Hohe Sicherheit dank moderner Technik: Diese Schwandorfer retten Rehkitze per Drohne

Stefan (26) und Thomas (20) Grabinger aus Grain sind beide bei der Nabaltec AG beschäftigt – und in ihrer Freizeit Jäger in ihrem eigenen Revier. Sie wollen nicht nur den Wildbestand mit Bedacht kontrollieren, sondern auch Rehkitze, Bodenbrüter oder Hasen vor dem Mähtod bewahren. Dafür haben die beiden in moderne Technik investiert.
Im Herbst 2023 schafften die Grabingers eine Drohne mit Wärmebildkamera an. Der Grund lag darin, dass in den vergangenen Jahren durch Mäharbeiten immer wieder Rehkitze getötet wurden – und das trotz Verstänkerungs- und Absuchaktionen. Beim manuellen Durchsuchen der Wiesen mit „Menschenketten“ war die Fehlerquote unzufriedenstellend hoch, dazu kommt ein großer personeller und zeitlicher Aufwand.
40 Hektar Mähfläche pro Stunde
Denn die kleinen Rehkitze seien sehr schwer im hohen Gras ausfindig zu machen. Und jedes getötete Kitz sei eines zu viel, sagen die beiden. Deshalb nahmen Stefan und Thomas Geld in die Hand, um sich eine Drohne mit modernster Wärmebildkamera anzuschaffen. „Dann wissen wir: Es ist sorgfältig abgesucht – und auch für den Landwirt erhöht sich die Sicherheit enorm“, sagt Stefan Grabinger.
Die Landwirte könnten dann beruhigt mähen, weil nichts mehr sein könne. „Beim Absuchen mit Menschenketten oder beim Aufbau von Vergrämungsscheuchen gelingt das leider nicht“, sagt Grabinger. Mit Hilfe der Technik können circa 40 Hektar Mähfläche pro Stunde abgesucht werden. Erkundigungen holten die beiden zunächst von Bekannten aus dem Osten ein, die schon länger in der Kitzrettung aktiv sind.
Mit dem erfolgreich abgelegten Drohnenführerschein mussten sich die beiden beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren. Zudem haben sie sich im Vorfeld intensiv mit der Drohne beschäftigt, damit bei der Suche vor der Mahd alles wie am Schnürchen läuft, ohne dass Zeit verloren geht, sagt Stefan Grabinger. Je nach Führerschein gelten entsprechende Regeln. So darf man nicht über Menschenansammlungen fliegen, außerdem darf die Höhe von 120 Metern nicht überschritten werden.
Wie läuft nun aber die Suche ab? Landwirte oder Jagdpächter kontaktieren die Grabingers einen Tag vor der Mahd, damit die Einsätze zeitlich und geografisch organisiert werden können. Dann läutet am folgenden Tag um 4.30 Uhr der Wecker. Denn die beiden suchen sehr früh die Wiesen ab, damit der Temperaturunterschied zwischen Tier und Untergrund am größten ist – das erleichtert die Suche enorm.
Landwirte müssen ihre Mähflächen kontrollieren
Denn auch Maulwurfshügel oder Steine würden auffallen, wenn es zu warm wird und diese durch die Sonne erhitzt werden. „Beim morgendlichen Fliegen sind die Fehlerquellen am geringsten und man schafft richtig viel Fläche“, sagt Thomas Grabinger. Die Suche erfolgt kurz vor dem Mähen. Die Kitze würden vor dem Mähwerk nicht flüchten, denn das sei der Schutzinstinkt der Jungtiere.
Die gefundenen Kitze werden mit Grasbüschel in Kisten am Wiesenrand abgelegt. Ist die Wiese abgemäht, werden die Kitze wieder aus den Boxen befreit. Die Mutter kann sie dann wieder finden und mit Milch versorgen. Dieser Zeitraum, in denen die Kitze in den Boxen gesichert sind, sollte allerdings so kurz wie möglich sein.
Daher seien gute Absprache zwischen den Landwirten und Jägern sehr wichtig. Stefan und Thomas Grabinger stehen nun vor großen Herausforderungen. Von Mai bis Ende Juni werden sie mit ihrer Drohne unterwegs sein, sobald sie informiert werden. Ihre Dienstleistung wird bisher sehr gut angenommen, da sich vor allem Landwirte absichern wollen, die verpflichtet sind, die Mähflächen abzusuchen.