Ludwigslust lockt am Alten Kanal: Annett und Jürgen Holzberger eröffnen Schleusen-Café

An der Schleuse 30 am alten Ludwigskanal bei Greißelbach (Landkreis Neumarkt) treten Radler unwillkürlich auf die Bremse und Wanderer halten inne: Das Café in dem idyllisch gelegenen Schleusenwärterhäuschen hat wieder geöffnet. Annett und Jürgen Holzberger erzählen, warum sie die Ludwigslust aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst haben.
„Ich weiß nicht, war es Zufall oder Schicksal?“, sagt Annett Holzberger. „Wir sind hier vergangenes Jahr vorbeigeradelt und haben das Schild ‘Zu verpachten‘ gelesen.“ Die gelernte Bankerin kam ins Grübeln. Eigentlich war es schon lange der Traum der leidenschaftlichen Hobby-Bäckerin, ein eigenes Café zu führen.
Vier Jahre lang hatte die idyllisch zwischen Sengenthal und Mühlhausen gelegene Ludwigslust geschlossen. Die Eigentümer des Baudenkmals an der 2018 sanierten Kammerschleuse hatten die beliebte Ausflugsgaststätte bis zur Corona-Pandemie selbst betrieben und dann aufgegeben.
Nach langer Überlegung siegte die Lust auf etwas Neues
Der Gedanke, der Ludwigslust neues Leben einzuhauchen, ließ die Holzbergers, die in Mühlhausen wohnen, nicht los. „Aber wir haben schon lange überlegt, sind einige Male vorbeigefahren und haben geschaut“, erzählt die 44-Jährige. Denn die Gastronomie sei für sie ein völlig neues Metier und die Situation in dieser Branche obendrein bekanntlich aktuell keine einfache.
Dennoch siegte am Ende die Lust, etwas völlig Neues zu wagen: „Die Lage ist einfach fantastisch“, findet Annett Holzberger, und dadurch, dass nicht jeden Tag geöffnet ist, bleibe noch Luft und Zeit zum Organisieren. Und da gab es alle Hände voll zu tun. Mit dem Verpächter wurden sich Holzbergers schnell einig und dann musste die Ludwigslust wieder startklar gemacht werden.
Annett Holzberger bäckt die Kuchen selbst
Die Eröffnung erfolgte Anfang April im kleinen und stillen Rahmen: „Wir wollten erst einmal etwas in das Geschäft reinkommen“, erklärt die Chefin. Inzwischen fluten bei schönem Wetter Radler und Spaziergänger, Einheimische und Fremde das Café, das kulinarisch mit selbst gebackenem Kuchen in großer Auswahl und einigen herzhaften kleinen Speisen, sowie Brotzeiten lockt.
Die Logistik sei eine Herausforderung, vor allem die Frage, wie viel Kuchen gebraucht wird, betont Annett Holzberger. Denn bei Sonnenschein sind die Plätze an der Schleuse heiß begehrt und die Nachfrage groß. Unterstützt wird die 44-jährige von ihrer Familie, Ehemann Jürgen und den drei Kindern, Lea, Marco und Luca, die alle tatkräftig im Service mit anpacken, und von Freundinnen. „Viele Gäste kommen und sagen, wie schön es ist, dass wir wieder offen haben“, berichtet Annett Holzberger – so wie Christa und Roland Gärtner aus Postbauer, die regelmäßig am alten Kanal radeln.
Öffnungszeiten hängen vom Wetter ab
„Wir haben schon unsere Stammkunden“, freut sich die Chefin. Eine davon ist Susanne Stettner aus Mühlhausen, die regelmäßig mit ihrem Hund hierher spaziert. Durch reinen Zufall haben Hiltrud und Niko Scheffler aus Freystadt das Café entdeckt. Sie wollen wiederkommen, wie auch eine 31-Jährige aus Burgthann, die es sich zum Lesen am Kanal bequem gemacht hat.
Geöffnet hat die Ludwigslust in der Regel samstags, sonn- und feiertags sowie an Brückentagen von 11 bis 18 Uhr. In den Sommermonaten abends voraussichtlich etwas länger und vielleicht auch freitags, kündigt Annett Holzberger an. Wetterbedingt kann es Abweichungen geben. Die genauen Öffnungszeiten finden sich tagesaktuell auf Google.
