Wo das Rost-Virus grassiert: Paradiesgarten in Mappach hat rund um die Uhr geöffnet

Von Lisa Steigerwald · 13. April 2024 um 19:00

Über das rostige Gartenparadies in Mappach wacht ein Starenvogel namens Tom. Zu finden sind er und das Eldorado dort, wo die Welt zu Ende ist und eine Schotterstraße zu einem alten Einödhof führt. Besucher erwarten unter anderem Blumenstecker, kunstvolle Gartendeko, Pavillons und Rankhilfen – Hauptsache rostig.

Die Gartenartikel von Franz und Christine Wacker sind überregional beliebt. „Wir haben Kundschaft aus ganz Deutschland und Österreich“, erzählen die begeisterten Handwerker. Bekanntheit erlangte das Ehepaar laut eigenen Angaben unter anderem durch günstige Ware und viele Auftritten auf Messen in Deutschland und Österreich.

So wird die Kunst hergestellt

„Die meisten Werke kommen aus unserer eigenen Werkstatt in Straßkirchen bei Straubing“, betont der 57-Jährige. Mit einem Plasmaschneider wird das Metall ausgeschnitten und anschließend mit einem speziellen Mittel besprüht oder getaucht. Es dauert etwa eine Nacht, bis das Metall die gewünschte Patina entwickelt habe.

Der Aufwand für ein Kunstwerk sei ganz unterschiedlich: Es hängt unter anderem davon ab, wie viele Biegungen benötigt werden. Neben dem rostigen Sortiment ergänzen Glasfiguren von einem Freund und bunte Windräder das Angebot in den Paradiesgärten.

Ein Tipp, wenn das Rost-Virus zuschlägt

„Viele packt das Rost-Virus“, sagt der 57-Jährige. Ein Tipp: „Wenn der Garten voll ist, die Deko einfach zum Nachbarn stellen. Der freut sich sicher.“ Viele hätten sich Ecken mit der rostigen Kunst eingerichtet. „Themenbezogen ist es meist vor der Haustür“, erzählt Christine Wacker und meint damit Weihnachtsmänner, Osterhasen und Co.

Neben der 5000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche in Mappach gibt es einen Garten in Haselbach und in Furth bei Bogen – weitere in Freyung und in Ellingen sollen folgen. Mit einer Flutlichtanlage kann auf den Flächen 24 Stunden täglich eingekauft werden.

Selbstbedienung ist im Paradiesgarten erwünscht

Das geht nur mit Selbstbedienung. Zum Bezahlen wird das Etikett mit Geld in den Briefkasten am Haus geworfen. „Das gesamte Gelände ist videoüberwacht. Bisher haben nur ganz wenige versucht, etwas zu stehlen“, sagt die 57-Jährige. Doch wer kauft spät in der Nacht ein? Kundschaft zur späten Stunde seien vor allem Schichtarbeiter.

Einen Trend für das Gartenjahr können die beiden nicht verkünden. Aber neu im Sortiment – und nicht nur der Liebling von Franz Wacker – ist die „Eule auf Ast“, und auch die klassischen Rosenbögen bleiben bei den Kunden beliebt. Die Wackers sind sich sicher: Das rostige Geschäft wird auch weiterhin boomen.

Die „Eule auf Ast“ ist bei den Kunden beliebt. Foto: Lisa Steigerwald
5000 Quadratmeter voll rostiger Gartenkunst Foto: Lisa Steigerwald
Auch bunte Windräder hat das Paar im Sortiment. Foto: Lisa Steigerwald