Ein Hauch Adria für das Freibad Abensberg

Das Schwimmerbecken hat ein Facelift erhalten, bald wird es bereit sein für eine neue Saison.
Martin Köglmeier, Rainer Reschmeier und Josef Meier stehen vor der tiefblauen Wand – ein Traum in Adriablau. Normalerweise könnten die drei hier nicht so seelenruhig stehen und über die Wand streichen. Längst wären sie hier schon auf Tauchstation gegangen. Doch derzeit ist noch kein Wasser im Schwimmerbecken. In diesen Tagen laufen die letzten Arbeiten. Stadtwerkeleiter Reschmeier zeigt hier und da auf ein paar raue Stellen, bei denen noch einmal ein bisschen nachgebessert werden muss, ist aber recht zufrieden mit dem, was er sieht.
Griffigerer Belag
In den vergangenen vier Wochen werkelten sechs Männer eifrig daran, dass bald wieder Tausende von Badegästen hier ihren ungetrübten Sommerspaß haben können.
Die Beckenwände, der Beckenkopf und die Überlaufrinnen wurden abgefräst, mit Ausgleichsmasse gespachtelt und danach grundiert. Insgesamt 500 Quadratmeter wurden so nach Jahrzehnten wieder aufgehübscht.
Auch die Betonstufen wurde geschliffen, sind jetzt viel griffiger, erleichtern den Einstieg, ohne ins Rutschen zu kommen.
Im kommenden Jahr geht es dem Schwimmbeckenboden an den Kragen. Beides auf einmal hätte zu viel Zeit gekostet, dann hätte der Saisonstart, der heuer ohnehin eine Woche später ist als sonst, am 18. Mai, noch einmal verschoben werden müssen.
Vor dem Anstrich mussten alle sieben Metalltreppen ausgehängt, der Handlauf am Beckenrand, immerhin 140 Meter Rohr, abgemacht und gereinigt werden. Auch die 31 Düsen mussten ausgebaut werden. Nun muss alles wieder zurück, „wir sind zeitlich auf Kurs“, sagt Reschmeier und trotzdem ist etwas Eile geboten, denn schließlich soll das Becken ab 10. Mai befüllt werden. Und das geht ja auch nicht an einem Tag. Denn das Becken fasst 1600 Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich: Der Hochbehälter der Stadtwerke Abensberg hat 2000 Kubikmeter. Und so dauert es ein ganzes Wochenende, bis das Becken gefüllt ist.
Fast 60 Jahre ist das Freibad Abensberg alt. Dass das Freibad 1965 gebaut wurde, war vielleicht Glück. Denn damals wurden die Becken aus Beton gegossen, „in den 1980er Jahren dann haben viele ihre Becken gefliest“, sagt Bademeister Meier, „ und die haben es danach bereut“. Denn die Fugen seien anfälliger, viel schneller müsse nachgebessert, müssten Fliesen ausgetauscht werden. Stahlwandbecken wiederum seien teuer und vor allem in den Nahtübergängen anfälliger für Korrosion, weiß Reschmeier. Für Abensberg wären sie zumindest keine Option.
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Dass das Schwimmerbecken jetzt wieder in frischem Adriablau erstrahlt, ist natürlich auch nicht umsonst, etwa 50.000 Euro muss die Stadt dafür berappen, 50.000 Euro gibt es als Förderung obendrauf. Der Boden, der im nächsten Jahr in Angriff genommen werden soll, wird noch einmal so viel kosten. Jährlich schreibt das Bad Defizite, „etwa vier, bis fünfmal so viel als mit Eintrittsgeldern abgedeckt werden kann“, so Reschmeier.
Bisweilen Vandalismus
Aber ohne Schwimmbad wäre alles nichts, da sind sich Meier und Reschmeier einfach einig, Abensberg ohne Freibad, das geht nicht. Deshalb hoffen die beiden auch, dass das Adriablau möglichst lange schön bleibt, denn immer wieder gebe es Badegäste, die nicht zimperlich seien, ihre Zerstörungswut auch am Freibad ausließen.
Die Mehrheit aber der Gäste, die sich auf den Liegeflächen eine schöne Zeit machen oder ihre Runden im bis zu 24 Grad warmen Wasser drehen, die wissen ihr Bad zu schätzen.
Saisonkarten gibt es schon jetzt:
Freibad: Das Freibad öffnet am 18. Mai. Mit einer Liegefläche von 20.000 Quadratmetern und einer Wasserfläche von 1000 Quadratmetern in einem Schwimmer-, einem Nichtschwimmer- und einem Planschbecken bietet es vielen Menschen aus Abensberg und auch von außerhalb ein Stück Urlaub im Alltag.
Saisonkarten: Saisonkarten sind schon erhältlich. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und alle Kinder gibt es für 125 Euro, nur für Erwachsene für 55 und nur für Kinder für 45 Euro. Mehr zu den Preisen auf www.abensberg.de/freibad; Saisonkarten gibt es bei den Stadtwerken, Bad Gögginger Weg 2.
Jubiläum: 2025 wird das Freibad Abensberg 60 Jahre alt.


