Arnschwang: Ausbildungsbotschafter werben für attraktive und hochwertige Berufe

Berufe im Gastgewerbe haben in den vergangenen Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen. Weil der Imagewandel auch an den Jugendlichen gebracht werden muss, gibt es sogenannte Ausbildungsbotschafter. Vier neue wurden jetzt im Hotel Brunnerhof vorgestellt.
Unregelmäßige Arbeitszeiten auch nachts und an Wochenenden, sieben Tage-Wochen, kaum Freizeit und ein schlechtes Betriebsklima, lange Zeit war die Branche als unattraktiv verschrien. Doch das Berufsbild hat sich komplett gewandelt.
„Das sind veraltete Ansichten, die sieben Tage Woche gibt es nicht mehr, häufig sind es nur noch vier“, weiß Manuela Heizler, die seit einigen Jahren Ausbildungsbotschafterin ist.
Vier Neue an Bord
Hotelier Andreas Brunner, Chamer Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, legt nach , wenn er sagt: „Unser Beruf ist abwechslungsreich, kein Arbeitstag gleicht dem vorherigen, wir arbeiten mit Menschen im schönsten Beruf der Welt.“ Genau das soll jungen Leuten vermittelt werden, deswegen wurden Ausbildungsbotschafter ins Leben gerufen. 120 davon sind in Bayern ehrenamtlich im Einsatz. Bisher waren es im Landkreis Cham zwei. „In unserer letzten Arbeitskreissitzung Ausbildung haben wir festgestellt, dass die bisherigen beiden Ausbildungsbotschafter, Manuela Heizler (Heizler Gastronomie) und Nikolaus Brandl (Ulrichshof) die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen können“, erklärt Brunner. Daher wurden am Dienstag Nachmittag im Rahmen einer kleinen Feierstunde vier neue Mitarbeiter vorgestellt.
Sie haben aus den Händen von Brunner außerdem eine Urkunde erhalten: Hotelfachfrau Christina Freimuth vom Sternerestaurant Leos im Hotel Bayerwaldhof, Lisa Stoiber von der Personalabteilung im Hotel Sonnenhof, Emilia Sperl, duale Studentin im Birkenhof, und Christina Lobinger, Rezeptionistin im Hotel Brunnerhof.
Die sechs ehrenamtlich tätigen werben in Schulen und auf Messen für den Beruf. „Ich freue mich und ich bin stolz, weil wir im Landkreis Cham einige der wenigen sind, die sechs Ausbildungsbotschafter haben“, so Brunner. Er ist sicher: Die Zukunft der Branche liegt in der Ausbildung: „Wenn wir begeistern können, dann haben wir auch keine Probleme. “Brandl sieht schon jetzt Erfolge: „Mehr in die Schulen und auf Messen zu gehen, trägt Früchte.“ Die aktuelle Statistik belegt das. Brunner: „Wir haben in den letzten Jahren Top-Ausbildungszahlen im Landkreis Cham.“ Über 80 Auszubildende haben inzwischen eine dritte Berufsschulklasse für Köche sowie Restaurant- und Hotelfachkräfte notwendig gemacht.
Weiteres Argument, in einen der sieben gastronomischen Ausbildungsberufe einzusteigen ist das Qualitätssiegel Top-Ausbildungsbetrieb. „Betrieben, die sich so zertifizieren lassen, bietet das neue Qualitätssiegel einen großen Wettbewerbsvorteil und hebt diese als attraktive Ausbilder und Arbeitgeber hervor“, heißt es seitens des Dehoga.
Weltweit gefragte Kräfte
Ziel ist dabei ganz klar, möglichst früh Top-Leute in der Branche zu etablieren: „In unserer schnelllebigen Zeit braucht man inzwischen zwei Generationen im Haus, man muss frühzeitig loslassen können und Verantwortung übergeben“, sagt Brunner.
Findet auch Heizler: „Mit unserer Ausbildung können bis zu 111 Berufe ergriffen werden. Weltweit sind rund 60 Prozent der Spitzenpositionen aller Tophäuser mit Deutschen besetzt. Das zeigt, wie hoch angesehen unsere Qualifizierung ist.“ Es muss aber gar nicht die weite Welt sein. Einen Aha-Effekt gibt es bei Jugendlichen laut Brandl schon, wenn man ihnen aufzeigt, welche Top-Hotels es im Bayerischen Wald gibt.
