Europe Direct-Büro Furth im Wald kämpft für den Erhalt der Demokratie

Am 9. Juni finden Europawahlen statt. Erstmals darf ab 16 Jahren gewählt werden. Damit dies auch möglichst viele Jugendliche tun, hat das Further Europe Direct Büro zusammen mit Partnern vor Ort eine Demokratieoffensive mit einigen Aktionen geplant.
„Die Demokratie ist das höchste Gut, das wir in Deutschland und Europa haben, das gilt es zu schützen“, sagt Karin Stelzer, die das Europe-Büro leitet.
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Vor den Wahlen will man daher ohne zu werten möglichst umfassend informieren, was Europa so wichtig für alle macht. Die geplanten Aktionen stehen dabei unter den beiden Mottos: „Nutze Deine Stimme“ und „Wähle eine demokratische und europafreundliche Partei.“
Demokratiebildung wichtig
Um sich möglichst breit aufzustellen und maximale Wirkung zu erzielen, hat sich das Europe Direct-Büro mit dem Pädagogischen Bildungszentrum (PBZ) und der Further Kultwerkstadt zwei kompetente Partner ins Boot geholt. Manuela Schambeck, PBZ-Leiterin für den Bereich Fachakademie und Sozialpädagogik , betonte, dass Demokratiebildung ein großes Thema auf dem Lehrplan sei. „Die Studierenden brauchen das Know-how für ihre spätere Arbeit. Sie müssen das Wissen an die Kinder in den Einrichtungen weitergeben.“ Ähnlich sieht es Isabella Weiß, die im PBZ die Berufsfachschule für Kinderpflege leitet. „Wir sprechen die Zielgruppe an, die in diesem Jahr erstmals wählen gehen darf.“ Sie setzt ebenfalls auf die politische Bildung ihrer Schützlinge. „Wer mehr weiß, kann sich besser eine eigene Meinung bilden.“ Sie findet die Aktion ist „eine tolle Sache. Hoffentlich steigt die Wahlbeteiligung.“
Melanie Neumann, Lehrkraft für Politik am PBZ und Mitglied des Vereins Kultwerkstadt, erläuterte im Anschluss die Europa-Schnitzeljagd als zentrale Veranstaltung der Europa-Wochen vor der eigentlichen Wahl. Stelzer berichtete, dass mit den Vorbereitungen schon im vergangenen Jahr begonnen worden ist. „Wir haben ein großes Netzwerk gesponnen. Es ist wichtig, dass wir so viele junge Menschen wie möglich erreichen.“
Sollte es nicht gelingen, Wählern klar zu machen, dass Demokratie das höchste Gut ist, „laufen wir ganz stark Gefahr, dass es sie irgendwann nicht mehr gibt.“ Gerade jungen Leuten, die andere Zeiten nicht erlebt haben, sei häufig nicht klar, was ein geeintes, demokratisches Europa bedeutet. Reisefreiheit, eine gemeinsame Währung und vieles mehr. Gerade auch im PBZ wäre eine Einschränkung der Reisefreiheit deutlich spürbar. Schambeck verweist auf das Erasmus-Plus-Programm, bei dem Studierende zwei Mal für drei Wochen ein Auslandspraktikum machen können. „Das funktioniert nicht, wenn man nicht reisen darf oder eine Partei am Ruder ist, die solche Ausflüge nicht erlaubt.“ Der Vorteil dieser Auslandsreisen sei auch, dass die jungen Leute am eigenen Leib erfahren, was es heißt, Ausländer zu sein. „Das weitet den Blick, viele empfinden sich danach nicht mehr nur als Deutsche, sondern als Europäer.“
Wählen gehen bedeutet in Stelzers Augen, über wichtige Fragen, wie Klimawandel, Sicherheit und Schutz von Grundrechten mitzubestimmen. „Wählen gehen ist das höchste Privileg in einer Demokratie“, so Stelzer.
Europa ein Gesicht geben
Neben der Europaschnitzeljagd findet vom 2. Mai bis 7. Juni eine Ausstellung „Freiheit und ich“ im Georgsaal statt und es gibt einen politischen Tag im PBZ (7. Mai) mit dem Europakandidaten Jonas Strasser. Mit ihm und auch mit den Statements der Landes- und Bundestagsabgeordneten der Region möchte man Europa ein Gesicht geben.
Europaschnitzeljagd
Am 4. Mai startet die Europaschnitzeljagd. Der Startschuss für Jugendliche ab zwölf Jahren erfolgt um 10 Uhr am Rathaus. An verschiedenen Stationen gibt es Informationen zum Thema Europa. So wird auch erklärt, dass Drache Fanny nur über EU-Fördermittel verwirklicht werden konnte. An jeder Station kann man Fragen beantworten. Später findet im Rathaus eine Probe-Europawahl statt. Die Teilnahme ist kostenlos, ein Handy muss mitgenommen werden. Anmeldung bis 28. April unter laura@kultwerkstadt.de.