„Das ist historisch“: Schabmüller-Beschäftigte stimmen über Erzwingungsstreik ab

Der bundesweite IG Metall-Vorstand stimmte am Dienstag dem Antrag auf eine Urabstimmung und einen Erzwingungsstreik bei der Firma Schabmüller in Sollngriesbach (Stadt Berching, Landkreis Neumarkt) zu. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg erklärt, wie es für die Mitarbeiter nun weitergeht.
„Das ist historisch“, sagt Irmischer über die Tragweite dieser Entscheidung. Denn im Rahmen von Haustarifverhandlungen sei der bevorstehende Erzwingungsstreik der erste im Bereich der IG Metall Regensburg. „Erzwingungsstreiks hatten wir bei der IG Metall zuletzt 1995 und zuvor 1956“, ordnet Irmischer ein.
Vor knapp 30 Jahren sei aber nicht nur ein Betrieb beteiligt gewesen. 1995 seien mehrere Unternehmen in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie betroffen gewesen.
In den aktuellen Verhandlungen geht es nur um ein Unternehmen – um die Beschäftigten des Elektromotoren Herstellers Schabmüller.
Für die Mitarbeiter in Sollngriesbach fordert die IG Metall mehr Geld. Konkret sollen die beschäftigten IG Metall-Mitglieder einen Tarifvertrag analog des Flächentarifvertrags der bayerischen Metall- und Elektroindustrie erhalten.
Beschäftigte der Firma Schabmüller streikten 24 Stunden lang
Doch die Verhandlungen stocken nach Angaben von IG Metall seit mehreren Wochen. Mitte März stellten daraufhin rund 450 der 500 Beschäftigten in Sollngriesbach die Arbeit für drei Stunden ein. Vergangene Woche zündeten Mitarbeiter und Gewerkschafter die nächste Stufe – mit einem 24-Stunden-Streik. „Danach haben wir dem Arbeitgeber drei Verhandlungstermine vorgeschlagen“, sagt Irmischer. Keiner davon sei angenommen worden.
Urabstimmung bei Schabmüller: Wahllokal ist das Schützenhaus in Sollngriesbach
Deshalb sind die IG Metall-Mitglieder der Firma Schabmüller (laut Irmischer ist das der Großteil des Unternehmens) nun aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sie bereit sind, in den Erzwingungsstreik zu treten. Das Wahllokal (Schützenhaus Sollngriesbach) ist von Donnerstag (3 Uhr) bis Freitag (22 Uhr) geöffnet – damit auch Früh- und Spätschicht wählen können.
Wenn mindestes 75 Prozent der Wahlberechtigten für einen Erzwingungsstreik stimmen, „werden wir Anfang kommender Woche das Streikzelt wieder aufbauen“, sagt Irmischer. Der Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg sei felsenfest davon überzeugt, die benötigten 75 Prozent „deutlich zu überschreiten“. Denn die Belegschaft sei gefrustet, dass der Betrieb die Warnsignale nicht wahrnehme.
Streik bei Schabmüller: IG Metall will verhandeln
Ob es tatsächlich zu einem Streik auf unbefristete Dauer kommt, ist noch unklar. Auch wie lange ein möglicher Streik dauert. „Mein liebstes Ziel wäre es ohnehin, dass wir es ohne Streik hinbekommen“, sagt Irmischer. Dafür müsse aber der Arbeitgeber auf die Forderungen der IG Metall eingehen.