Trotz Bierpreiserhöhung: Dult-Besucher in Regensburg trinken so viel wie immer

Über den erhöhten Bierpreis der Regensburger Dult wurde vorher hitzig diskutiert. In den Festzelten ist er nun offenbar kaum ein Thema mehr. Das zumindest zeigt die Halbzeitbilanz.
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Die Sonne lacht auch am Donnerstagvormittag vom Himmel. Festwirte, Beschicker und Marktmeister sitzen im Spitalgartl zusammen und ziehen Halbzeitbilanz für die derzeit laufende Maidult. Und ihre strahlenden Gesichter stehen dem Wetter in nichts nach.
„Überragend“ – „Mega“ - „Fantastisch“ – in den höchsten Tönen schwärmen die Dult-Leute von der ersten Woche. Und das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass der Durst der Besucher nicht kleiner geworden ist, auch wenn das Bier mehr kostet als früher.
Um 65 Cent angehoben
Immer wieder war der Bierpreis in den vergangenen Jahren angehoben worden. Auch heuer packten die Festwirte etwas drauf. Um 65 Cent stieg der Preis im Glöckl-Zelt im Vergleich zum vergangenen Jahr auf nun 12,85 Euro. Festwirt Alfred Glöckl hatte dies mit den allgemein gestiegenen Kosten begründet. Mit der Preiserhöhung wolle er auch dafür sorgen, dass seine Angestellten genug verdienen.
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Im Hahn-Zelt stieg der Preis um 60 Cent auf 12,80 Euro. Auch hier hieß es, dass damit auf die allgemein gestiegenen Kosten reagiert werde. Zudem sei der Preis mit der Stadt abgestimmt und mit anderen großen Volksfesten in Bayern vergleichbar.
In den sozialen Netzwerken teils hart kritisiert
Die gestiegenen Preise wurden insbesondere bei Debatten in den sozialen Netzwerken teils hart kritisiert. Tenor: Längst könne sich nicht jeder mehr einen Besuch des Regensburger Volksfestes leisten.
Nicht zuletzt das wunderbare Wetter trug nun dazu bei, dass die Maidult bislang einen riesigen Besucheransturm erlebt. Und beim Bierabsatz in den Zelten scheint sich der höhere Preis offenbar mehr oder weniger überhaupt nicht bemerkbar gemacht zu haben. Es sei bisher im Kern genauso viel verkauft worden wie sonst auch, sagt Glöckl: „Vielleicht ist es ein kleines bisschen weniger als sonst, aber wenn dann nur minimal.“ Michael Hahn sagt, dass es bei ihm ähnlich sei.
„Ein rundum gelungenes Fest“
Die Verkaufszahlen hätten sich „bislang sehr gut entwickelt“, sagte auch Kneitinger-Geschäftsführer Martin Sperger. Til Hedrich von Bischofshof und Wolfgang Lindner von Spital bestätigten dies und sprachen unisono von einem bis jetzt „rundum gelungenen Fest“. Schließlich ist die Maidult bislang auch ein unterm Strich vergleichsweise äußerst friedliches Fest.
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Armin Glötzl von der Regensburger Polizei berichtete, dass sich die Zahl der registrierten Körperverletzungen und Diebstähle noch absolut im Rahmen halte. Es sei bisher ein Sexualdelikt gemeldet worden. Hier habe es sich mit einer Umarmung und einem unerwünschten Kussversuch aber auch nicht um einen besonders schweren Fall gehandelt. Auffällig sei heuer allerdings die hohe Zahl an Falschparkern.
Stimmung in den ersten Tagen „gigantisch“
Walter Metzger, Sprecher der Beschicker der Warendult, bezeichnete die Stimmung in den ersten Tagen als „gigantisch“. Es gebe auch ein echtes Wir-Gefühl: „Jeder Besucher sagt, es ist unsere Dult.“ Bei vielen Volksfesten würde sich das Geschehen immer mehr ganz stark auf den Betrieb in den Bierzelten konzentrieren. In Regensburg sei es aber noch ein echtes Familien-Fest. Und dazu gehöre auch, dass hier einer auf den anderen schaue, auch die Beschicker immer wachsam seien: „Wir passen auf unsere Besucher auf.“
Steven Kratzsch erzählt, dass er mit seinem Langos-Stand nicht nur auf der Dult sondern in ganz Bayern unterwegs ist. Auf vielen Volksfesten sei der Comeback-Hype nach dem Ende der Pandemie nun wieder etwas abgeebbt, findet er. In Regensburg aber nicht: „Die Dult ist wirklich einfach Kult.“
Erstmals kostenloses Wasser
Die Stimmung in den Zelten sei bislang in der Tat außergewöhnlich gut, erzählten die Festwirte. „Wo sieht man denn sonst so viele Menschen gemeinsam friedlich feiern?“, meinte Hahn. Auch die Zahl der Alkohol-bedingten Notfälle hält sich dem auf der Dult vertretenen Bayerischen Roten Kreuz zufolge bislang im Vergleich zu anderen Jahren absolut in Grenzen.
Vielleicht liegt dies zu einem Teil auch daran, dass der Spender mit kostenlosem Wasser, den es nun auf der Dult gibt, voll angenommen wird, wie Marktmeister Reinhard Kellner sagte: „Das kommt wirklich sehr gut an.“
