Anton Robl aus Furth im Wald bringt Biodiversität auf Betriebsgelände

Von Alexander Frimberger · 27. April 2024 um 15:00

Flächen auf Betriebsgeländen clever zu begrünen, ohne den wirtschaftlichen Gedanken zu vernachlässigen, das hat sich Anton Robl zur Aufgabe gemacht. Und er hat das bei seinem Betrieb auf Hof Lind in Perfektion umgesetzt. Dafür wurde er jetzt ausgezeichnet.

Die Auffahrt zu Hof Lind in Daberg ist geschottert, gesäumt von viel Grün in allen Nuancen und Größen. Spätestens wenn man durch die Hofeinfahrt geht, fühlt man sich wohl.

Biodiversität fördern

Eine Naturidylle, scheinbar wild, aber dennoch so gestaltet, dass man sich darin bewegen und arbeiten kann. Ruhebänke, ein Tisch um ein Glas kühles Quellwasser darauf abzustellen, so stellt sich der Naturfreund sein Urlaubsdomizil vor. Landschaftsarchitekt Anton Robl, der hier lebt und arbeitet, sagt, dass es ihm genau darum geht.

„Wir wollen die Biodiversität, also die Vielfalt der verschiedenen Lebensformen fördern.“ Nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für die Menschen soll das geschehen. Robl arbeitet unter anderem mit der Hochschule Weihenstephan zusammen. In verschiedenen Bachelor-Arbeiten ist dabei bestätigt worden, was man eigentlich schon lange weiß: „Das Arbeitsumfeld ist einer der wesentlichen Zufriedenheitsfaktoren.“

Am Anfang einer Beratung steht der Firmeninhaber. Er muss dazu bereit sein, sich auf das Projekt einzulassen. Das gelingt, weil Robl weiß, dass Unternehmen wirtschaftliche Interessen haben und auch so handelt. Das eine schließt das andere aber nicht aus. „Biodiversität ist auch ein weicher wirtschaftlicher Faktor.“ Das bedeutet, Mitarbeiter, die ihre Pausen in grünen Oasen verbringen, in denen sie sich wohlfühlen, zeigen eine höherer freiwillige Leistungsbereitschaft. Auch die soziale Interaktion ist um ein vielfaches höher, Probleme werden im Gespräch schneller gelöst. Das Hauptargument ist allerdings: „Ein Betriebsgelände, das im Sinne der Lebensvielfalt für Tiere, Pflanzen und Menschen gestaltet wird, kostet nicht mehr, als eines ohne.“ Es gibt einen Bienenstock, Ruheplätze, Blumenwiesen und vieles mehr . Und die Mitarbeiter sind aufgefordert mitzumachen. Rasen mähen, Wege freischneiden, vieles kann übernommen werden. So kann sich der Kantinenkoch im Kräutergarten bedienen. Egal ob Schulen, Ämter, Handwerksbetriebe, Recycling-Anlagen oder andere Firmen, möglich ist immer etwas. Beratung und Ausführung erfolgen dabei individuell.

Im Einklang mit der Natur

„Jeder Mensch ist anders, genauso, wie Bedürfnisse und der Zuschnitt des Geländes.“ So ist natürlich auch jeder Garten anders. Einige Male schon hat der Landschaftsarchitekt seinen Auftraggebern Vorschläge gemacht, die diese dann in ihrer Begeisterung noch erweitert wissen wollten. Beispielsweise wurde einmal zusätzlich ein Teich gewünscht. „Da siedeln dann ganz schnell Kröten oder Salamander.“ Man sieht, Natur, Mensch und Arbeitsplatz müssen keine Gegner sein. Robl beobachtet ein steigendes Interesse an Firmengärten, die er möglichst vielen Mitarbeitern wünscht, denn: „Firmengelände begleiten uns unser ganzes Leben.“ Zahlreiche Betriebsgelände hat er schon so gestaltet, dass ihnen der Umweltpreis „Blühender Betrieb“ verliehen wurde. „Die Firmen sind schon stolz, wenn sie ausgezeichnet werden.“ Und jetzt hat er für sein Unternehmen den Preis auch bekommen. „Ich weiß, ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann etwas für sie tun“, lautet sein optimistisches Fazit.

Blühender Betrieb

Der Blühpakt Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Man will Bayern zum blühen bringen. Damit soll Schutz und die Ansiedelung von Insekten gefördert werden.

100 Unternehmen haben in diesem Zusammenhang bereits den Preis „Blühender Betrieb“ erhalten; so auch Anton Robls Firma ZeitLandschaften mit Sitz in Daberg.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat Marc-Antonio und Anton Robl den Preis „Blühender Betrieb“ überreicht. Foto: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz