„Zu viel Stress“: Burglengenfelds Stadtrat Phillip Poguntke wirft überraschend das Handtuch

Von Thomas Rieke · 1. Februar 2024 um 14:58

Die Ratssitzung am Mittwoch begann mit einer faustdicken Überraschung. Burglengenfelds Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) gab bekannt, dass Stadtrat Phillip Poguntke mit sofortiger Wirkung sein Mandat niedergelegt habe. Aus „persönlichen Gründen“, wie es heißt. Die Nachfolge solle im Februar geklärt werden.

Erst vor wenigen Wochen hatte die MZ mit Poguntke ein ausführlicheres Gespräch geführt. Anlass war die Tatsache gewesen, dass der 32-Jährige 2020 über die Liste der Linken in das Stadtparlament eingezogen war. Eigentlich schlägt sein Herz aber für die Satirepartei Die Partei, deren Mitglied er ist. Für die Linke war er nur angetreten, weil Die Partei keine eigene Liste zustande gebracht hätte.

Nach über dreijähriger Arbeit im Stadtparlament wollte die MZ wissen, ob Poguntke nicht endlich Klarheit schaffen wolle. Zusammen mit den Räten der SPD und dem Grünen Norbert Wein bildete er nämlich eine Fraktionsgemeinschaft als „Linker“. Der PC-Techniker räumte ein, dass ihn das Thema immer wieder beschäftigt habe. Eine Lösung zu finden, sei aber schwierig. Vermutlich würde es auf eine Parteilosigkeit im Stadtrat hinaus laufen, meinte er. Mit seinem Ausscheiden hat sich die Frage erledigt.

Im Stadtrat fasste er schnell Fuß

Poguntke erklärte auf Anfrage, er habe die Reißleine ziehen müssen, um Stress abzubauen und sich auf bestimmte Dinge wieder besser konzentrieren zu können. Die Arbeit im Rat habe ihm durchaus Freude bereitet, insbesondere in der Fraktionsgemeinschaft.

Poguntke hatte sich im Rat schnell etabliert. Kollegen schätzten ihn als engagierten und kreativen Kopf mit Charme. Immer, wenn es um Probleme im IT-Bereich ging, brachte er sein Fachwissen ein. Als zuletzt über die Frage diskutiert wurde, ob die Stadt den Vertrag für die Liveübertragungen aus dem Rat kündigen sollte, um Geld zu sparen, brachte Poguntke den Vorschlag ein, die Stadt möge doch selbst ein Konzept dafür erstellen. Das Angebot könne, ohne größere Kosten zu verursachen, aufrecht erhalten werden. Im Februar wird darüber entschieden.

Nachfolge soll im Februar entscheiden werden

Dasselbe gilt für die Nachfolge Poguntkes. Erste Nachrückerin wäre theoretisch die Studentin Chantal Averibou, die auf der Liste der Linken auf Rang zwei zu finden war. Sie ist aber mittlerweile in den hohen Norden verzogen und scheidet damit aus. Als Nächster käme nach MZ-Informationen Thomas Singer infrage, der von Listenplatz sieben auf Rang drei nach vorne gewählt worden war. Ob der gebürtige Burglengenfelder und staatlich geprüfte Elektrotechniker aber überhaupt noch bereit ist, das Mandat anzutreten, ließ sich am Donnerstag nicht klären. Für Poguntke wäre er vor allem deshalb ein würdiger Nachfolger, weil auch er bei der Kommunalwahl als Mitglied der Satirepartei angetreten war.