Wohnhausbrand in Lam: 95-jähriger Großvater konnte nur mehr tot geborgen werden

Ein großes Unglück traf den Lamer Ortsteil Oberschmelz im Landkreis Cham. Beim Brand eines Einfamilienhauses kam ein Mensch ums Leben. Ein Jäger, der sich aus Richtung Lambach in der Nacht auf Mittwoch gegen 1 Uhr auf dem Nachhauseweg befand und an den Häusern in Oberschmelz vorbeikam, entdeckte das brennende Wohnhaus an der Gemeindeverbindungsstraße.
Geistesgegenwärtig klingelte er die Nachbarn aus dem Bett, die in unmittelbarer Nähe an das Brandobjekt grenzen. Obwohl man vermutete, dass der 95-jährige Großvater noch im Gebäude nebenan sein musste, verhinderte der Vollbrand das Betreten des Gebäudes. Nach dem Ablöschen konnte der Mann nur mehr tot geborgen werden.
Obwohl in dem Altbau ein Menschenleben zu beklagen war und Totalschaden entstand, hätte das Unglück mutmaßlich noch schlimmer enden können, wenn das Feuer nicht entdeckt worden wäre, bevor es auf die nahen Gebäude übergreifen konnte.
Betreten nicht mehr möglich
Als erste trafen KBM Konrad Kellner und das Lamer Mehrzweckfahrzeug sowie kurz darauf KBR Michael Stahl am Brandort ein. „Bei unserer Ankunft stand das Gebäude bereits in Vollbrand. Das Betreten war selbst mit Atemschutz unmöglich“, so Ortskommandant und Einsatzleiter Michael Neumeier. Folglich konnte die Feuerbekämpfung nur von außen erfolgen.
Priorität hatte dabei, das angrenzende Wohnhaus zu schützen, das in großer Gefahr war, weil sich die Flammen durch die enorme Hitze und Funkenflug nur allzu leicht hätten ausbreiten können. Obwohl zu diesem Zeitpunkt ziemlich sicher war, dass der geistig rüstige Opa, der sich ansonsten mit Hilfe der Familie selbst versorgte, noch im Hause war, konnte ihm niemand mehr zu Hilfe eilen.
Beim Eintreffen der Lamer Fahrzeuge inklusive Drehleiter galt die Konzentration der Retter dem Schutz des neuen Wohnhauses direkt neben dem Brandobjekt. Die Feuerwehren Haibühl und Thürnstein nahmen die Zisterne in der Nähe in Betrieb. 75 Kubikmeter Wasser waren damit sofort zum Errichten einer Brandmauer verfügbar. Damit wurden die Fahrzeuge der FFW Lam versorgt. Außerdem starteten die Einsatzkräfte auf der rückwärtigen Gebäudeseite einen Löschangriff.
Angrenzendes Haus gerettet
Die FFW Lohberg und FFW Arrach unterstützten indes die Lamer an der Straßenseite. Mit vereinten Kräften gelang es, dass das neue Wohnhaus unversehrt blieb. Auch der Stadel, der an der hinteren Seite des brennenden Gebäudes mit einer dazwischenliegenden Brandmauer angebaut war, konnte gehalten werden. Durch die hölzerne Zwischendecke flackerte das Feuer immer wieder auf und auch am Dachboden fanden die Flammen stetig neue Nahrung, so dass sich der Löschvorgang in die Länge zog. Zusätzlich wurde noch die Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut mit einer zweiten Drehleiter alarmiert, so dass das Dach mit zwei Drehleitern bearbeitet werden konnte. Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, wurde am Lambach in Vorderschmelz angesaugt und zuvor eine eineinhalb Kilometer lange Leitung zum Brandobjekt errichtet.
Nach den Aufbauarbeiten durch Engelshütt und Haibühl übernahm dies der Schlauchwagenzug Bad Kötzting. Oben vollendeten Ansdorf/Simpering und Rittsteig den Rest. „Es mussten wegen des Höhenunterschieds und der langen Strecke etliche Pumpen eingebaut werden“, erklärte Einsatzleiter Michael Neumeier, der Unterstützung von KBR Mike Stahl, dem Chamer KBI Marco Greil und KBM Konrad Kellner erhielt. Außerdem waren die UGÖEL und der Einsatzleiter Rettungsdienst Tobias Muhr vor Ort. Erst um circa 4 Uhr konnte der Brandherd für gelöscht erklärt werden. Die Lamer Einsatzkräfte hielten noch bis um 7 Uhr Brandwache, bevor sie einrückten. Leichte Verletzungen zogen sich Familienangehörige zu, die unmittelbar nach der Entdeckung versucht hatten, ins Gebäude vorzudringen und dabei Rauchgase eingeatmet hatten. Brandfahnder suchten am Mittwoch im Gebäude nach der Ursache des Feuers.
Brandursache noch unklar
Ermittlungen: Das zuständige Fachkommissariat der Regensburger Kriminalpolizei hat die Bearbeitung übernommen und führte erste Ermittlungsmaßnahmen durch. Was das Feuer ausgelöst hat, ist bislang noch unklar.
Einsatz: Neben der Feuerwehr war auch ein Großaufgebot des Rettungsdienstes an der Einsatzstelle. Mehrere Personen wurden durch die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes betreut.
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