Unternehmensgruppe Josef Rädlinger bietet Mitarbeitern freiwillige Lohnerhöhung

Von Johannes Schiedermeier · 24. Mai 2024 um 19:00

Die Josef Rädlinger-Unternehmensgruppe hat in den letzten Jahren mehrfach für Schlagzeilen gesorgt, weil sie ihren Mitarbeitern Vergünstigungen gewährt hat und sich so im Konkurrenzkampf von ihren Mitbewerbern abzusetzen versuchte. Jetzt meldet sich die Geschäftsführung erneut mit einem Angebot.

Begonnen hatte alles mit dem Bau der neuen Firmenzentrale auf dem Buchberg und einem Sterne-Catering für die Bediensteten in der benachbarten ehemaligen Klosteranlage. Die frischen Zutaten kommen aus dem eigenen Biogarten. Die Arbeiter auf den Baustellen wurden mit Catering-fahrzeugen versorgt.

Dann folgte der firmeneigene Führerschein, der für Azubis umsonst ist. Seit kurzem gehört der Firma auch ein Biergarten (wir berichteten).

Nun hat sich die Geschäftsführung erneut zu Wort gemeldet: Sie will ihren Mitarbeitern freiwillig noch vor Abschluss der Tarifverhandlungen höhere Löhne auszahlen. „Die Mitarbeitenden sind das wichtigste Gut der Josef Rädlinger Unternehmensgruppe und tragen maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei. Daher hat sich die Geschäftsleitung dazu entschieden, der Empfehlung der Arbeitgeberverbände zu folgen. Rückwirkend zum 1. Mai 2024 werden die Löhne beziehungsweise Gehälter der über 2000 gewerblichen, technischen und kaufmännischen Mitarbeitenden angehoben“, heißt es in einer Pressemeldung.

Lohnerhöhung von fünf Prozent

Auf Nachfrage unserer Zeitung wurde mitgeteilt, dass man den Vorschlag der Arbeitgeberverbände aufgegriffen habe und nicht wisse, wann die Verhandlungen zu Ende seien beziehungsweise ob die Zahlungen nicht ohnehin gekommen wären. Weshalb der Vorschlag der Arbeitgeberverbände gekommen sei, wisse man jedoch nicht.

Die Josef Rädlinger Unternehmensgruppe gewähre mit Rückwirkung zum 1. Mai 2024 vorab eine Lohnerhöhung in Höhe von fünf Prozent für alle Mitarbeitenden im Tarifgebiet West und sechs Prozent im Tarifgebiet Ost. Die niedrigste Lohngruppe 1 wird bundesweit auf 14 Euro Stundenlohn erhöht, auch die Ausbildungsvergütung wird angehoben. Sobald die Tarifverhandlungen abgeschlossen sind, wird diese Lohnerhöhung rückwirkend und vollständig an die finalen Beschlüsse angepasst.