In Berching entstehen neue Kita-Plätze: Doch nicht alle Eltern sind darüber glücklich

Von Bernhard Neumayer · 17. April 2024 um 19:00

In Berching fehlen Kindergartenplätze. Deshalb plant die Stadt, ab September mindestens eine zusätzliche Gruppe anzubieten. Doch der Standort ist umstritten.

Wie in anderen Gemeinden im Landkreis Neumarkt fehlen auch in Berching Betreuungsplätze für Kinder. Das habe eine neueste Umfrage ergeben, wie Bürgermeister Ludwig Eisenreich am Dienstagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mitteilte. Deshalb plant die Stadt, zusätzliche Kindergarten-Plätze in Holnstein einzurichten. Das wiederum bringt Eltern aus Plankstetten wenig.

„Das Thema kocht in Plankstetten“, sagte Madlen Preischl, eine betroffene Mutter aus Plankstetten nach der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie bei Josefa Dütsch und Maria Götz besucht ein Kind von Preischl bereits den Kindergarten in Plankstetten. Die Mütter möchten jeweils ein zweites Geschwisterkind im neuen Kindergartenjahr im September in Plankstetten anmelden. Ob sie einen Platz bekommen, ist aber noch unklar.

Träger: „Eltern werden bald informiert“

Roland Pachner, Geschäftsführer des Trägers der Einrichtung, der Katholischen Kitas Oberpfalz gGmbH, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob die Geschwisterkinder der drei Mütter einen Platz in Plankstetten bekommen. „Die Eltern sollen aber zeitnah Bescheid bekommen“, sagte Pachner auf Nachfrage.

Grundsätzlich teilte der Geschäftsführer der gGmbH mit, dass die Chancen allgemein gut stünden, einen Kindergartenplatz zu bekommen. Denn die Eltern haben einen Anspruch darauf. Allerdings sei die Frage, ob sie einen Platz in Plankstetten, Holnstein oder anderswo erhalten.

Die drei Mütter aus Plankstetten würden ihr zweites Kindergartenkind natürlich am liebsten in der Einrichtung anmelden, zu der sie ihr erstes Kind ohnehin bringen müssen. „Dass es jetzt in Holnstein zusätzliche Plätze geben soll, hilft uns gar nichts“, sagte Josefa Dütsch. Holnstein liege überhaupt nicht auf ihrem Weg.

Roland Pachner weiß um die Diskussionen in Plankstetten, zumal er das Thema jüngst bei einem Elternabend in Plankstetten diskutiert hat. Er freut sich, dass die Stadt sich bereiterklärt, die Räume in der Schule Holnstein zur Verfügung zu stellen. Diese werden schon jetzt als Übergangsquartier von Kindern genutzt, bis der sanierte Kindergarten in Holnstein fertig ist. Sobald dieser saniert ist, ziehen die Kinder um.

Kita: Übergangs-Gruppe in Holnsteiner Schule

In die frei werdenden Räume in der Schule soll ab September mindestens eine zusätzliche Gruppe einziehen. „Wenn es der Bedarf hergibt und die Personalsituation der gGmbH erlaubt, könnte dort auch eine zweite Gruppe betreut werden“, sagte Eisenreich.

Dass die Mütter aus Plankstetten davon wenig profitieren, weiß Pachner aber auch. „Ich verstehe, wenn sie ihr Geschwisterkind auch im Heimatdorf unterbringen wollen.“ Man sei um gute Lösungen bemüht. Man müsse sich die Einzelfälle anschauen und versuche, die Bedürfnisse der Eltern zu befriedigen.

Eltern aus Plankstetten vermissen Bereitschaft des Trägers

Diesen Eindruck hatten die drei genannten Eltern nach dem Elternabend allerdings nicht, wie sie sagen. „Wir wären bereit, dem Träger entgegenzukommen, aber wir sehen dort keine Bereitschaft“, sagte Maria Götz.

Die Mutter könne sich etwa vorstellen, dass sich zwei Kinder einen Kindergartenplatz teilen. Das eine Kind kommt etwa an drei Tagen, das andere an zwei. In der Folgewoche wird gewechselt. Aus verwaltungstechnischen und pädagogischen Gründen habe der Träger aber entschieden, kein Platz-Splitting anzubieten, sagte Pachner auf Anfrage zu diesem Vorschlag.

Eine andere Idee, die sich die Mütter vorstellen könnten, wäre, die zwei Gruppen (á 25 Kinder) um je zwei Kinder aufzustocken. Grundsätzlich könne man eine Überbelegung beantragen, sagte Pachner. „Aber das machen wir nur in Grenzfällen, wenn die Kinder woanders nicht unterkommen.“

Kitas Oberpfalz gGmbH ist Träger der Einrichtungen in Berching

Wie viele Plätze frei werden und wie viele Anmeldungen es für die Einrichtung in Plankstetten für September 2024 gibt, könne Pachner derzeit nicht sagen. Die Auswertung laufe noch. Ganz grundsätzlich sagt er aber, dass es durchaus Konstellationen geben könne, bei denen Eltern zwei Einrichtungen in verschiedenen Orten anfahren müssen.

Eine Aussage, die betroffene Eltern ungern hören. „Über die Kirchenstiftung lief das alles besser“, sagte Josefa Dütsch. Doch seit September 2021 ist die Kita gGmbH Träger aller Kitas in Berching – abgesehen von Pollanten. Dort ist weiterhin die Kirchenstiftung Träger.

Für alle weiteren Einrichtungen hat der Hauptausschuss am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, den Betriebsvereinbarungen mit der gGmbH zuzustimmen.