Einigkeit im Nittenauer Bauausschuss: Klare Absage an Container-Landschaft in Muckenbach

Dürfen die vielen Fertigcontainer auf dem ehemaligen Sägewerksgelände in Muckenbach stehen bleiben und teilweise zu einer Lagerhalle verbaut werden? Die Abstimmung im Nittenauer Bauausschuss fiel deutlich aus: Die Räte lehnen das Projekt weiterhin klar ab. Daran konnten auch die Ausführungen des Bauherren nichts ändern.
„Ich weiß nicht, was das werden soll. Wie kommt man darauf, so etwas zu bauen?“, wollte Christoph König (Grüne) gleich zum Einstieg in den Tagesordnungspunkt wissen und sprach damit aus, was die Mehrheit im Gremium dachte.
Platz für Reifen und Möbel
Dem Bauherren, der Achtergruppe GmbH aus Nittendorf zufolge, soll aus einem Teil der rund 360 Bürocontainer ein zweigeschossiger Lagerkomplex errichtet werden, in dem Mieter haushaltsübliche Dinge wie zum Beispiel Reifen oder Möbel abstellen können. Anlieferung und Abholung der gelagerten Gegenstände seien den aktuellen Planungen zufolge von 7 bis 20 Uhr möglich. Die Achtergruppe will darüber hinaus Teile der geplanten Containerhalle für ihren Heizungsbau- und Sanitärbetrieb nutzen.
Dass auf dem ehemaligen Sägewerksgelände bereits Bautätigkeiten zu sehen seien, obwohl der Stadtrat das Vorhaben in seiner Sitzung Ende April abgelehnt hatte, stieß Florian Doll (FW) sauer auf. „Wie kann das denn sein, dass schon begonnen wurde?“, fragte er und wies auf Betonarbeiten hin, die er beobachtet habe. Auch Gunther Stangl (FW) machte keinen Hehl aus seiner Meinung. „Das ist ein allgemeines Wohngebiet. Es wäre Wahnsinn, wenn wir als Stadtrat den Antrag genehmigen würden“, sagte er.
„Fadenscheiniges Konzept“
CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth schloss sich seinen Vorrednern an. In ein allgemeines Wohngebiet in einem Dorf wie Muckenbach passe ein solches Gewerbe nicht hinein, sagte er. Das Konzept der geplanten Lagerhalle sei fadenscheinig, fand FW-Fraktionssprecher Michael Prasch, der sich ebenfalls darüber ärgerte, dass der Bauherr auf dem Gelände bereits Fakten geschaffen habe.
Bürgermeister Benjamin Boml (FW) gab zu bedenken, dass sich die Verkehrsbelastung in Muckenbach durch zusätzliche Lieferfahrzeuge verschlechtern werde. Außerdem sei Muckenbach ein gewachsenes Dorf – das Ortsbild werde durch eine Container-Landschaft leiden. Das Vorhaben sei für ihn „absolut unverständlich“.
Nicht alle 360 Container, die ursprünglich aus einem Bürokomplex von Audi in Ingolstadt stammen, sollen laut Bauherr auf dem firmeneigenen Gelände in Muckenbach bleiben: Geplant ist der Verkauf. Bis es soweit sei, habe man das Gelände als Zwischenlager nutzen müssen und dafür auch Punktfundamente setzen müssen.
Keine Ausnahme für das Container-Lager
Vom Landratsamt hatte die Stadt im Vorfeld die Mitteilung erhalten, dass ein „nichtstörender Gewerbebetrieb“ in einem allgemeinen Wohngebiet „nur ausnahmsweise zulässig“ sei. Am Ende beschlossen die Räte, keine Ausnahme zu machen, und verweigerten erneut das gemeindliche Einvernehmen.