Neuer Pächter wird gesucht: Wer betreibt künftig den Stadtpark-Kiosk in Neunburg?

Von Jan Lange · 24. Januar 2024 um 17:00

In der heutigen Zeit einen neuen Gastwirt zu finden, ist nicht einfach. Das dachte auch der Bürgermeister von Neunburg im Landkreis Schwandorf, Martin Birner (CSU). Als ihm der bisherige Pächter des Kiosks im Stadtpark, Johann Brunner, mitteilte, dass er aufhören wolle, machte sich Birner sogleich auf die Suche nach einem potenziellen Nachfolger.

Trotz hoher Energiekosten, Personalmangel und steigenden Preisen wegen der Mehrwertsteuer-Anhebung fand sich glücklicherweise ein Interessent, der den kleinen Imbiss am Rande der historischen Altstadt gern betreiben wollte. Mit ihm gab es sogar schon einen Vor-Ort-Termin.

Doch dann erklärte der bisherige Pächter, dass er doch weitermachen wolle. Der Bürgermeister befand sich nun in einer Zwickmühle, wie er selbst sagt. Zum einen wollte er dem jetzigen Gastwirt nicht einfach den Stuhl vor die Tür stellen. Immerhin hatte Brunner den Kiosk viele Jahre erfolgreich geführt. Sein Vertrag, der jeweils für ein Jahr galt, wurde immer wieder verlängert. Der Bürgermeister habe Brunner die Aufgabe seinerzeit schmackhaft gemacht. Bekannt war der Imbiss-Chef für seinen Braten, wie Birner aus eigener Erfahrung weiß. Bis jetzt habe es auch keine Probleme gegeben. „Er hat es gut gemacht“, findet der Rathauschef.

Auch Minigolfanlage und Bootsverleih betreuen

Gleichzeitig war Martin Birner froh, einen neuen Interessenten für den Stadtpark-Kiosk gefunden zu haben. Den wollte er auch nicht vor dem Kopf stoßen.

Und so wurde die Aufgabe als Pächter kurzerhand ausgeschrieben. Bis zum 1. Februar 2024 können sich Interessenten bewerben. Dem neuen Pächter obliegt darüber hinaus die Betreuung der Minigolfanlage und des Bootsverleihs.

Interessenten sollten ihrer Bewerbung auch das geplante Speisen- und Getränkeangebot sowie gegebenenfalls weitere Planungen für Veranstaltungen und den Kiosk beilegen. In der Vergangenheit hatte sich der Pächter unter anderem an der Neunburger Wiesn, dem Mittelaltermarkt oder dem Johannisfeuer beteiligt.

Martin Birner hält dies für ein „faires Verfahren“. Jeder könne nun sein Interesse bekunden – sowohl der bisherige Gastronom wie auch der Neue. Natürlich könne auch jeder andere Interessent eine Bewerbung abgeben, betont der Rathauschef. Er hat deshalb auch keine Angst, dass sich bis Anfang Februar niemand bewirbt.

Johann Brunner bestätigt gegenüber der Mittelbayerischen, dass er sich wieder als Pächter des Stadtpark-Kiosks bewerben werde. Und er bestätigt auch, dass er zwischenzeitlich über einen Rückzug nachgedacht habe, nun aber doch weitermachen wolle.

Bisheriger Pächter will nicht nur eine Saison weitermachen

Der Kiosk habe vor seiner Zeit als Pächter viele Alkoholiker angezogen, meint Brunner. Er habe Jahre gebraucht, um den kleinen Imbiss zu einem beliebten Anlaufpunkt aufzubauen, fügt der 64-Jährige hinzu.

Nun befürchtet er, dass es innerhalb kurzer Zeit wieder bergab mit dem Kiosk gehen könnte. Vor allem deshalb habe er sich dazu entschieden, doch noch einmal „seinen Ring in den Hut zu werfen“.

Trotz seiner 64 Jahre will er nach eigener Aussage nicht nur eine Saison weitermachen, sondern plane, den Kiosk länger betreiben zu wollen. Er werde in seiner Bewerbung einen Ruhetag – und zwar am Montag – vorschlagen.

Ob er damit die Neunburger Stadträte überzeugen kann, wird sich nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist zeigen. In der Ausschreibung hatte die Stadt vorgegeben, dass in der Saison von April bis September der Kiosk und die beiden Freizeitangebote täglich geöffnet sein müssen.

Wenn sich der Stadtrat für einen anderen Bewerber entscheiden würde, dann „ist es halt so“, meint Brunner. Sollte es dazu kommen, würde er die die Gerätschaften, die fast alle sein Eigentum seien, gern dem neuen Pächter zum Kauf anbieten. Natürlich hofft der 64-Jährige aber immer noch, selber zum Zug zu kommen.

Wer auch immer am Ende den Zuschlag vom Stadtrat bekommt, Bürgermeister Birner ist wichtig, dass der Kiosk weiterbetrieben wird und es ein gastronomisches Angebot im Stadtpark gibt. Denn die Stadt habe in den vergangenen Jahren einiges in den Stadtpark investiert. So wurde beispielsweise auch eine E-Ladestation errichtet.