Tote Wölfe aus dem Landkreis Schwandorf geben weiter Rätsel auf – Kadaver wurden untersucht

Zuletzt wurden auf der A93 im Landkreis Schwandorf zwei männliche Wölfe überfahren. Schnell kam die Frage auf, ob es sich bei den Raubtieren um Geschwister handelt.
Woher die beiden kamen und ob sie verwandt waren, interessierte auch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU). Es gab eine Untersuchung in Auftrag. Dafür wurden die Kadaver an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin geschickt. „Die Proben zur genetischen Untersuchung werden bereits von den Verantwortlichen der Bundesländer vor Ort genommen und separat direkt nach Gelnhausen eingeschickt“, erklärte Claudia Szentiks vom Leibniz-Institut auf Anfrage.
Ergebnis der Analyse: Keine Zuordnung möglich
Nach der Analyse übermitteln das Senckberg Forschungsinstitut in Gelnhausen und das Berliner Institut die Ergebnisse an die Behörde. „Beide Tiere waren bisher in Deutschland noch nicht genetisch erfasst. Im Rahmen der genetischen Analyse war bei beiden Tieren jedoch kein Herkunftsrudel ermittelbar und somit auch keine Aussage zu einer möglichen Verwandtschaft möglich“, teilte ein Sprecher des LfU mit. Dass die Rüden noch nicht erfasst wurden, könnte daran liegen, dass es sich noch um Jungtiere handelte.
Nicht immer eigne sich die genetische Probe für eine Analyse. „Sollte es im Falle eines stark verwesenden Kadavers Probleme bei der genetischen Zuordnung geben, können wir immer noch eine weitere Probe gewinnen und den Kollegen in Gelnhausen übermitteln“, erklärte Szentiks. Bei der Untersuchung des Kadavers werden zudem Proben für weitere Forschung von Kooperationspartnern, wie etwa dem Friedrich-Loeffler-Institut, genommen.
Monitoring von Wölfen
Das Wildtiermanagement große Beutetiere vom LfU beobachtet die Wölfe und kategorisiert Meldungen in drei Klassen: Klasse C1, in die auch die Schwandorfer Funde gehören, umfasst Fakten und Nachweise wie Lebendfang, Totfund, genetischer Fingerabdruck, Bildmaterial oder auch Telemetrieortung.
Unter C2 versteht das LfU bestätigte Hinweise durch eine erfahrene Person oder bestätigte Ereignisse wie Risse oder Spuren. Zu C3 gehören unbestätigte Angaben, wie zum Beispiel eine Sichtung ohne Bildmaterial. Das LfU führt auf seiner Internetseite Einzelnachweise zu Fällen des laufenden Monitoringjahres.