Cham plant Großes: Ein neuer Kindergarten im Regionalligastadion an der Further Straße

Von Christoph Klöckner · 26. April 2024 um 15:00

Das alte Chamer Stadion hat nicht nur vor Jahren die alte Stadthalle verloren, sondern mittlerweile auch die alte Betonstufentribüne. Am Donnerstag wurde nun eine Machbarkeitsstudie für den Tribünenneubau im Stadtrat vorgestellt – mit integriertem Sportkindergarten. „Das wird etwas Großes“, so Bürgermeister Martin Stoiber.

Auch finanziell ist das nicht übertrieben – nach ersten Kostenschätzungen wird das Projekt insgesamt 8,3 Millionen Euro verschlingen. Es sei ein echtes Zukunftsprojekt, so Stoiber. Am Ende sollen Stadthalle und Stadion eine Achse als Begegnungs- und Veranstaltungsraum bieten.

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Ziel sei nicht mehr nur der Ersatz der Tribüne, sondern ein umfassendes Neukonzept für Kultur- Sport- und Konzertveranstaltungen. Sowie dem in den Neubau integrierten Sportkinderhaus, dessen Trägerschaft der ASV Cham übernehmen wolle, so Stoiber. Es habe lange gedauert, bereits 2022 seien erste Untersuchungen gemacht worden, doch nun sei die Studie dazu fertig.

Tribüne auf dem Tisch

Den Tribünenneubau und die Detailplanungen dazu stellte Architekt Christoph Vockerodt von der Regensburger Büro Vockerodt Projektsteuerung vor, das auch bei der Planung des neuen Jahnstadions involviert war. Das Sportkinderhaus, das gleich an die Tribüne anschließt, wurde von Markus Weber vom Bad Kötztinger Unternehmen Schnabel Architekten vorgestellt.

Christoph Vockerodt erläuterte dem Stadtrat die Entstehung der Projektstudie. Die Tribüne war bisher entlang des Hangs gedacht, doch der werde nun entfernt, stattdessen eine tiefe Betonspundwand wie auch eine notwendige Schallschutzmauer darauf gesetzt. Davor lande die Tribüne in Stahlbauweise mit integrierten zahlreichen Funktionen, die angedacht gewesen seien.

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Die mittig angeordnete Tribüne mit etwa 1000 Sitzplätzen und Überdachung stehe sozusagen auf einem großen Tisch, darunter seien Funktionsräume wie etwa Umkleiden, Kiosk, Schiedsrichterraum , Medienraum und Lagerräume. Ganz links soll zudem eine Aufzuganlage installiert werden, um die Bereiche barrierefrei zu machen. Rechts auf dem Tisch sei noch freier Raum, der beliebig bespielbar sei, etwa mit Containern oder einem Zelt für Fans, wie er es jetzt in Ulm gesehen habe.

„Das Stadion atmet“, so Vockerodt zur Flexibilität der Aufbauten. Dort auf der rechten Seite neben den Sitzplätzen seien auch 275 Stehplätze zu finden. Als Fußballstadion soll es natürlich auch noch dienen – und mit 2550 genehmigten Zuschauerplätzen regionalligatauglich sein.

Wobei Bürgermeister Stoiber betonte, man solle sich die möglichen 3129 Plätze im Stadion genehmigen lassen, schließlich seien früher einmal bis zu 10000 Zuschauer dort gewesen. Gästefans bekämen einen eigenen Eingang von oben und seien rechts angesiedelt. Auf der linken Seite der Tribüne ist der Sportkindergarten angedacht – oben auf Ebene 1 die Kinderkrippe mit Zugang zum Park der Stadthalle, unten auf Ebene 0 der Kindergarten mit der Laufbahn und dem Spielfeld vor der Türe.

Ein besonderes Projekt

„Ein solcher Kindergarten wäre etwas ganz Besonderes. Nur in Fürth gibt es so etwas“, so Vockerodt. Markus Weber erläuterte die Kinderhauspläne, wo 25 Kindergartenplätze und zwölf Krippenplätze geschaffen werden sollen. Was fehle sei ein Mehrzweckraum, doch dafür gebe es die ASV-Anlage gegenüber. Der Kindergarten werde über die Tiefgarage der Stadthalle erschlossen. Die Gesamtfläche des Hauses betrage 400 Quadratmeter. Eine solche Planung mitten im Stadion sei Neuland und biete tolle Möglichkeiten, so Weber.

„Es ist ein schönes Bild, wie es einmal ausschauen kann“, sagte Bürgermeister Martin Stoiber zu der Entwurfsstudie. Es sei ein familienfreundliches Projekt, das auch schon mit dem Landratsamt besprochen sei. Mitte Mai stimme man sich mit der Regierung ab, auch um Fördermöglichkeiten auszuloten.

Der Stadtrat gab am ende einstimmig grünes Licht für die Einleitung des Vergabeverfahrens für die vorgestellte Stadiongestaltung.

Blick ins Stadion: Der Hang weicht der Tribüne und links dem Sportkinderhaus. Fotos: Klöckner
Christoph Vockerodt stellte die Studie vor.
So sah es früher aus: die marode Tribüne aus Betonklötzen, die abgerissen wurde. Foto: si
Ein weiterer Blick ins Stadion Foto: Visualisierung Schnabel Architekten
Der Kindergarten von der Laufbahn aus gesehen Foto: Visualisierung Schnabel Architekten