Wohnen am Stachus in Regensburgs Stadtosten: Neue Einheiten statt altem Autohaus

Von Heike Haala · 25. April 2024 um 17:50

Als Architekt Michael Bach bei der Sitzung des Gestaltungsbeirats am Donnerstag hörte, dass er mit seinen Entwürfen für das Gebäude in der Prinz-Ludwig-Straße 2 noch einmal antanzen soll, sprach er frei von der Leber weg: „Aber ich wollte am 2. Mai in Rente gehen.“

Zunächst war aber das ehemalige Autohaus 100 Meter weiter Thema. Thomas Rosenkranz, der die Pläne für die Adresse Adolf-Schmetzer-Straße 50 als einer der Bauherren vorstellte, ist in der hiesigen Immobilienlandschaft kein Unbekannter – erst recht nicht in dieser Nachbarschaft: Er strich heraus, dass er auch schon am Marinaquartier und der Sanierung der Gastwirtschaft Alter Schlachthof auf der gegenüberliegenden Straßenseite mitgewirkt habe.

Rosenkranz plant für die Stelle nun einen mehrgeschossigen Mix aus zwei- bis drei Zimmerwohnungen. „Alle mit Kinderzimmer, Studentenwohnungen eher nicht“, erklärte er. Den Entwurf verglich er in Sachen Klarheit der Architektur mit Wohnhäusern in der Goethe- oder Lessingstraße. Passiver Schallschutz, hochwertiger Wohnungsbau, Stellplätze im Hinterhof, aber: „Umsetzbar und wirtschaftlich muss es sein, weil wir es am Ende auch verkaufen wollen“, sagte er.

Zugang zu Spielplätzen

Dann spielte Gestaltungsbeirat Matthias Castorph ein wenig Tetris mit dem Gebäude und seinen Funktionsräumen. Den Wohnblock würde er auf die Höhe der benachbarten Fassade und von der Bordsteinkante weg rücken. Den Platz für einen Laubengang im obersten Geschoss könne Rosenkranz für größere, aber dafür weniger Wohneinheiten nutzen. So gewinne er insgesamt Raum, in dem er im Erdgeschoss Fahrrad- oder Müllräume unterbringen könnte. „Man muss diese Sachen vernünftig verräumen“, verdeutlichte Castorph. Er forderte zudem, dass der geplante Spielplatz im Hinterhof auch mit einem Zugang in diesen Bereich erreichbar sein muss. „Die Kinder, die in dem Haus leben, sollen nicht entlang der Straße einmal rund herum gehen müssen“, warnte der Architekturwächter. Und überhaupt, der Hinterhof: Statt eines Garagenhofes werde ein höherwertiger Grünbereich entstehen, wenn ein Großteil der Autos in einer Tiefgarage stehen würde, die in den Keller des Autohauses eingepasst werden könnte. Rosenkranz versprach, sich Gedanken darüber zu machen.

Neben dem einmal geplanten Neubau des Gebäudes an der Prinz-Ludwig-Straße 2, und der nun forcierten Sanierung brachte Castroph auch einen Teilabriss ins Spiel. „So muss man die Zwänge, die sich aus dem Grundriss ergeben, nicht durch durch alle Stockwerke nehmen“, verdeutlichte er. Die Pläne für Abriss und Neubau seien wegen der Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt im Jahr 2022 geplatzt, erklärte Architekt Bach. „Wir waren schon bei der Werksplanung, aber dann kam der Einbruch“, sagte er. Die Miete in dem Haus sei mit diesen Plänen nicht mehr darstellbar gewesen. Stattdessen wolle er nun aufstocken und energetisch sanieren. Bach zeigte ein Flach- statt des momentanen Walmdachs, unter dem kleinere, bezahlbare Wohnungen untergebracht werden könnten. Die Gewerbeeinheit im Erdgeschoss könnte mit Abstrichen für die Haustechnik erhalten bleiben. Der Walnussbaum im Hof aber sei geschwächt und müsse weg.

Baumgutachten gefordert

Beirätin Lisa Ehrensperger, betonte die exponierte Lage dieses Hauses und stellte klar, dass es sich mit seiner Kubatur dort behauptet. Anbauten wie Aufzug, Balkone und der geplante Rücksprung würden diese Situation nur verunklaren, warnte sie. Die aktuelle Traufhöhe würde sie an dem Gebäude gerne auch nach der Maßnahme ablesen können – etwa in Form eines Frieses. „Ein Gutachter könnte die Standfestigkeit des Baumes prüfen, er prägt ja nicht nur den Hof, sondern auch den Straßenraum“, sagte Beirätin Ursula Hochrein.

Dieses ehemalige Autohaus soll abgerissen werden.