Simon Wellnhofer und Luca Pregler kochen künftig im Salzfriedl in Hillstett

Von Stefanie Bauer · 3. Mai 2024 um 19:00

Für den Salzfriedlhof in Hillstett (Rötz, Landkreis Cham) ist ein neuer Pächter gefunden: Simon Wellnhofer aus Winklarn (Landkreis Schwandorf) hat den Vertrag unterzeichnet. Es ist sozusagen eine Doppelspitze, die künftig in der Museumsschänke für die Gäste kochen wird.

Mit an Bord ist Luca Pregler, mit dem Wellnhofer seit langem befreundet ist. „Wir sind sehr froh, dass es weitergeht“, freute sich Bürgermeister Dr. Stefan Spindler. Trotz ihres relativ jungen Alters – Wellnhofer ist 24, Pregler 20 Jahre – haben beide viel Erfahrung in der Küche.

Der neue Pächter stammt aus Winklarn und ist, wie er sagt, „im Wirtshaus großgeworden“. Seine Eltern führen das Gasthaus „Zum Simmerl“, früher seien eine Weinstube, eine Metzgerei und eine Landwirtschaft dabei gewesen, erzählt Wellnhofer.

Nach dem Hauptschulbesuch mit M-Zug in Oberviechtach hat er eine Ausbildung zum Koch im Gasthaus am Ödenturm in Chammünster absolviert. Danach wollte er als Koch auf der MS Europa 2 etwas von der Welt sehen – um dann festzustellen, dass es daheim doch am schönsten ist.

Idee beim Krimi-Dinner

Die Zeit auf dem Schiff wurde wegen Corona ohnehin von fünf auf drei Monate verkürzt. Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive traf er auf den Winklarner Unternehmer Stephan Gebhard. Erst als Hausmeister dort angestellt, erkannte Gebhard schnell, dass Wellnhofer auch ein großes Talent als Vertreter für Metzgereibedarf aufwies. In dieser Tätigkeit habe er sehr viel gelernt und sei dem Unternehmer sehr dankbar für die Chance, so Wellnhofer.

Als Koch kam er in dieser Zeit aber nicht aus der Übung: Zusammen mit Pregler hatte er zum Beispiel vor kurzem schon zum zweiten Mal ein Vier-Gänge-Menü bei einem Krimi-Dinner in Winklarn zubereitet, wo er auch einige bekannte Pillmersrieder Feuerwehrkameraden traf. Wellnhofer, der selbst zweiter Vorstand der FFW Winklarn ist, kam mit ihnen ins Gespräch und erfuhr so davon, dass ein Pächter für die Museumsschänke gesucht wurde. Auch der Kontakt zur Stadt Rötz kam auf diese Weise zustande. Nach einer Phase der reiflichen Überlegung stand für Wellnhofer fest, dass er sich als neuer Pächter und damit als Nachfolger von Karl Wilhelm, der Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen seinen Pachtvertrag gekündigt hatte, bewerben will. „Ich wollte wieder als Koch arbeiten.“ Aber nur unter einer Bedingung: „Ohne Luca mach ich es nicht.“

Die beiden sind ein eingespieltes Team: „Wir kennen uns schon lange, haben schon oft gemeinsam gekocht“, sagen sie. Pregler kommt auch aus Winklarn und hat nach dem Quali in Oberviechtach ebenfalls eine Lehre als Koch absolviert, im Hotel Zedernhof in Stamsried. Dort ist er seither als Koch angestellt, bis er sich nun bald voll und ganz seiner neuen Aufgabe als Koch in der Museumsschänke widmen will. Wellhofer ist noch bis Ende Mai bei Gebhard angestellt, bevor er ab dem 1. Juni mit Hochdruck mit den Vorbereitungen, die vor der Eröffnung der Museumsschänke notwendig sind, beschäftigt sein wird.

Es ist noch viel zu tun. Zwar ist das traditionsreiche Gebäude am Eixendorfer See einer Generalsanierung unterzogen worden. Dennoch gibt es vor der Eröffnung der Innengastronomie viel Organisatorisches zu erledigen und etliche Dinge zu besorgen wie Vorhänge, Dekoration und mehr, die sich zeitlich summieren. „Und bevor nicht alles bereit ist, wollen wir nicht anfangen“, betont der neue Pächter. Eine der großen Herausforderungen in der Museumsschänke war in der Vergangenheit die Personalsituation. Dadurch, dass Wellnhofer und Pregler beide in der Küche arbeiten werden, ist die Situation dort optimal geregelt.

Biergarten öffnet bald

Noch an diesem Wochenende gibt es ein Treffen mit dem bisherigen Personal, „die haben ja die Erfahrung“, so Wellnhofer.

Der Eröffnungstermin für die Innengastronomie wird bekannt gegeben, sobald er definitiv feststeht. Dann möchten die beiden Köche donnerstags bis sonntags, jeweils mittags und abends, die Museumsschänke öffnen. Somit soll der Salzfriedlhof auch durch eine Vier-Tage-Woche für das Personal attraktiv sein. Und was wird es zu essen geben? Gutbürgerliche Küche, bei der für jeden Geschmack etwas dabei ist, aber durchaus auch „etwas Besonderes“. Im Sommer natürlich auch gern zum Beispiel ein kalte Sulz.

Apropos Sommer: Den Biergarten öffnen die beiden schon am Vatertag. Am 9. Mai sind Steak- und Bratwurstsemmeln, Getränke aus der Flasche sowie nachmittags Kaffee und Kuchen im Angebot – natürlich nur bei schönem Wetter. Das soll auch für die kommenden Wochenenden (je ab Freitag abends) und Feiertage gelten.

Dass die beiden das angesichts der anstehenden Feiertage möglich machen, dafür sei man ihnen von Seiten der Stadt sehr dankbar, so der Bürgermeister.