24-Stunden-Ausstand soll den Druck auf die Chefs der Sana Kliniken in Cham erhöhen

Das was nun kommt, war absehbar – der Lesart der Gewerkschaft nach fast schon provoziert. Die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden der Sana Kliniken des Landkreises Cham sind zum Warnstreik aufgerufen worden. Es wird ein 24-Stunden-Streik, der die Arbeitgeber bei der vierten Verhandlungsrunde zu einem besseren Angebot bringen soll.
Bereits direkt nach der dritten Verhandlungsrunde hatten die Verhandlungsführer von Verdi keinen Zweifel gelassen, diesen Schritt zu gehen. „Die Friedenspflicht ist vorbei – wir bereiten einen Warnstreik vor!“, hatte Verdi-Gewerkschaftssekretär Sven Czekal deutlich gemacht, nachdem die Sana-Beschäftigten zuletzt eine Aktive Mittagspause mit Protesten veranstaltet hatten.
Notdienst wird verhandelt
Denn die dritte Verhandlungsrunde für einen neuen Haustarifvertrag, der die Beschäftigten laut Verdi näher an den üblichen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bringen sollte, war mit einer Enttäuschung geendet. Statt ein zur zweiten Runde verbessertes Angebot zu präsentieren boten die Arbeitgeber ein ganz anderes Tarifsystem an.
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Die Sana-Konzernvertreter wollten eine Angleichung an den Tarifvertrag des Verbands der Privatkrankenanstalten (VPKA). Der Haken aus Sicht von Verdi: Viele Beschäftigte würden sich damit schlechter stellen als bisher. Es sei wohl auch ein Versuch, einen Keil in die Belegschaft zu treiben, so Verdi – schließlich gebe es dann für einige wenige Verbesserungen.
Um hier ein Zeichen vor der nächsten Verhandlungsrunde zu setzen, die erst am 6. Juni ist, folgte nun der Warnstreikaufruf von Verdi. Am Mittwoch , 8. Mai, morgens mit Beginn der Frühschicht bis zum Ende des nächsten Nachtdienstes am Tag darauf sollen die Beschäftigten für 24 Stunden in den Ausstand gehen.
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In einem Krankenhaus ist das nicht ganz so einfach – schließlich geht es hier um zahlreiche Termine von Patienten, um Operationen, die eventuell storniert oder verschoben werden müssen, und um die Weiterversorgung stationärer Patienten. Um hier Sana entgegenzukommen, hatte Verdi bereits bei der dritten Verhandlungsrunde Gespräche um eine Notdienstversorgung angeboten – das sei bei Krankenhäusern der übliche Weg, so Czekal. Die Sana-Vertreter lehnten das jedoch ab – sie hätten ihre eigenen Notdienstpläne, sei die Antwort gewesen. Die würde nach Verdi-Erfahrung bedeuten, das Unternehmen bestimme, wer dann weiterarbeiten müsse.
Wie Sven Czekal jetzt mitteilte, habe Sana doch um Gespräche zur Notdienstversorgung im Streikfall gebeten, was man nun angehe.
Im Warnstreikaufruf an die Beschäftigten wird begründet, warum es nun zum Warnstreik kommt. Das jüngste Angebot der Arbeitgeberseite bedeute für viele eine Verschlechterung, eine Lohnsteigerung durch den angebotenen Tarifwechsel habe Sana gar nicht angeben können. Allgemein seien die VPKA-Tarifvorgaben deutlich schlechter als die des TvÖD – und auch die des bisherigen Sana-Haustarifvertrags, macht der Gewerkschafter zuletzt im Gespräch klar.
Der VPKA-Tarif beinhalte etwa sieben Tage weniger Zusatzurlaub, die Jahressonderzahlung, die bislang bei 75 Prozent gelegen habe, werde dann auf 50 Prozent gesenkt und dazu ein variabler Satz ausgelobt, der sich nach den Wirtschaftszahlen richte.„Die werden zumeist nicht erreicht oder anderweitig verrechnet, so dass für die Beschäftigten nichts rauskommt“, hatte Sven Czekal erläutert.
Mehr Druck
Das Angebot der Sana verspreche zudem eine Pflegezulage ab 2025 von 120 Euro: „Aktuell werden jedoch 140 Euro gezahlt – es soll also 20 Euro weniger geben.“Genauso würden dann die Zuschläge für Nachtarbeit gekürzt. „Das Angebot von Sana ist ein Witz!“, so brachte der Gewerkschafter nach der dritten Verhandlungsrunde die Sache auf den Punkt. Daher heißt es im Aufruf zum Streik auch: „Respekt sieht anders aus. Daher erhöhen wir den Druck und treten in den Warnstreik.“
Warnstreik am 8. Mai
Premiere: Erstmals in den Auseinandersetzungen um mehr Lohn kommt es bei den Sana Kliniken des Landkreises Cham zu einem Warnstreik. Am Mittwoch, 8. Mai, soll nach der Nachtschicht die Arbeit im Krankenhaus in Cham für 24 Stunden niedergelegt werden.
Forderungen: Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten 13,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro, dazu den Inflationsausgleich von 3000 Euro, zehn Tage Zusatzurlaub für Wechselschicht-Beschäftigte und eine Treuezulage für langjährige Beschäftigte.