Nach Aus für Kaufhof in Regensburg: Was passiert mit den Supermärkten?

Von Christian Eckl · 2. Mai 2024 um 06:17

Nach dem Aus für die Kaufhof-Filiale am Neupfarrplatz herrscht weiter Ungewissheit. Wie geht es weiter mit den Untermietern in dem markanten Gebäude im Herzen der Stadt?

Seit vielen Jahren ist der Edeka im Untergeschoss ein Frequenzbringer in der Altstadt. Davon profitierte nicht nur Kaufhof, sondern auch die umliegenden Geschäfte. Doch Edeka zieht um – dort, wo einst eine K+L-Filiale und später der Herrenausstatter Pohland untergebracht war, klaffte jahrelang ein Leerstand. Seit einigen Wochen ist bekannt, dass Edeka hier einzieht.

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Wann, das beantwortet der Sprecher von Edeka Südbayern, Christian Strauß, noch nicht. „Einen Zeitpunkt für den Umzug kann ich Ihnen noch nicht nennen“, so der Sprecher. Derzeit wirbt Edeka im Schaufenster bereits damit, Mitarbeiter einzustellen. Doch der Betrieb im Untergeschoss läuft noch wie gehabt.

Edeka will am Standort Altstadt festhalten

Schon bei der letzten Schließungs-Ankündigung beteuerte Edeka, am Standort Altstadt festhalten zu wollen. Bereits damals bekundete das Unternehmen, lieber im Erdgeschoss Lebensmittel anzubieten. Durch die Warenhaus-Nutzung war dies aber weitgehend ausgeschlossen – Warenhäuser leben davon, Produkte wie Schmuck und Parfüm direkt an den Eingängen anzubieten.

Die Lage im Untergeschoss führte auch dazu, dass bei geschlossenen Türen des Warenhauses wie am vergangenen Samstag, als die Entscheidung zur Schließung bekannt gegeben wurde und damit auch das Haus zublieb, der Zugang zu den Supermärkten im Untergeschoss nicht möglich war.

Abbruch der Verhandlungen für zusätzliches Café

Ein weiterer Untermieter zieht derzeit gerade junge Menschen in das Gebäude: Der GoAsia eröffnete, nachdem der Konzern bekannt gab, die Filiale am Neupfarrplatz doch noch fortführen zu wollen. Pläne sahen sogar ein zusätzliches Café im Untergeschoss vor. Doch die Unsicherheit angesichts der Lage des Signa-Imperiums von René Benko führte ebenso zum Abbruch der Verhandlungen wie bei den Plänen für das Obergeschoss und die Dachterrasse.

Gastronomen, die sich für die Dachterrasse beworben hatten, sagten dieser Zeitung, sie hätten mit einer Investitionssumme von bis zu 750.000Euro gerechnet. Auch hier zeichnet sich ab, dass nach dem Auszug von Kaufhof bis spätestens Ende August nichts passieren wird.

GoAsia: „Wir sind sehr zufrieden mit Regensburg“

Doch was bedeutet das für die Kette GoAsia? Jie Wei ist Personalchefin des GoAsia-Unternehmens mit Sitz in Berlin. Dass Edeka umzieht, wusste die Personalerin nicht. Die Information, dass Kaufhof schließt, war zudem frisch. Wei sagte aber zum Standort: „Wir sind sehr zufrieden mit Regensburg, die Umsätze waren außerordentlich gut in den letzten Monaten.“

Der Kaufhof am Neupfarrplatz sei nicht der erste mit einer GoAsia-Filiale, der schließt. Der asiatische Supermarkt habe darauf unterschiedlich reagiert. „An manchen Standorten haben wir mit dem Eigentümer einen neuen Vertrag geschlossen, an anderen Standorten haben wir uns eine neue Fläche gesucht“, so Wei.

Sicher sei auf jeden Fall, dass Regensburg eine hohe Anziehungskraft hat: „Die Kombination aus sehr jungen Menschen und aus einer langen Geschichte ist für uns wunderbar“, so Wei. Man sei gekommen, um zu bleiben.

Edeka bereitet derzeit den Umzug vor, wann genau dieser vonstatten geht, steht allerdings laut einem Sprecher noch nicht fest.