Zwei Regensburger Unternehmer stehen auf der Liste von renommierten Wirtschaftsmagazin

Lea Frank und Tobias Gubo haben in Regensburg das Start-up Anybill gegründet. Nun stehen sie auf einer Liste des „Forbes“-Magazin. Das ist hierzulande unter anderem für seine Aufzählung der reichsten Menschen der Welt bekannt.
Sie ist weltberühmt: die Liste „The World’s Billionaires“ der US-amerikanischen Zeitschrift „Forbes“. Seit 1987 werden dort jedes Jahr Personen mit einem geschätzten Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar aufgeführt. Das ist allerdings längst nicht die einzige Liste, die das renommierte Wirtschaftsmagazin regelmäßig zusammenstellt. In einer davon finden sich nun auch die Namen von zwei Regensburgern.
Anybill sagt Papierflut durch Kassenbons den Kampf an
Lea Frank und Tobias Gubo haben Ende 2019 in der Stadt das Start-up Anybill gegründet. Mit ihrer Firma haben die beiden Unternehmer der Papierflut, die durch Kassenzettel entsteht, den Kampf angesagt. Kunden können bei Händlern, die mit Anybill kooperieren, einfach einen QR-Code scannen und erhalten so einen digitalen Bon.
Nun sind Frank und Gubo Teil der europäischen „Forbes 30 under 30 Europe“. Die Liste nennt jedes Jahr in zehn Kategorien die insgesamt 300 spannendsten und einflussreichsten Menschen unter 30 Jahren. Heuer sind darunter beispielsweise die Klimaaktivistin Luisa Neubauer im Bereich „Sozialer Einfluss“ oder der Darts-Profi Luke Littler („Sport“). Die Anybill-Gründer sind in der Kategorie „Technologie“ gelistet. Es sei schön, Anerkennung für die geleistete Arbeit zu bekommen, freut sich Lea Frank im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern.
Hauptsitz von Anybill ist mittlerweile München
Am Ende sei allerdings das, was man mit seiner Firma erreiche, wichtig, sagt die Unternehmerin. Dabei gehe es nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern beispielsweise auch zufriedene Mitarbeiter. Dafür arbeite man als Gründer jeden Tag.
Bei Anybill arbeiten mittlerweile etwa 25 Personen. Und auch wenn der Hauptsitz des Unternehmens mittlerweile in München ist, sei man in Regensburg noch fest verwurzelt, sagt Frank. Die 28-Jährige war es auch, die die Idee für das Start-up hatte. In einem Praktikum im Bereich Consulting habe man sie sofort im Tagesgeschäft eingebunden, erzählt sie. „Eine einzige Praktikantenaufgabe gab es aber, die ich machen musste: die Reisekostenabrechnung.“ Unzählige Belege und Bons wollten jeden Freitag eingescannt werden – eine zeit- und nervenraubende Aufgabe. Aus dem Frust über die sinnlos verplemperte Zeit wurde eine Geschäftsidee: Im Dezember 2019 gründete Lea Frank mit Tobias Gubo, 26, in Regensburg Anybill.
Prominente Kunden: Globus-Märkte oder Eintracht Frankfurt
Der Zeitpunkt war günstig: Die sogenannte Bonpflicht kam Anfang 2020. So eine Gesetzesänderung sei immer ein guter Zeitpunkt, ein passendes Unternehmen zu gründen, sagt Frank. Allerdings dachte nicht nur sie so. Zahlreiche Start-ups, die sich den digitalen Kassenbon zum Ziel gemacht hatten, schossen damals wie Pilze aus dem Boden – überlebt haben die allerwenigsten. Anybill hingegen geht es prächtig. Das Unternehmen hat heute über 350 Handelspartner in zehn Ländern. Der Jahresumsatz sei siebenstellig, sagt Frank. Mehr als 15 Millionen Bons stelle man mittlerweile jeden Monat bereit. Zu den Kunden von Anybill gehören beispielsweise die HEM-Tankstellen, die Globus-Märkte oder der Fußballverein Eintracht Frankfurt.
Unternehmerin Lea Frank hofft auf Ende des Papierchaos
Für die Zukunft hofft Frank darauf, dass Anybill europaweit, wenn nicht sogar weltweit, Bons bereitstellt. „Wir wollen kein Papier mehr sehen“, sagt die Gründerin. Sie sei überzeugt, dass der digitale Beleg Standard wird. Dass das Papierchaos endet, würden viele Kunden mittlerweile auch erwarten, so Frank.
Für die 28-Jährige könnte übrigens Mitte Mai schon die nächste Auszeichnung ins Haus stehen. Dann verleiht der Bundesverband Deutsche Startups in Berlin die „German Startup Awards“. Lea Frank ist als „Gründerin des Jahres“ nominiert.