Geplanter Verkauf des VfL-Geländes in Kelheim: Dafür plädieren die betroffenen Vereine

Seit knapp einem Monat ist bekannt, dass Kelheim Fibres das Areal des VfL verkaufen will. Darauf hoffen an die 2000 Breitensportlerinnen und -sportler, Jung und Alt.
Der geplante Verkauf des VfL-Geländes in Kelheim hat im Osten der Kreisstadt Schockwellen ausgelöst. Verebbt sind die noch lange nicht. Zumal vieles derzeit unklar ist.
Persönlich mit der Mittelbayerischen sprechen wollen die betroffenen Vereine derzeit nicht. Die Vorsitzenden haben ihre Sicht, Wünsche und Sorgen aber schriftlich formuliert:
„Da wir als Vereinsvorstände, der auf dem Gelände der Kelheim-Fibres in der Abensberger Straße in Kelheim-Affecking ansässigen Vereine, der VfL Kelheim, das LTT Kelheim, der RSC Kelheim, die SG Grün-Weiß Kelheim und der BC Kelheim keine genaueren Angaben zur allgemeinen Situation machen können, wollten wir den Weg einer Pressemitteilung gehen.
Uns wurde vor ca. vier Wochen mitgeteilt, dass unser Verpächter, die Kelheim Fibres vorhat, das Gelände, auf dem wir ansässig sind, zu veräußern und das Vorkaufsrecht unserer Stadt Kelheim eingeräumt wurde.
Sie können sich ja vorstellen, dass es ein Schock für alle Beteiligten war, denn unser Pachtvertrag mit Kelheim Fibres hat zwar eine kurzfristige Kündigungsklausel, jedoch hatte niemand jemals vermutet, dass es zu solch einer Situation, durch die Energiekrise und der von Kelheim Fibres angestrebten Energietransformation kommen wird.
Dass unsere Stadt Kelheim das Gelände von Kelheim Fibres erwerben sollte, um die Produktion am Standort zu sichern und dahingehend natürlich auch die ca. 1000 Arbeitsplätze, steht außer Frage!
Soziale Funktion der Vereine
Jedoch sind wir als Breitensportvereine mit knapp 2000 Mitgliedern, ebenso ein sozialer Aspekt, der nicht minder erwähnt werden sollte.
Dahingehend ist eine vorgeschlagene Lösung der Verlagerung unserer Sportstätten ein löblicher Ansatz, jedoch bei allem Respekt, nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir als betroffene Vereine, plädieren dafür, eine Lösung zu finden, um auf dem Areal im Osten, wo sowieso bereits die meisten Sportstätten sind, zu verbleiben.
Jedoch die Alternativlosigkeit, uns allen mitzuteilen, dass aus insgesamt 51.500 Quadratmetern Gewerbegebiet werden müsse und kein Plan B existiere, außer der Umsiedlung, die aber den Bau der neuen Sportstätten durch die einzelnen Vereine beinhalten würde, wollen und können wir alle nicht akzeptieren.
Zumal nur ca. 20.000 Quadratmeter nötig wären, allen unseren Vereinen das Fortbestehen auf Ihrem Gelände zu sichern.
Die hier genannten Statements und Bitten, haben wir durch VfL-Vorstand Tobias Müller, in der Jahreshauptversammlung am 21. März, unserem Herrn Bürgermeister Christian Schweiger und den anwesenden Stadträten mit auf dem Weg gegeben.
Allen, die in diesen Restrukturierungs-Prozess involviert sind, können wir nur Besonnenheit, Fairness und die richtigen Überlegungen zum Erhalt unserer ,Heimat’ wünschen.
Vereinszukunft ermöglichen
Schade, dass diese Situation überhaupt durch die Energie-Krise und Wirrungen der letzten Zeit entstehen musste, jedoch sollten wir alle daran arbeiten, dass auch unseren Kindern und deren Familien, eine Zukunft bei unseren Vereinen ermöglicht wird.“ Unterzeichnet haben die schriftliche Antwort an unsere Zeitung Tobias Müller (Vorsitzender des VfL), Reinhard Ehrl (Vorsitzender des Latein-Tanz-Teams), Thomas Kellerer (Vorsitzender des RSC), Nils Dorner (Vorsitzender des Billard-Clubs) und Stefan Kühn, 1. Schützenmeister der Sportschützengemeinschaft Grün-Weiß.
Was alles über die vergangenen Jahrzehnte auf dem Affeckinger Gelände gewachsen ist und was für die Breitensportler auf dem Spiel stehen könnte, ließ sich zuletzt an der Tageordnung der VfL-Jahresversammlung ablesen. Dabei hatte es Berichte gegeben zu Beachvolleyball, Billard, Leichtathletik, Turnen, Gymnastik, Badminton, Power-Workout, Eltern und Kind, Yoga, vom Löschteich- und Sauna-Team, den Stockschützen, vom Tennis und der Sportschützengesellschaft.
