Neun Jugendliche begehen in Furth im Wald 151 Straftaten aber Bürger leben hier sicher

Von Alexander Frimberger · 9. Mai 2024 um 15:00

Die Zahl der Straftaten ist hoch im Bereich der Polizeiinspektion Furth im Wald (PI). Trotzdem leben die Menschen hier sicher, denn die Kriminalstatistik wird von zwei Faktoren nach oben gedrückt. Einer davon ist, um es in Jugendsprache auszudrücken, „krass“.

Josef Weindl, kommissarischer Leiter der PI, berichtete von insgesamt 1130 Straftaten im Jahr 2023, das ist eine Steigerung um 25,8 Prozent. Auf den ersten Blick erschreckt die Zahl, relativiere sich aber, wenn man auf die Hintergründe blickt.

Kriminelle Jugendliche

So war eine Gruppe von neun Jugendlichen für insgesamt 151 Straftaten im Stadtgebiet Furth im Wald verantwortlich. „Die allermeisten davon hat die Bevölkerung gar nicht mitbekommen, weil die Taten in der Schule, im Freibad aber auch untereinander begangen wurden“, so der PI-Leiter.

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Dazu gehören auch gegenseitige Anzeigen wegen Verleumdung oder Vortäuschen einer Straftat. Das Problem wurde in Kooperation mit anderen Verantwortungsträgern, wie Jugendamt und Schule intensiv angegangen. Darüber hinaus wurde die polizeiliche Präsenz erhöht und eine Task-Force gegründet, um die Ermittlungstätigkeit intensivieren zu können. Der Erfolg ist laut Weindl nicht ausgeblieben: „Seit zwei Monaten hat es keine Delikte mehr gegeben.“ Mit der Stadt hat man sich verständigt, dass bei erneuten Straftaten Aufenthaltsverbote ausgesprochen werden dürfen.

Zweiter Grund für die hohe Fallzahl ist die Nähe zur Grenze. Marco Hastreiter, kommissarischer Leiter der Polizeigrenzgruppe stellte die Erfolge seiner Einheit vor, die zu einem Großteil mit dem Grenzverkehr zu tun haben. So wurden unter anderem 197 Betäubungsmitteldelikte und 80 Verstöße gegen das Waffengesetz registriert. 31 Mal wurde gegen das Sprengstoffrecht verstoßen. Dabei handelt es sich laut Hastreiter um den Böllerschmuggel hauptsächlich vor Silvester. Illegale Migration wurde 156 Mal aufgedeckt. Sehr erfolgreich waren die Schleierfahnder, im Bereich der Inpol-Fahndung. 184 Mal gab es da einen Treffer. Wie Hastreiter erläutert, sind das vor allem Sachtreffer, die bei Personen gefunden werden. In einer bundesweiten Datenbank sind rund 16 Millionen Gegenstände registriert, die wegen eines möglichen Zusammenhangs mit einer Straftat in Verbindung stehen. Nimmt man den Bereiche der beschriebenen Jugendkriminalität und der Schleierfahndung heraus, so liegt die Kriminalitätsrate mit dann 700 bis 750 Fällen laut Weindl auf gleicher Höhe mit den PIs in Bad Kötzting oder Roding.

Auch wenn es im Bereich der Gewaltkriminalität eine Steigerung von 18 auf 38 Fälle gegeben habe, so stellt der PI-Leiter trotzdem zufrieden fest: „Wir hatten keinen Mord, keinen Totschlag und auch keine Vergewaltigung.“ Raubdelikte sind von einem Fall auf sechs gestiegen, die Straßenkriminalität ging von 103 auf 99 zurück.

In diese Kategorie gehören Taten im öffentlichen Raum, wie Sachbeschädigung oder Schlägereien. Rauschgiftkriminalität wächst von 168 auf 210. Das liegt auch an der Möglichkeit, nach staatsanwaltschaftlicher Genehmigung die Handydaten eines Schmugglers auszuwerten. Gerade auch in Chats könne man wichtige Erkenntnisse erhalten.182 Diebstählen im Jahr 2022 stehen 201 im darauffolgenden Jahr gegenüber. Vermögens- und Fälschungsdelikte blieben mit 92 (89) fast konstant. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 95,7 Prozent. Mit einer Gesamtaufklärungsquote von 81,5 Prozent liegt man zwar unter diesem Wert, „aber die Zahl ist sehr gut, bayernweit liegen wir da sehr weit vorn“, so Weindl.

Die Menschen leben sicher

31 Mal kam es zu häuslicher Gewalt. Auch hier schränkte Weindl ein, dass es sich dabei häufig um gleiche Beteiligte gehandelt habe. Die Gewalt gegen die Polizei legt um drei Fälle auf zwölf zu. „Angriffe auf andere Einsatzkräfte, wie Feuerwehr und BRK wurden nicht registriert.“

In Zukunft liegt das Augenmerk weiterhin auf Überwachungs- und Fahndungsmaßnahmen sowie Präventionstätigkeit . Weiterer Schwerpunkt ist die Rauschgiftkriminalität.

Weindls Fazit: „Man sagt, die Bevölkerung fühlt sich sicher, wenn eine Frau mit Kind nachts über die Straße gehen kann, ohne dass ihr etwas passiert. Das ist in Furth im Wald gegeben.“ Auch Bürgermeister Bauer und seine Amtskollegen konnten bestätigen, „dass wir uns sehr sicher fühlen können.“

PI Furth im Wald

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Furth im Wald (PI) umfasst die Gemeinden Arnschwang, Eschlkam, Furth im Wald und Neukirchen b. Hl. Blut eine Gesamtfläche von rund 216 Quadratkilometern. Die 27 Beamten der PI und 20 weiteren Beamten der Polizeigrenzgruppe Furth im Wald sind damit für 18100 Bürger zuständig.

Wie PI-Chef Josef Weindl sagt, „ist die polizeiliche Kriminalstatistik eine Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte unter Beschränkung auf ihre erfassbaren wesentlichen Inhalte.