Bürgermeister Bergler liefert Argumente für die Umgehung in Berg

Von Hans Stepper · 10. April 2024 um 11:13

„Es gibt keine andere Alternative“, sagte Bergs Bürgermeister Peter Bergler bei der Bürgerversammlung im DJK-Sportheim. Er meinte damit die geplante Umgehung. Sie soll die von bis zu 12000 Fahrzeugen täglich befahrene Ortsdurchfahrt entlasten. Bei der Versammlung diskutierten Befürworter und Gegner des Projekts teils emotional.

Rund 70 Menschen waren zur Bürgerversammlung für die Altgemeinde Berg gekommen, die der Bürgermeister unter anderem dazu nutzte, um für die Umgehung zu werben. Vergangene Woche hatten die Gegner der Umgehung bei einer Versammlung ihre Argumente vorgelegt (wir berichteten). Dort wie auch bei der Bürgerversammlung wurde einmal mehr klar: Das Thema hat sich zu einem gesellschaftspolitischen heißen Eisen in der Gemeinde entwickelt.

In seinen Ausführungen über die seiner Aussage nach „immens wichtige Umgehungsstraße“ ging der Bürgermeister zunächst auf die lange Chronologie des Projekts ein. Eine Mehrheit im Gemeinderat habe bereits einige Male mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt signalisiert und vor kurzem durch das Ja zum Ratsbegehren diese Haltung einmal mehr wiederholt.

Gemeinde Berg verschickte Flyer zur Umgehung an Haushalte

Bergler ging bei der ersten von sechs Bürgerversammlungen nochmals auf fünf Argumente ein, die seiner Ansicht nach für die Umgehung sprechen. Diese Punkte hatte die Gemeinde den Bürgern Anfang April per Flyer zukommen lassen.

Unter anderem führte Bergler an, dass der Durchgangsverkehr kontinuierlich ansteige und das auch weiter tun werden. Er verwies dabei auf Prognosen, denen zufolge der Verkehr bis 2035 auf bis zu 14400 Fahrzeuge ansteigen wird, die durch Berg fahren.

Ein weiteres Argument für Bergler und die Mehrheit der Gemeinderäte ist die Verkehrssicherheit sowie die Belastung der Bürger durch Lärm und Abgase. „Ein Nein zur Ortsumfahrung bedeutet nicht zugleich, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen durch Berg umgesetzt werden“, betonte Bergler. Auf solche drängt die Bürgerinitiative als Alternative zur Umgehung. Bergler und viele der Gemeinderäte verweisen hingegen darauf, dass die Gemeinde dafür keine rechtliche Handhabe besitze.

Gegner und Befürworter der Umgehung in Berg diskutierten emotional

Der Rathauschef erklärte außerdem, dass die Ortsumfahrung eine Umleitung bei Sperrungen der A3 bei schweren Unfällen sein könnte.

„Wir haben eine Verantwortung in dieser Angelegenheit für unsere betroffene Bürgerschaft – ob klein oder groß“, sagte Bergler zum Abschluss seiner Ausführungen. Danach ging es in die Diskussion.

Es wurden die bekannten Argumente für bzw. gegen die Umgehung ausgetauscht. Insgesamt verlief die Diskussion aber in geordneten Bahnen. Es blieb jedoch nicht aus, dass es auch emotional wurde. So gab es beispielsweise Beifall für einen Befürworter der Umgehung, der anmerkte, dass Autofahrer aus dem Bereich Oberölsbach, Sindlbach und Stöckelsberg die nahe A3 benutzen könnten, um nach Neumarkt zu fahren. Seiner Ansicht nach täten das aber nicht alle und belasteten damit die Ortsdurchfahrt.

Mit dem Satz „Ich gehe davon aus, dass es eine Umgehungsstraße geben wird“ beendete Bergler die lebhafte Diskussion, die sich bis nach 23 Uhr hinzog.

Die wahlberechtigten Bürger hätten es nun in der Hand, am Sonntag, 12. Mai durch ihr demokratisches Votum, einer Umgehungsstraße zuzustimmen oder diese mit einem „Nein“ zu verhindern, sagte der Rathauschef.