. Kurz darauf war klar, dass es um Wochen gehen würde, bis der Weg wieder passierbar ist.
Es zeigte sich bei der Besichtigung, dass nicht nur eine Esche, ein Ahorn und eine Buche ins Wasser gestürzt sind, sondern es auch im Wurzelbereich anderer Bäume tiefe Risse im Weg gibt. Die Urbäume der Allee sind nach Aussage von Johannes Winter bis zu 120 Jahre alt. Sowas schneidet man nicht einfach vorsorglich um. Außerdem steht die komplette Allee unter Naturschutz. Damit hatten Stadt und Landratsamt einst verhindert, dass die Bahn die Axt an einige Alleebäume legte.
Bäume müssen aus dem Wasser
In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, wie vorgegangen wird. Die umgestürzten Bäume müssen aus dem Fluss. Dafür ist die Flussmeisterstelle verantwortlich, die in der Regel diese Hindernisse zunächst mit einem Seilzug an das gegenüberliegende Ufer zieht, wo sie dann abtransportiert werden.
Ein Liegenlassen der Bäume, die am Ufer liegen, ist in diesem Fall schwierig. „Altholz ist ansonsten gerne gesehen, aber im Uferbereich besteht die Befürchtung, dass das nächste Hochwasser es mitreißt und die Bäume dann stromabwärts ein Problem für Brücken werden“, so Winter.
Ein gefährlicher Spagat
Alle Beteiligten sind sich einig, dass es so schnell wie möglich gehen soll. Doch zunächst muss untersucht werden, welche Bäume tatsächlich nicht mehr standfest sind und welche noch gerettet werden können. Laut Stadtgärtner Sebastian Karl besteht die Möglichkeit, nach dem Abtrocknen des Untergrundes diesen wieder mit einem speziellen Granulat zu befestigen, das den Bäumen zwar Halt gibt, aber den Boden nicht verdichtet und Wasser zu den Wurzeln durchlässt. „Das wird ein schwieriger Spagat zwischen Erhaltung und Sicherheit“, sagt der Stadtgärtner voraus.
Die Bäume haben ihren Schwerpunkt zwar alle in Richtung Fluss, aber das Wurzelwerk reißt beim Umstürzen die Hälfte des Weges heraus. Deswegen könne man hier auch nicht mehr von einem „allgemeinen Lebensrisiko“ sprechen und komme an einer Sperrung nicht vorbei. Bürgermeister Martin Stoiber hatte bereits am Montag die Schulleitungen informiert, deren Schüler den Meranweg vom Bahnhof her und zurück nutzen. Diese hatten die Information in den Schul-Chat eingestellt. Nun wird zunächst das Landratsamt gemeinsam mit der Stadtgärtnerei entscheiden, welche Bäume eventuell gefällt oder gesichert werden müssen. Das Flussmeisteramt wird sich in den nächsten Tagen dann um die Bäume kümmern, die dann im Regen liegen. Anschließend wird der Bauhof mit Minibagger und Dumper den Weg wieder herstellen.
Konseqenzen für Kanuten
Kurzfristig werden die Arbeiten auch zu Konsequenzen für die Kanuten führen. Das Bootfahren wird für einige Zeit durch eine Sperrung des Einstiegs beim Biertor untersagt sein. Momentan ist wegen des abfließenden Hochwassers eine Nutzung des Regens mit Kanu, Schlauchboot oder Kajak ohnehin zu gefährlich.

