Start der 73. Trenckfestspiele mit launigem Schirmherrenbitten: Löffler und Rupprecht übernehmen

Es ist vieles besonders gewesen an diesem Abend und vieles berührend. Ein ehemaliger Mitspieler und amtierender Präsident, der Schirmherr wird.
Eine Koryphäe auf dem Gebiet der Medizin, die ihm zur Seite steht. Beides alleine schon Stoff genug für Geschichte(n). Das Patenbitten bot gar noch mehr – bis hin zu Richard Wagner.
Einen Spruch des Abends. „Kann man sicher gut gebrauchen“, entfuhr es Professor Dr. Rainer Rupprecht (sympathisch) spontan, als ihm „Trenck“ Christian Liegl den Säbel als Zeichen der Schirmherrenschaft überreichte. Nächstes Novum: Während der renommierte Mediziner wie üblich in den Genuss eines eigens angefertigten Tschakos kam, ging Franz Löffler leer aus. Dezent wurde der von Kathi Sophia Hetzl hingewiesen, dass er als Altgedienter doch sicher noch seinen zu Hause habe...
„Alles da!“, bestätigte der Waldmünchner, der nicht hätte betonen müssen, dass ihm das angetragene Patronat für „seine“ Trenckfestspiele eine Menge bedeutet. Am greifbarsten war dies nach dem obligatorischen Kanonenschlag. Zuvor schon hatte Trenckvereinsvorsitzender Martin auf die unzähligen Male hingewiesen, die der Landrat in seiner früheren aktiven Rolle als Hauptmann den Befehl zum Sturm auf die Stadt gegeben habe. 30 Jahre sollte es dauern, ehe er selbst feuern durfte. Ein besonderer Moment, das spürten alle.
Partner war Bedingung
Löffler selbst hatte sein Ja zur Schirmherrschaft „dahoam“ an die Bedingung geknüpft, einen Partner an seiner Seite zu haben, zumal Zweierteams ja mittlerweile schon Tradition seien. Er ordnete zunächst humorvoll und dann ernst ein. Politiker seien ja angeblich für Alles zu haben, aber eine Persönlichkeit wie der Ärztliche Direktor...
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So abwegig sei das nicht, wies der Landrat auf die Psychologie als verbindendes Element ein. Die war beim Trenck mit im Spiel, meinte er mit Blick auf dessen Erfolge und Leben. Rainer Rupprecht selbst sei aus der medizinischen Landschaft der Oberpfalz nicht mehr wegzudenken, er und sein Team würden täglich Menschen helfen und mit ihrer Arbeit für mehr Stabilität in der Gesellschaft sorgen, dankte er.
„Die Wichtigsten stehen dort“, sagte Franz Löffler mit blick in die Runde. Die Festspiele über so lang Zeit derart erfolgreich am Leben zu halten, gelinge nur, weil „ihr eure eigene Geschichte spielt und es engagierte Menschen gibt, die das ganze Jahr dafür arbeiten.“
„Amtsbürgermeister Kayser“ alias Jürgen Lampatzer bestätigte, dass es mit Professor Rupprecht den Richtigen für den Posten des Co-Schirmherrn getroffen habe. Als Führungspersönlichkeit, aber auch aufgrund dessen Kulturbeflissenheit.
Die katapultierte die Trenck-Festspiele prompt in neue Sphären. Rainer Rupprecht gab sich als gebürtiger Bayreuther zu erkennen und erinnerte, dass bei den Wagner-Aufführungen stets die Inszenierung ein großes Thema sei. Der Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie zeigte sich überzeugt, dass Waldmünchen Bayreuth in nichts nachstehen werde.
Ruprecht sprach zudem von einer „großartigen Leistung der Bevölkerung“, die jedes Jahr Geschichte lebendig machen würde. Der Blick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahr 1742 würden mit Blick auf die heutige Zeit allerdings nachdenklich machen, meinte er.
Wagner und Trenck
Ja, wenn mann (s)einen Präsidenten und ehemaligen Mitspieler zum Schirmherren macht, ist alles etwas anders. Löffler vom Trenck etwas zu erzählen, sei wie Eulen nach Athen zu tragen, meinte Bürgermeister Markus Ackermann. Dem ging der Satz mit den Wagner-Festspielen natürlich runter wie das sprichwörtliche Öl, präge Trenck doch die Stadt und deren Profil. „Sie werden sehen, der Vergleich ist ganz richtig“, wandte er sich an Rainer Rupprecht und dessen Frau Monika.
Er weckte Vorfreude: Das Festspiel hebe sich von anderen ab, weil die Trenckfamilie eine eingeschworene Gemeinschaft sei, in der Miteinander, Solidarität und Offenheit gelebt würden. Humorvoll warnte Ackermann den „neuen“ Schirmherren. Franz Löffler habe beim Feiern im Stadl schon manches Mal Ausdauer bewiesen. „Da werden Sie vielleicht durch eine harte Schule müssen.“
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Auch Martin Frank konnte nicht umhin, die Anspielung auf Wagner aufzugreifen. „Das erfüllt uns mit Stolz.“ Zugleich wollte er es als Ansporn für die Spieler verstanden wissen, die Proben ernst zu nehmen. Löffler und Rupprecht führte er vor Augen, in welche Ruhmeshalle sie da aufgenommen wurden: Ministerpräsidenten, Unternehmer, Vertreter von Weltkonzernen... Sie alle seien beste Freunde der Trenckfamilie geworden. Der gelang es mühelos, in Worten, Musik und Stimmung Vorfreude zu wecken. Auf Geschichte und Geschichten.




