Bayerwaldkrimi: Feiger Mordanschlag beim Drachenstich in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 21. Mai 2024 um 17:00

In der Grenzstadt ist man geschockt. Ausgerechnet beim weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Drachenstichfestival geschieht ein feiger Mord. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf. Doch alle Spuren verlaufen im Sand.

So oder so ähnlich soll ein Bayerwaldkrimi beginnen, für den Enrico Saller das Drehbuch geschrieben hat und bei dem er auch Regie führen wird. Der 28-Jährige ist ein waschechter Niederbayer. In Deggendorf geboren und in Plattling aufgewachsen, hat er seinen Lebensmittelpunkt inzwischen nach Bischofsmais verlegt.

Im vergangenen Jahr hat er mit seinem Spielfilmdebüt „The Dark Girl“ einen Überraschungserfolg gelandet und internationale Preise abgeräumt. Der Mystery-Thriller wurde unter anderem in den USA, Schweden und Frankreich ausgezeichnet. „Am 21. Juni 2023 haben wir den deutsche Camgaroo Award als Bester Film erhalten“, so Saller. Derzeit läuft The Dark Girl beim Streaming-Anbieter Amazon.

Ermittler mit Handicap

Er handelt von einer jungen Autorin, die unter Mordverdacht gerät, weil Morde geschehen, die denen ähneln, die sie in ihrem Buch beschreibt. „Die junge Frau, die von Katharina Scheuba gespielt wird, will die Mordserie stoppen, indem sie ihrem Buch immer einen Schritt voraus ist“, verrät der Drehbuchautor und Regisseur über den Inhalt. Nächster Schritt soll jetzt ein Bayerwald-Krimi sein. Saller hat von vielen verantwortlichen Seiten gehört, dass ein großer Wunsch besteht, ein Ermittlerteam auf unsere Region loszulassen.

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Demnach sind bereits die Tourismusverbände Ostbayern und Arberland sowie die Landkreise Cham, Deggendorf und Regen mit im Boot. Hintergrund: Das Ermittler-Duo soll über alle sechs Bayerwald-Landkreise hinweg ermitteln.

„Eine zentrale Rolle wird Furth im Wald spielen. Hier soll der erste Mord geschehen.“ Doch die Ermittlungen verlaufen im Sand, ein Verdächtiger oder gar ein Täter können nicht gefunden werden. Fahrt nimmt die ganze Sache erst auf, als später an anderer Stelle ein weiterer Mord geschieht, der dem ersten ähnelt. Auf die Jagd nach dem Mörder werden letztlich zwei Kommissare gehen. Zunächst allerdings nur eine Frau. Die holt dann einen pensionierten Kollegen zurück ins Boot, der bei einem früheren Einsatz schwer verletzt wurde und seither taub ist. Unter Zuhilfenahme moderner Technik gelingt es dem außergewöhnlichen Duo, dem Täter auf die Spur zu kommen. „Auch wenn sich der Protagonist nicht mehr auf sein Gehör verlassen kann, so sind doch die anderen Sinne um so mehr geschärft“, findet Saller. Da kann aus dem Nachteil schnell auch entscheidender Vorteil werden.

Derzeit befindet sich das Team noch auf Sponsorensuche, Gespräche werden geführt. Aber bereits im Herbst soll mit dem Dreh begonnen werden. Danach geht es für circa drei Monate in den in den Schnittraum. Ein straffer Zeitplan, vergleichbar mit den Vorbereitungen zur Landesgartenschau Furth im Wald 2025 (LGS). Ein Vergleich, der schon deshalb nicht hinkt, weil genau der Termin angepeilt wird.„Wir würden den Film gern im Rahmen der Gartenschau präsentieren.“

Wer in die einzelnen Rollen schlüpft, kann Saller noch nicht verraten. Aber er spricht schon von Hochkarätern vom Format eines Wolfgang Fierek oder einer Christine Neubauer. Insgesamt sollen fünf bis zehn Schauspieler zur Stammbesetzung gehören. Darüber hinaus rund 20 Crew-Mitglieder.

Keine Komödie, kein Humor

Es wird laut Saller ein spannungsgeladener Krimi werden. „Keine Komödie, kein Humor“, verspricht er und ergänzt: „Davon gibt es schon genug.“ Was der Regisseur und Drehbuchautor auch nicht mag, ist, die Menschen unseres Landstrichs als dumm hinzustellen. „Einfach, weil es nicht stimmt.“

Der Film soll alle Krimifreunde ab zwölf Jahre gut unterhalten. „Und wir wollen die Schönheit des Bayerischen Waldes miteinfangen.“ Daher werden die beiden Ermittler auch zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten unterwegs sein müssen. Von welchem Polizeipräsidium aus, steht noch nicht fest.

Das Projekt ist jetzt erst einmal als Pilotfilm geplant. „Eine Serie soll es nicht unbedingt werden. Aber wenn unser Krimi bei den Leuten gut ankommt, dann soll es schon einen oder mehr Nachfolger geben.“ Wer weiß, wo dann der erste Tote liegt?

Ein mysteriöserKiller ist in „The Dark girl“ unterwegs. Foto: Standbild aus „The Dark girl“/ Enrico Saller
Enrico Saller bei der Arbeit