Iran und Indien: Tony Lindners Motorradreise führte ihn an Orte, die selten ein Tourist sieht

Von Xaver Bräu · 18. April 2024 um 16:00

Eine außergewöhnliche Motorradtour hat Tony Lindner unternommen: Sie führte ihn unter anderem in den Iran und nach Pakistan an Orte, die selten ein Tourist sieht. Zehntausende Kilometer war er dabei mit seinem Zweirad unterwegs.

Tony Lindner, der seit über 40 Jahren Motorrad fährt, war vor kurzem zehn Monate auf Tour mit seiner BMW R80 GS 1981 – die Reise führte ihn unter anderem in den Iran, nach Indien sowie nach Australien.

Mit 15 Jahren begann bei Lindner die Leidenschaft für das Zweirad. Zuerst Mofa, Moped, mit 18 Jahren Motorrad. 1984 wollte er mit zwei Freunden per Zweirad nach Westafrika – was aber vorzeitig scheiterte, da die XT 550 einen Motorschaden in der Wüste hatte – da ging es per Anhalter bis Ghana.

1988 flog er mit der XT 550 in die USA und fuhr 30000 Kilometer quer durch Nordamerika. Die Tour hat er 1991 (60000 Kilometer) zum zweiten Mal gewagt.

Die jüngste Fahrt begann am 13. Mai und führte von Wiesthal/Roding nach Indien und Australien. Lindner fuhr zunächst nach Österreich und dann auf der Balkanroute (Kroatien, Montenegro, Albanien und Griechenland). In Griechenland hat er nebenbei seinen Sohn Johannes, auch mit dem Motorrad, angetroffen, der aus Tadschikistan gekommen ist.

Nachdem Lindner die Türkei durchfahren hatte und zur Grenze nach Georgien gekommen war, passierte die erste Reifenpanne. Nach weiteren Pannen wurde eine Felge nach Georgien geschickt. In Tiflis konnte er die neue Felge, die nach drei Tagen per Flugzeug kam, dann entgegennehmen.

Wiedersehen nach 32 Jahren

Ohne Pannen ging es weiter nach Armenien, vorbei am Fuße des Berges Ararat. Die Reise führte noch in den Iran, wo es weit über 40 Grad hatte. Trotz der Warnung des Auswärtigen Amtes, den Iran nicht zu bereisen, war es, wie letztes Mal schon, ein sehr sicheres und vor allem gastfreundliches Land, berichtet Lindner.

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Ein Wiedersehen fand in Tabris statt: Lindner traf nach 32 Jahren den Mechaniker, der ihm damals seine BMB repariert hatte. Weiter ging es über die heiligen Städte wie Hamadan, Qom, Esfahan, Persepolis, Shiraz und zur Wüste Dascht-e Lut, mit über 50 Grad.

Von Bam ging es dann zum Persischen Golf nach Bandar Abbas und zur Grenze nach Taftan/Pakistan. Ab Pakistan wurde Lindner schwer bewacht, bis Islamabad durch Levys eskortiert, Mitglieder einer paramilitärischen Einheit. Sie bieten Schutz vor den Taliban.

Aufwärts ging es durch Kashmir bis zur chinesischen Grenze. Angekommen am Khunjerab-Pass (über 5000 Meter hoch) führte der Weg wieder zurück nach Skardu. Am Fuße des Nanga Parbat, der 8126 Meter hoch ist, ging es zurück nach Islamabad und weiter nach Lahore zur Grenze nach Indien. Die einzige Grenze zwischen Pakistan und Indien ist laut Auswärtigem Amt für Deutsche gesperrt, aber es hat trotzdem geklappt, berichtet Lindner.

Die erste Stadt, die er in Indien besuchte, war Amritsar (Goldener Tempel), dann ging es über Srinagar und die Berge nach Leh, Khardung La, Manali nach Rajasthan und dann nach Bombay (22000 Kilometer). Dort wurde das Motorrad nach Perth in Australien verschifft. Während das Motorrad unterwegs war, kam Besuch von der Familie mit dem neugeborenen Enkel nach Goa. Sechs Wochen später ging es nach Aus-tralien. In Perth haben sich Fahrer und Motorrad wieder getroffen.

Enkel in Goa getroffen

Die Reise ging von Perth über Nullarbor Plain, Kangaroo Island, Oodnadatta Track Outback zum William Creek Road House. Weiter führte die Route nach Melbourne, Sydney, durch Queensland und an der Küste entlang zurück nach Sydney, wo das Motorrad nach 18000 Kilometer n in Australien nach Deutschland verschifft wurde.

„Es war wieder eine interessante Reise durch viele Länder und Kulturen, die zwar sehr anstrengend, aber lohnenswert war“, so Linders Fazit.

Das Motorrad

Erste Enduro mit Mehrzylindermotor: Die BMW R 80 G/S war ein Motorradmodell der Bayerischen Motoren Werke. Sie war die erste Enduro mit Mehrzylindermotor und die erste Serien-BMW mit Einarmschwinge.

Leistungsstark und schwer: Ihr Boxermotor mit 797 cm³ Hubraum und 37 kW (50 PS) Leistung stammte modifiziert aus der BMW R 80/7. Damit war sie zum Zeitpunkt der Einführung die leistungsstärkste, aber auch schwerste Enduro. BMW stieg mit ihr wieder in den Geländerennsport ein und siegte 1981, 1983, 1984 und 1985 bei der Rallye Paris-Dakar.

Im Jahr 1980 vorgestellt: Das Motorrad wurde im September 1980 in Avignon der internationalen Presse vorgestellt.

In Spandau gebaut: Von 1980 bis 1987 wurden 33.247 R 80 G/S im BMW-Werk Berlin in Spandau hergestellt.

Design von Karl Heinz Abe: Das Design der G/S wurde von Karl‐Heinz Abe entwickelt, das in der R9T Urban G/S wiederbelebt wurde. Der Marketingleiter Heino D. Würfel bezeichnete die R80 G/S als „universell nutzbares Freizeitinstrument für neue Erlebnisformen“.

Die Nachfolgemodelle: Die Nachfolgemodelle waren die R 80 GS und R 100 GS mit Paralever sowie die R 65 GS mit Monolever.

Es ging auch bis an die chinesische Grenze.
Der Rodinger neben einem voll beladenen Marmor-Lkw im Iran
Tony Lindner mit dem iranischen Mechaniker, den er nach 32 Jahren wieder getroffen hat.