Getötete 19-Jährige in Falkenstein beerdigt – Weitere Durchsuchung in Maxhütte-Haidhof

Von André Baumgarten, Isolde Stöcker-Gietl · 14. Mai 2024 um 18:45

Die Wünsche an ihre eigene Trauerfeier hatte die 19-Jährige einmal in einem Interview formuliert. Sie wurden am Dienstag bei ihrer Beerdigung in Falkenstein (Landkreis Cham) alle erfüllt. In Maxhütte-Haidhof (Landkreis Schwandorf) gab es indes nochmals eine polizeiliche Durchsuchung in einem Wald und einem Gewässer.

Alles ist so, wie es die junge Frau auf die Frage nach ihrer eigenen Beerdigung in einem Interview beschrieben hatte: Ein weißer Sarg mit einem Bouquet aus blauen und weißen Rosen steht am Dienstagnachmittag in Falkenstein. Davor ein Meer aus Blumen in ihren Lieblingsfarben – und dazwischen leuchtet ein bunter Blumenschmetterling. „Ein einziger Mensch fehlt und die ganze Welt ist leer“, haben die Eltern auf das Sterbebild drucken lassen. Dazu eine blaue Rose und ein Porträt – eingerahmt in einem blauen Herz. Die 19-Jährige, die nur Stunden vor ihrem gewaltsamen Tod ihr Abschlusszeugnis erhalten hatte, war stets Perfektionistin, wenn es um die schönste Dekoration für den Abschied ging, sagt der Trauerredner. Zu ihrem eigenen Abschied sollte nun alles ebenso perfekt sein.

„Tränen der Trauer und Wut“

Familie, Freunde, Arbeitskollegen begleiteten den Abschied für die junge Frau am Dienstagnachmittag in der von Pfarrer Adolf Schöls in der Christusbruderschaft gestalteten Feier. „Tränen machen sich seit Tagen in unseren Augen breit. Tränen der Trauer, aber auch der Wut. Wir verstehen den brutalen Mord nicht“, sagte er in seiner Predigt. Und direkt an die Familie gewandt: „Man möchte die Welt anhalten. Für Sie ist das seit dem 4. Mai der Fall.“

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Der Tod der jungen Frau hatte weit über die Region hinaus für Entsetzen gesorgt. Am 4. Mai war das Auto der 19-Jährigen in einem Regensburger Parkhaus entdeckt worden – im Kofferraum des Opel Corsa lag ihr Leichnam. Früh fiel der Verdacht auf einen Arbeitskollegen. Die gut eineinhalbjährige Beziehung zu dem Mann aus Maxhütte-Haidhof (Landkreis Schwandorf) war nur wenige Wochen zuvor zerbrochen. Die letzte Aussprache mit ihm endete im Haus des Ex dann wohl tödlich für die junge Frau.

Davon gehen Mordermittler in Regensburg und Amberg aktuell aus. Der 55-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zur Tat. Während in Falkenstein die letzten Vorbereitungen zur Beisetzung liefen, rückten gut 40 Kilometer entfernt, in Maxhütte-Haidhof, zig Polizeikräfte an, um ein Waldstück zu durchkämmen. Dass der mehrstündige Einsatz im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt stand, bestätigte Polizeisprecherin Corinna Wild auf Anfrage. Auch Taucher seien zum Einsatz gekommen. Sie hätten ein Gewässer unweit der Rathausstraße nach weiteren Beweismitteln durchsucht.

Staatsanwaltschaft Amberg hat übernommen

Nachdem Blutspuren und die DNA der Toten im Doppelhaus des 55-Jährigen gesichert wurden, gilt Maxhütte-Haidhof als Tatort. Daher hat die Staatsanwaltschaft in Amberg die weitere Bearbeitung übernommen. Bis dahin schon erhobene Spuren werden weiter von der Regensburger Kriminalpolizei abgearbeitet.

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Für die Trauergäste spielte das alles am Dienstag keine Rolle. Für sie bleibt es unfassbar, dass die 19-Jährige, die in ihrem Beruf noch viel erreichen wollte, keine Chance hatte. Sie, die gerade auf einer Welle schwamm, wie es ihr Kollege und Trauerredner Rainer Turba formulierte. „Sie hatte etwas gefunden, wofür sie sich begeistern konnte.“ Und die Anerkennung für dieses Deandl in einer Männerdomäne sei groß gewesen. Den Trauernden gab er mit auf den Weg: „Denken Sie mit einem Lächeln an Sie zurück, vor allem an Tagen wie heute, wenn die Sonne scheint.“ Die junge Frau werde mit ihren Ecken und Kanten und ihrer liebevollen Art immer in Erinnerung bleiben.