Einsatzkräfte aus dem Landkreis Cham helfen in stark betroffenen Hochwassergebieten

Die Hochwasserlage in Bayern bleibt weiter angespannt. Da der Landkreis Cham mit einem blauen Auge davon gekommen ist, machten sich Einsatzkräfte von THW, BRK und Feuerwehren aus dem Landkreis nun auf den Weg in stark betroffene Regionen.
In der Gemeinde Rehling im Landkreis Aichach-Friedberg sind am Dienstagmorgen 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis eingetroffen. Hauptaufgabe sei die Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte, insbesondere bei der Beseitigung von Ölschäden in Kellern. Der Einsatz sei vorerst bis Sonntag geplant. „Wir werden das Personal natürlich durchwechseln“, sagt Stahl. Ab Mittwoch werde das Team im Nachbarlandkreis Augsburg helfen.
Neun Feuerwehren sind beteiligt
„Unser Landkreis ist ein Helferlandkreis! Das wird durch den Kontingenteinsatz unserer Einsatzkräfte wieder einmal auf eindrucksvolle Weise sichtbar“, sagt Landrat Franz Löffler. Und weiter: „Mein großer Dank und Respekt an alle Feuerwehrkräfte, die den betroffenen Hausbesitzern und Bewohnern vor Ort zur Hilfe eilen. Für die örtlichen Einsatzkräfte ist das eine wichtige und dringend benötigte Entlastung und ein starkes Zeichen der Solidarität angesichts der verheerenden Flutschäden in ganz Bayern.“ Im Einsatz sind Kräfte aus neun Feuerwehren des Landkreises: Arrach, Neukirchen beim Heiligen Blut, Furth im Wald, Waldmünchen, Rötz, Cham, Bad Kötzting, Roding, Miltach und Wald.
Die Frauen und Männer haben laut Stahl eine spezielle Ausbildung zur Ölwehr absolviert. „Wir schauen natürlich zuerst auf unseren Landkreis“, sagt der Kreisbrandrat. Das heißt: Wenn etwas im Landkreis Cham passieren würde, wären noch genügend Feuerwehrleute vor Ort.
Kräfte bleiben alarmbereit
Wie der Pressesprecher des BRK, Frank Betthausen, mitteilt, stehen die Fahrzeuge wieder in den Garagen, doch die Mannschaft bleibt alarmbereit: In den frühen Morgenstunden des Dienstags sind die rund 20 Einsatzkräfte des BRK, die am Montag gegen 20 Uhr nach Regensburg abgerückt waren, aus dem Hochwasser-Einsatz zurückgekehrt. „Alle sind noch etwas müde, aber alle sind wohlauf“, berichtet Katastrophenschutzleiter Tobias Muhr.
Gegen 21 Uhr waren die Aktiven und Muhr nach Anforderung durch die Integrierte Leitstelle und die örtliche Einsatzleitung in der Bezirkshauptstadt angekommen. Muhr hatte laut Betthausen den kompletten Betreuungsdienst des BRK im Landkreis und die Schnelleinsatzgruppe Transport 1 ins Hochwasser-Gebiet beordert.
In einer von der Stadt zur Verfügung gestellten Notunterkunft in der Sporthalle der Kerschensteiner Berufsschule unterstützten die Chamer ihre Kollegen bei der Betreuung von Bürgern, die wegen der gefährlichen Situation an der Donau ihre Häuser verlassen mussten. „Wir durften allerdings in der Nacht wieder abrücken, weil sich die Lage zu dieser Zeit als stabil herausgestellt hat“, sagt Muhr.
Ausreichend personelle und materielle Kapazitäten
Dennoch bleiben alle Einsatzkräfte aus dem Landkreis in erhöhter Alarmbereitschaft, gab der Katastrophenschutzleiter an. „Alles kann, nichts muss – das ist die Situation. Es kann sein, dass wir jederzeit bayernweit irgendwohin ausrücken müssen. Es kann für uns aber auch ruhig bleiben“, sagt der 42-Jährige. In jedem Fall seien ausreichend personelle und materielle Kapazitäten vorhanden. So halte das Rote Kreuz für den Notfall im Landkreis 1000 Betten vor.
Drohte ein Versorgungsengpass, wenn Einsatzkräfte und Ressourcen in andere Landkreise entsandt wurden? „Für den Landkreis Cham bestand keine Gefahr mehr, als wir nach Regensburg aufgebrochen sind. Hätte die Lage vor der eigenen Haustür solch dramatische Ausmaße wie in einigen Teilen Bayerns, wäre es ausgeschlossen, dass wir mit unseren Einheiten an weiter entfernte Einsatzstellen ausrücken. Fehlen – so wie in der Nacht zum Dienstag – Kräfte vor Ort, stehen uns immer noch genug Ehrenamtliche und Ressourcen zur Verfügung. Der Landkreis wäre also niemals verwaist“, so Muhr.
Ehrenamt ist wichtig
„Ohne unsere ehrenamtlichen Strukturen wären nicht handlungsfähig. Es ist immer wieder aufs Neue beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit und mit welchem Einsatzwillen unsere Kräfte zur Verfügung stehen“, erklärt der Chamer BRK-Kreisvorsitzende Theo Zellner.
Die aktuellen Geschehnisse in Bayern zeigten erneut, welche Bedeutung das Ehrenamt habe und wie wichtig es sei, diese freiwilligen Leistungen im Rettungsdienstgesetz zu berücksichtigen.
Auch das THW ist im „Außeneinsatz“
Auch fünf Kräfte des THW sind in den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg und Ingolstadt tätig. Laut Ortsbeauftragten Dominik Schmidt sind zwei als technische Berater bei Ölschäden und drei Köche im Einsatz. Da das Hilfswerk in Cham nur am Samstagabend eingebunden war, hatten die Einsatzkräfte laut Schmidt noch Energie für einen „Außeneinsatz“.
Der Dienst startete am Sonntagabend und soll voraussichtlich am Mittwoch enden. „Wahrscheinlich wird er aber verlängert“, sagt Schmidt. Außerdem stünden weiteres Personal und Equipment für potenzielle Einsätze in Regensburg und an der Donau abwärts bereit.

