Bald ist Anstich: Das kostet die Maß Bier auf der Regensburger Maidult 2024

In rund vier Wochen fällt der Startschuss für die Regensburger Maidult. Diesmal wird schon an Christi Himmelfahrt angezapft – das Fest dauert also einen Tag länger als üblich. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Die Maß Bier wird heuer erneut teurer.
„Das ist leider so“, sagt Alfred Glöckl, Betreiber des gleichnamigen Zelts. Die Maß Kneitinger wird heuer 12,85 Euro kosten – also 65 Cent mehr als im vergangenen Jahr. 2019, also vor Corona und Inflation, kostete die Maß Bier noch zwischen 9,45 Euro und 9,75 Euro. Glöckl führt den gestiegenen Bierpreis auf gestiegene Kosten zurück. „Alles ist teurer geworden.“ Mit der Preiserhöhung wolle er auch dafür sorgen, dass seine Angestellten genug verdienen. Seit vergangenem Jahr kann man für die beiden großen Zelte auf der Dult erstmals reservieren. Das laufe heuer ganz gut an, sagt Glöckl. Wie gut das Geschäft auf der Dult schlussendlich gehe, sei schwierig vorherzusehen. „Da hängt auch viel am Wetter.“
Kleiner Preis-Unterschied
Doch nicht immer kostet der Liter Bier 12,85 Euro im Glöckl-Zelt. An den Freitagen gibt es zwischen 12 Uhr und 16 Uhr die Handwerker-Maß für 9,90 Euro. Auch für kleine Dultbesucher gibt es Attraktionen. Am 15. Mai und 22. Mai steht etwa ein Kinder- und Familientag mit Kinderschminken an. Dazu wird ab 15 Uhr die Donikkl Crew auf der Bühne stehen. Am 20. Mai wird Josef Menzl beim Glöckl spielen – „Mit der großen Wiesnbesetzung“, betont der Wirt.
Im Hahn-Zelt kostet die Maß Spital-Bier bei der Mai-Dult 12,80 Euro, sagt Philipp Keller, Leiter der Gastronomie. Der Preis sei mit der Stadt abgestimmt und mit anderen großen Volksfesten in Bayern vergleichbar. „Vom Oktoberfest mal abgesehen“, sagt Keller. Auch im Hahn-Zelt habe man auf gestiegene Kosten reagieren müssen. „Man kann das nicht alles allein abfedern.“ Der Zelt-Betreiber habe allerdings darauf geachtet, den Preis für alkoholfreie Getränke nur geringfügig zu erhöhen. „Familienfreundlichkeit liegt uns am Herzen.“ Zudem lege man Wert darauf, für jeden Geldbeutel etwas im Angebot zu haben. „Es soll ja ein Volksfest sein.“
Beim Programm richte das Hahn-Zelt großes Augenmerk auf Regionalität. „Wir sind ja in Regensburg mit zahlreichen guten Blaskapellen gesegnet.“ Dazu kämen zahlreiche Party-Bands. „Außerdem sind wir heuer sehr sportlich unterwegs.“ Am Pfingstmontag steht der SSV Jahn auf der Bühne des Hahn-Zelts. „Wir drücken alle die Daumen“, sagt Keller. „Vielleicht wird es ja eine Art Aufstiegsfeier, auch wenn man es eigentlich noch nicht verschreien sollte.“ Auch die Eisbären und die Bunkerladies des ESV Regensburg treten im Hahn-Zelt auf. Daneben wird es zahlreiche Angebote für Familien geben.
Seit inzwischen acht Jahren betreibt Peter Artmann das Artmann's Herzl auf der Dult. Seitdem werde sein Stadl gut angenommen, sagt der Gastronom. „Wir sind wirklich sehr zufrieden, haben tolle Gäste.“ Vor rund drei Wochen habe er mit seinem Team begonnen, die Hütte aufzubauen. Er hoffe auf eine schöne Maidult, sagt Artmann. „Das ist natürlich immer das erste Highlight im Jahr.“ Was die Preise anbelangt, sei man mit den beiden großen Zelten ungefähr gleich. Die Maß koste bei ihm 12,90 Euro – also fünf Cent mehr als bei Hahn oder Glöckl. „Die Industrie ist mit den Preisen hochgegangen, da mussten wir uns natürlich anpassen.“ Er habe allerdings versucht, das in einem Rahmen zu halten.
Erstmals seit vier Jahren wird es heuer wieder einen Festzug zur Dult geben. Im vergangenen Jahr war das nicht möglich, da Ende März 2023 der Fahrer eines VW-Busses in die Steinerne Brücke gekracht war. Ein Teil des Denkmals wurde beschädigt und musste repariert werden. Dadurch entstand eine Engstelle. Die Brücke ist nun längst wieder intakt – einem Umzug steht nichts im Wege. Sehr zur Freude der Dult-Wirte. Alfred Glöckl betont: „Ich finde das super, wenn die Leute dastehen und zuschauen.“ Auch Philipp Keller vom Hahn-Zelt sagt: „Es ist immer schön, von einer Blaskapelle begleitet durch die Stadt zu ziehen. Das ist wie ein Signal: Jetzt geht es wieder los!“
Nach der Teil-Entkriminalisierung von Marihuana war in Bayern eine Diskussion ums Kiffen auf Volksfesten entbrannt. Das hat sich inzwischen erledigt. Die Staatsregierung hat Cannabis auf Dulten einen Riegel vorgeschoben. Alfred Glöckl findet das gut. „So etwas wäre schwierig umzusetzen gewesen.“ Philipp Keller ergänzt: „Ich denke, es ist das einfachste und klarste, wenn das nun von der Regierung vorgegeben ist.“
„Händler kommen wieder“
Auch Dult-Beschicker Walter Metzger blickt mit Freude auf das Fest. Der Oberpfälzer Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller sagt: „Die Auslastung ist da. Alle Händler kommen wieder.“ Die Corona-Pandemie habe sicherlich den ein oder anderen Marktkaufmann in die Knie gezwungen. „Aber wer es überlebt hat, wird es sicherlich noch länger machen.“ Metzger wird heuer sein 40-jähriges Jubiläum feiern – er verkauft seit vier Jahrzehnten Pfannen und alles, was dazu gehört. Zum Geburtstag habe er sich etwas einfallen lassen, sagt der Beschicker und lacht. „Eine eigene Walter-Backform.“ Dazu soll es einen Silikonspatel geben. Alles um rund 20 Prozent reduziert. Besonders freue er sich auf den Auszug: „Das wird sicherlich ein grandioser Start für unsere Maidult.“