„Süßes Leben“ in Neunburgs Stadtpark: La dolce Vita versorgt die Gäste mit Burger und Schnitzel

La dolce Vita bedeutet übersetzt das süße Leben. Auch der Kiosk im Neunburger Stadtpark (Landkreis Schwandorf) heißt jetzt La dolce Vita. Betreiber Angelo Servidio bietet aber nicht nur italienische Speisen und Getränke an.
Er wolle das Lebensgefühl der 80er und 90er Jahre zurückholen, erklärt Angelo Servidio die Wahl des Namens. Die Besucher könnten sich den Aufenthalt im Stadtpark beispielsweise mit einem Aperitif versüßen, meint der 29-Jährige.
Zwischen 17 und 19 Uhr bietet er sogar eine Aperitif-Happy-Hour an, bei der zu den alkoholischen Getränken drei kleine Snacks serviert werden. Der junge Gastronom weiß die Gäste zu begeistern.
Bürgermeister Martin Birner (CSU) zeigte sich bei der kleinen Eröffnung am vergangenen Freitag ebenfalls erfreut. Wenn man den Stadtpark attraktiv halten wolle, müsse auch der Kiosk betrieben werden. Ein Angebot an Essen und Trinken sei wichtig für die Gäste, stand für den Rathauschef fest. Ähnlich sah es Werner Dietrich, Leiter der Neunburger Tourist-Info. Für die familienfreundliche Kommune sei der Stadtpark ein tolles Angebot, das nun durch den offenen Kiosk weiter belebt werden würde.
Anfang des Jahres war die Pacht des Stadtpark-Kiosks neu ausgeschrieben worden. Mit Angelo Servidio konnte die Stadt wohl kaum einen besseren Betreiber finden. Denn Familie Servidio besitzt das Gastro-Gen. Vater Giorgio, der 1979 mit 16 Jahren allein aus Italien nach Deutschland kam und seit 1988 in Neunburg lebt, ist seit 36 Jahren Gastronom in der Pfalzgrafenstadt. Er betreibt in der Vorstadt die Pizzeria La Villa. Bruder Santo ist seinerseits mit einem Food-Truck auf verschiedenen Märkten in der Oberpfalz präsent.
Empfehlung vom Vater
Angelo Servidio ist in den Familienbetrieb von klein auf hineingewachsen, hat seinen Eltern im Restaurant bisher geholfen. Mit dem Kiosk im Stadtpark startet er nun seinen eigenen Betrieb. Man müsse sich mal trauen, selbstständig zu machen, meinte er.
Seine Eltern Giorgio und Giulia sind sehr zufrieden mit der Entscheidung des Sohnes, auch wenn ihnen damit eine helfende Hand im Restaurant verloren geht. Vater Giorgio hatte ihm sogar empfohlen, sich für den Stadtpark-Kiosk zu bewerben. Angelo Servidio musste über das Angebot nicht lange nachdenken.
Erfahrung in der Betreibung eines Kiosks haben die Servidios bereits: Sie waren bis 2022 die Pächter des Imbisses im Freibad. Voriges Jahr blieb er zu, für diese Saison hat die Stadt ebenfalls eine neue Pächterin gefunden.
Bürgermeister Birner dankte dem bisherigen Pächter, der den Kiosk im Stadtpark mehr als zehn Jahren betrieben hat. Vor einigen Monaten hatte er seinen Rückzug angedeutet, weshalb die Stadt auf die Suche nach einem neuen Betreiber für den Kiosk ging.
Geöffnet ist der Stadtpark-Kiosk montags bis donnerstags von 11 bis 14 Uhr sowie von 16 bis 20 Uhr. Freitag und Samstag ist durchgehend von 11 bis 22 Uhr offen und Sonntag von 11 bis 20Uhr.
Kein schlechtes Omen
Dass eine Freiluft-Gastronomie sehr stark vom Wetter abhängig ist, musste Angelo Servidio bereits in den ersten Tagen erleben. Am 13. April öffnete er spontan den Kiosk und wurde an diesem und dem folgenden Sonntag von den Gästen fast überrannt. In der Vorwoche blieb der Imbiss angesichts des regnerischen Wetters geschlossen.
Auch am vergangenen Freitag nieselte es während der kleinen Eröffnung mit dem Bürgermeister. Ein schlechtes Omen sollte dies nicht sein. Martin Birner wünschte dem neuen Betreiber eine erfolgreiche Saison. Ab Mai soll der Kiosk durchgehend geöffnet werden, versicherte Angelo Servidio.
Eine Pizzeria soll der Kiosk aber nicht sein, erklärte er weiter. Er bietet hier ebenso Burger, Schnitzel und Currywurst an. Und jeden Sonntag gebe es eine Spezialität wie Schweinebraten oder Steak, versprach der 29-Jährige. Alle Speisen können von den Gästen auch mitgenommen werden, wies er hin.
Viel im Stadtpark gemacht
In der Vergangenheit hat die Stadt Neunburg einiges im Stadtpark getan. So wurde eine Boulderwand am Generationenspielplatz errichtet. Zuletzt wurde die Minigolfanlage, die Servidio gleichzeitig mit dem Kiosk und dem Bootsverleih betreibt, etwas verschönert. Angelo Servidio hat seinerseits die Schirme erneuert. Auch die Gärtner haben den Stadtpark wieder zum Erblühen gebracht.
Nun soll das Konzept vom Stadtpark-Kiosk aufgehen. Daran arbeitet Angelo Servidio gemeinsam mit seiner Frau Chiara. Die Beiden beschäftigen im Stadtpark-Kiosk noch eine Mitarbeiterin. Und wenn weitere Helfer gebraucht werden, packen auch die Schwiegereltern und die Schwestern mit an.