Averibou wäre für Mandat in Burglengenfeld bereit – doch Rechtsaufsicht hat Bedenken

Von Thomas Rieke · 26. April 2024 um 05:00

Die Installation eines Nachfolgers für Phillip Poguntke, der Ende Januar überraschend sein Stadtratsmandat niedergelegt hatte, gestaltet sich weiter schwierig. Mit Pascal Averibou (Die Linke) wäre mittlerweile zwar ein Kandidat gefunden, der sich der Aufgabe stellen würde, doch hat die Rechtsaufsicht dagegen Vorbehalte angemeldet.

Das Hauptproblem: Averibou hatte Burglengenfeld zwischenzeitlich aus beruflichen Gründen längst verlassen. Der Schauspieler war 2023 in Bamberg engagiert. Erst seit kurzem ist er, wie er berichtete, in Regensburg am Turmtheater beschäftigt, weshalb er eine Rückkehr nach Burglengenfeld anstrebe oder wenigstens im Einzugsgebiet der Stadt wohnen möchte. Auch das Stadtratsmandat ist für ihn ein wichtiger Grund, den Lebensmittelpunkt wieder in seine alte Heimat zu verlagern, schrieb er vor wenigen Tagen an die Verwaltung.

Nicht jeder, der mit seinem Wahlergebnis von 2020 theoretisch infrage gekommen wäre, für Poguntke nachzurücken, spielte auch mit. Zur schwierigen Suche nach einem Nachfolger erschien unlängst ein größerer Bericht. Sie finden ihn hier.

Diese hat jedoch nach Rücksprache mit der Rechtsaufsicht Bedenken, ob die Bedingungen für ein Nachrücken in den Rat erfüllt sind.

Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) berichtete, Averibou habe zwar aktuell wieder einen Nebenwohnsitz in Burglengenfeld, das reiche aber möglicherweise nicht aus. In einer Beurteilung durch die Aufsicht heiße es sinngemäß, ein potenzieller Nachrücker habe seinen Nebenwohnsitz regelmäßig zu nutzen. Dass diese Voraussetzung bei Averibou erfüllt sei, sei fraglich. Mit seiner zitierten Erklärung habe der Kandidat die Annahme sogar bestätigt, dass sein Daseinsmittelpunkt „eher nicht“ in Burglengenfeld zu sehen sei. Sogenannte Scheinanmeldungen gelte es aber zu verhindern.

Zwei Beschlussvorschläge – zweimal kein Mehrheit

Demzufolge musste die Beschlussvorlage der Verwaltung negativ ausfallen, erklärte Gesche, auch wenn er persönlich nichts gegen Averibou einzuwenden habe. Das letzte Wort aber sollte der Stadtrat haben; er sei zuständig. Daher gab es als zweiten Beschlussvorschlag, Averibou als Listennachfolger der Linken anzuerkennen. SPD-Fraktionssprecher Sebastian Bösl begrüßte dies, „weil ich ihn kenne“. Trotzdem sei die Entscheidung schwierig.

Markus Huesmann sagte im Namen der CSU-Fraktion, es sei „richtig und wichtig, sehr genau vorzugehen“ und sich abzusprechen, schließlich sei die Stadt bezüglich der Mandatsbesetzungen ein gebranntes Kind. Damit spielte er unter anderem auf BWG-Rat Albin Schreiner an, der 2020 seinen Verzicht erklärt hatte, um dann seinen Rücktritt vom Rücktritt zu erklären.

Nach 15-minütiger Pause ging es zur Abstimmung, die ein überraschendes Ergebnis brachte: Für keinen Beschlussvorschlag gab es eine Mehrheit. Gesche will sich nun erneut an die Aufsicht wenden und um eine „klare Ansage“ bitten.