Umbaupläne in Cham: Wie wird das neue Gesicht des Spitalplatzes ausschauen?

Von Christoph Klöckner · 1. Juni 2024 um 05:00

Der Spitalplatz steht etwas im Abseits zu anderen ähnlichen Orten in Cham. Er dient vor allem als Parkplatz, Durchfahrtsort und im hinteren Bereich, wo mittlerweile etwas Grün sprießt und Sitzgelegenheiten etabliert wurden, als Brotzeitplatz. Altes Kopfsteinpflaster und kaputtes Straßenpflaster sind auf dem Platz hier wenig einladend. Das soll sich ändern.

Doch welches Gesicht soll der Spitalplatz erhalten? Seit einem halben Jahr hat die Stadt den Platz im Blick und lässt eine Studie von einem Planer ausarbeiten. Auch, wenn es noch lange dauern wird, sind einige Grundzüge und Überlegungen zu dem Platz in unmittelbarer Innenstadtnähe bereits zu erkennen. „Nach der ersten Planung soll der Spitalplatz wieder ein einziger Platz werden, also eine einzige ebene Fläche bilden“, erläuterte Bürgermeister Martin Stoiber die Pläne.

Schlechter Zustand

Durch diese Einheitlichkeit sei der Platz dann auch als solcher zu erkennen. Nachdem das große Wohnbauprojekt von Michael Braun am Platz beendet sei, gehe es nun in den Umbau. Der Zustand sei schlecht, deshalb müsse etwas getan werden, so Stoiber. Im Herbst werde es dazu auch eine Bürgerversammlung zur Umgestaltung des Spitalplatzes geben, kündigte Bürgermeister Martin Stoiber auf Nachfrage an.

Zentrale Fragen zur Platzgestaltung verbinden sich auch mit den öffentlichen Einrichtungen, die dort angesiedelt sind. Die städtische Bücherei und das städtische Archiv haben beide im ehemaligen Spitalplatz gefunden – doch für beide ist das zu eng.

Das hatten sich die Stadträte zuletzt auch angeschaut – vor allem das Stadtarchiv braucht eine Erweiterung. Bei der Bücherei stellt sich die Frage, wie sie barrierefrei gemacht werden kann, da einige Treppen zu überwinden sind. „Wir suchen hier die perfekte Lösung“, sagte Stoiber.

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Überlegt werde etwa – um mehr Platz zu bekommen – , die Bücherei in dem Haus auf zwei Ebenen zu etablieren. Die ist zwar jetzt schon auf zwei Ebenen, doch die Medien zum Ausleihen sind nur im Erdgeschoss angesiedelt. Eine anderer Plan sieht die Bücherei vor dem Umzug ins Begegnungszentrum St. Michael am Stadtpark. Möglich sei auch eine Verlegung des Archivs in den Klosteranbau an der Ludwigstraße. Nebenan wird gerade das neue St. Michael gebaut. Der Anbau, den die Stadt von den Redemptoristen mit dem Grund fürs Seniorenheim gekauft hat, sei derzeit an den Landkreis vermietet. Ukrainische Flüchtlinge sind dort bislang untergekommen.

Nach dem Chamer Plan wird der Anbau im Anschluss an die Fertigstellung von St. Michael saniert und soll dann als Schwesternwohnheim für die Beschäftigten dienen. Im Untergeschoss könne dann aber auch das Archiv den nötigen Platz finden, den es brauche. „Das sind aber bisher alles nur Gedankenspiele“, so Martin Stoiber. Für den Spitalplatz selbst seien deutlich mehr Bäume angedacht, um ihn gemütlicher zu machen. Insgesamt solle er barrierefrei werden und am Ende mehr Platzcharakter erhalten als bisher.

Europaweit ausschreiben?

Was mit den Parkplätzen geschieht und wie die durchführende Straße integriert wird, ist noch offen. Saniert werden soll auch der Untergrund, wie Kanal und Versorgungsleitungen. Man müsse sehen, wie hoch die Kostenschätzung ausfalle – gegebenenfalls müsse man europaweit ausschreiben, was zusätzliche Zeit koste. In jedem Fall seien es einige Millionen Euro, die hier nötig seien. Die Stadt rechne hier aber mit einer Fördersumme von 60 Prozent.

Der Plan bis zum Umbau des Platzes ziehe sich jedoch noch einige Zeit hin. Mit der Planstudie gehe es zunächst zur Regierung, da die Stadt hier Städtebaufördermittel haben wolle. Sei der Umbauplan abgestimmt, werde es die Bürgerbeteiligung geben, um eventuelle Wünsche und Ideen in die Studie miteinzupassen. Schließlich gehe es dann zur Abstimmung in den Stadtrat, um wieder den Weg zur Regierung zu gehen, um die Förderung zu beantragen. um danach – im besten Falle – 2026 – zu starten.

Im hinteren Teil des Platzes ist mehr Grün zu finden.