Ampel-Gegner prallen in Regensburg auf massiven Protest – Mehrere Polizisten verletzt

Von Philip Hell · 21. April 2024 um 19:09

Hitziger Nachmittag in der Regensburger Altstadt: Am Sonntag prallten zwei Demonstrationen aufeinander. Ein Aufzug von Gegnern der Ampel-Regierung wurde begleitet von zahlreichen Gegenprotestierenden. Bei Aufeinanderstößen wurden Polizisten verletzt. Zwei Menschen wurden festgenommen.

Die etwa 50 Ampel-Gegner versammelten sich gegen 14.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Schon eine Dreiviertelstunde zuvor kamen etwas abseits davon rund 200 Menschen zu einer Kundgebung zusammen, die von der Initiative gegen Rechts angemeldet worden war. Redner kritisierten die Kundgebung der Ampel-Gegner. Dort marschierten Rechtsextremisten mit, betonten sie. „Hass und Hetze haben hier nichts verloren“, sagte eine Rednerin.

Massiver Gegenprotest in Regensburg

Den Vorwurf des Rechtsextremismus wies die Veranstalterin der Anti-Ampel-Demo weit von sich. In einer Ansprache auf dem Bahnhofsvorplatz ging sie auf verschiedene Fälle von Ausländerkriminalität ein. „In den letzten Wochen war eine Schlagzeile schockierender als die andere.“ Kriminelle Flüchtlinge werde man nicht mehr los.

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Um Punkt 15 Uhr setzte sich die Demonstration der Ampel-Gegner untermalt von Trommeln und Trompeten in Bewegung. Begleitet von zahlreichen Polizeikräften und Gegendemonstranten zogen sie durch die Maximilianstraße. Die Beamten sicherten die Gassen, um zu verhindern, dass sich Protestierende dem regierungskritischen Umzug in den Weg stellten. Solche Blockade-Aktionen hat es bei vergleichbaren Demonstrationen in den vergangenen Monaten immer wieder gegeben.

Auch diesmal wurde es relativ schnell hitzig: Protestierende gegen den regierungskritischen Umzug näherten sich in größerer Zahl am Domplatz. Die Polizei schirmte die Anti-Ampel-Demonstration ab, dabei zogen Beamte vereinzelt Schlagstöcke.

Am Sonntag waren aufgrund des wechselhaften Wetters verhältnismäßig wenige Passanten unterwegs. Die meisten schienen überrascht von der Aufregung in der Altstadt. Einige zückten das Handy, um Fotos zu machen. Die wenigen Café-Besucher, die es im Nasskalten aushielten, blickten etwas erstaunt drein. Als sich die Anti-Ampel-Demonstration ihren Weg durch die Gesandtenstraße bahnte, blickten einige Altstadtbewohner aus ihren Fenstern. Verdutzte Passanten wurden von der Polizei zurückgehalten, bis die Anti-Ampel-Demo vorbeigezogen war.

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Auf dem annähernd menschenleeren Bismarckplatz hielt der Protestzug zu einer kurzen Zwischenkundgebung. Umringt von Gegendemonstranten kündigte die Veranstalterin des Anti-Ampel-Protests an, einen Verein gegen Linksextremismus ins Leben rufen zu wollen.

Die Kundgebung zog über den Bismarckplatz weiter in Richtung Donau. Dort wurden sie in der Keplerstraße von etwa 30 Gegendemonstranten erwartet. Brenzlig wurde es auf Höhe der Steinernen Brücke in der Thundorferstraße. Dort hatten sich etwa zehn Personen auf den Asphalt gesetzt, um den Anti-Ampel-Demonstrationszug zu blockieren. Die Protestierenden ließen sich nicht dazu bewegen, die Straße zu räumen, weshalb sie von Polizeikräften weggetragen wurden. Die regierungskritische Demonstration musste etwa eine Viertelstunde warten.

Zwei Festnahmen nach Demo-Sonntag in Regensburg

Auch auf dem Weg zur Abschlusskundgebung auf dem Schwanenplatz kam es immer wieder zu Blockadeversuchen – diese blieben allerdings ohne Erfolg. Gegen 16.30 Uhr löste sich die Demonstration auf. Ein Redner betonte zum Abschluss: „Wir kommen wieder.“ Allerdings kam es auch nach Ende der Kundgebung immer wieder zu kleineren Wortgefechten.

Am Abend zog die Polizei Bilanz. Aus den Reihen der Gegendemonstranten habe es zwei tätliche Angriffe auf Beamte gegeben. Drei Polizisten seien hierdurch leicht verletzt worden. Zwei Personen seien aufgrund dieser Angriffe vorläufig festgenommen worden, sagte Polizeisprecherin Kerstin Stolze. Ein Gegendemonstrant wurde in Gewahrsam genommen.

Etwa 50 Anti-Ampel-Demonstranten zogen gestern durch die Altstadt. Fotos: Philip Hell
Begleitet wurde der Protest von zahlreichen Gegendemonstranten.