Cafeteria an der Uni in Regensburg verwüstet – vierter Einbruch seit Ende März

Von André Baumgarten · 4. Juni 2024 um 05:00

Sie schlagen am Wochenende zu, haben es auf Essen oder jetzt auch Bares in den Kassen abgesehen. Die Polizei ermittelt nach vier Taten an der Universität in Regensburg – und wertet erste Spuren zu dem oder den Tätern aus.

Unbekannte haben am vergangenen Wochenende die Uni heimgesucht und immensen Schaden hinterlassen. Doreen Steudte vom Studierendenwerk, das die Cafeterien an der Regensburger und weiteren Hochschulen betreibt, spricht von „völlig unnötigem Zerstörungswahn“. Und das nicht zum ersten Mal – dieselbe Cafeteria in der Fachschaft Sport war erst vor einigen Wochen Ziel dreister Einbrecher geworden. Die Polizei ermittelt in mehreren Fällen.

In der Nacht zu Samstag hatten die Täter mit roher Gewalt die Cafeteria Sport angegangen. Neu ist diesmal das Maß an Zerstörung – der Rollo wurde aus der Führung gedrückt, alles durchwühlt, Schübe wurden herausgerissen, Automaten aufgebrochen und einer sogar umgeworfen. „Das ist Vandalismus und Diebstahl zusammen“, betonte Steudte. Sie ist die Geschäftsführerin vom Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz (STWNO) und zeigte sich schockiert: „Das ist einfach so unnötig und macht uns sehr viel Zusatzarbeit.“

Besonders schlimm finde sie, dass es zuletzt wiederholt zu solchen Vorfällen kam. Erst Ende März war in dieselbe Cafeteria eingebrochen worden, kurz zuvor traf es die Fachschaft Chemie. Sowas sei „nicht nur ein Verlust für uns, sondern auch für die Hochschule und die Studierenden“. Man sei aktuell noch dabei, den Schaden zu ermitteln. Seit Entdeckung des Einbruchs am frühen Samstagmorgen habe man die Cafeteria schließen müssen, wolle aber schon heute mit kleinem Angebot starten, „weil wir unsere Studierenden nicht hängen lassen können“. Für das Studierendenwerk sei das ein herber Rückschlag.

Ermittlungen laufen – Spuren an Tatorten werden ausgewertet

Die Polizei bestätigte diesen Fall und „in den letzten drei Monaten drei weitere Fälle“. Entwendet wurden laut Kerstin Stolze, Sprecherin der Polizeiinspektion Regensburg-Süd, „jedes Mal Lebensmittel“, meist für einen niedrigen dreistelligen Euro-Betrag. Man könne schon von einer Häufung sprechen. Ermittler sicherten an den Tatorten bereits Spuren, die noch ausgewertet würden. „Hinweise auf den oder die Täter haben wir bislang aber nicht.“ Doch wer tut sowas? Sind es womöglich Studierende der Uni, die in der Nacht zuschlagen? Eine Videoüberwachung dieser Bereiche gibt es nicht, was sich aber ändern könnte, wie Studierendenwerk-Chefin Steudte sagt. Man sei in Anhörungen, „weil wir darauf reagieren müssen“.

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Öffentlich zugänglich sind die Gebäude der Regensburger Uni nur eingeschränkt. Dafür gibt es den Schließdienst, „das Sportzentrum wird im Gegensatz zu allen anderen Gebäuden durch die dort tätigen Hausmeister gesperrt“, sagte Uni-Sprecher Bastian Schmidt. Wegen eines Yoga-Kurses sei der Schlüssel am Wochenende aber an den Organisator übergeben worden. Der Schließdienst, der seit Bestehen der Uni existiert, sei in diesem aktuellen Fall außen vor. Ähnliche Vorfälle, auch Schmierereien „an und in verschiedenen Gebäuden“ gebe es laut Schmidt aber immer wieder.

Alkohol ist in der Cafeteria Sport laut Studierendenwerk nicht zu finden – gestohlen wurde im aktuellen Fall neben den Lebensmitteln auch Geld aus Automaten und Kassen.

Kaffeeautomat mutwillig umgekippt – wie hoch der Schaden neben dem Diebesgut ist, wird derzeit eruiert. Foto: STWNO