Erlebniswelt Flederwisch und Wildgarten in Furth im Wald bereiten sich auf Sommersaison vor

Wenn steinerne Wächter am Uferrand stehen, ein schräg liegender Container in einer postapokalyptischen Welt zu Schwindelanfällen führt, dann befindet man sich im Wildgarten oder in der Erlebniswelt Flederwisch. Doch was ist neu in diesem Jahr?
Ein guter Grund, den Fantasieuniversen von Uli Stöckerl sowie Alexander und Rolf Schüler zum Saisonstart einen Besuch abzustatten.
Rolf Schüler, der mit seinem Bruder Alexander die Erlebniswelt Flederwisch betreibt, hat einen selbstgezeichneten Plan in der Hand. Darauf zu sehen eine sogenannte geodätische Kuppel, die aus hölzernen Dreiecken gebaut wird.
Morbide Schönheit der Natur
Im Moment wird das Fundament gesetzt, von der Kuppel, die Pflanzen beherbergen wird, ist ansonsten noch nicht viel zu sehen. Doch der Tüftler weiß schon jetzt genau, wie alles einmal aussehen wird. „Ich brauche eigentlich keinen Plan, ich denke in Bildern.“ Mit ein wenig Fantasie bekommt auch der Besucher eine Idee, wie sie sich in den, an ein Filmset aus der postapokalyptischen Welt von „Mad Max“anmutenden Bereich einfügen wird. Schrottauto, Endzeit-Motorrad und ein Überlebenskrieger zwischen einer Blechhütte, die von Moosen und Farnen zunehmend in Beschlag genommen wird. Morbide Schönheit, die einen ganz besonderen Reiz verströmt. Begeistert zeigt Schüler auf das Sandarium, das wie ein schlichter Sandhaufen aussieht. Bei näherer Betrachtung eröffnet sich aber ein kleiner, höchst lebendiger Kosmos. „Dort sieht man, dass sich Wildbienen angesiedelt haben und die Natur zu wachsen beginnt.“
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Für den Tüftler ein wichtiges Biosphärenreservat, das jeder in seinem Garten nachbauen kann. „Ein Loch, etwas Bauschutt und dann Sand darauf, das ist für viele Insekten wichtiger, als eine grüne Wiese.“ Der Blick durch ein Loch im Zaun in die Vergangenheit auf die alten und verfallenden Flüchtlingsbaracken oder das Insektenhochhaus im vergessenen Garten, wie der Bereich heißt, alles sieht wie zufällig entstanden aus und ist doch bis ins Detail durchdacht. Es gibt viel zu entdecken. Aber auch zu fühlen. Wer das Innere des Containers betritt und die Stufen hinaufsteigt, dem spielt sein Hirn schnell einen Streich. Es wird einem schwindelig und man wird nach unten gezogen. „Eigentlich soll das ein Kino werden, aber Kinder haben den merkwürdigen Effekt beim spielen entdeckt.“ Jetzt will er mehr daraus machen. Es sind die vordergründig einfachen Dinge, die zum Mitmachen und Ausprobieren anregen. So wie der „neue“ Jeep, ein alter Chrysler, der mal als Armee-Feuerwehrwagen gedient hat. Er komplettiert den Goldgräberbereich. Betreten und darauf herumturnen ausdrücklich erlaubt. Für Schüler ist es genau diese gewollte Einfachheit, die das Abenteuerland Flederwisch ausmachen. „Bei uns kann man zu sich finden und einfach selber ausprobieren. Viele tun sich anfangs schwer, doch gerade Kinder sind schnell begeistert.“
Kinder sind auch ein großes Thema im Wildgarten. „Unser Baumhaus, das vor dem Eingang steht, wird immer gleich in Beschlag genommen“, sagt Stöckerl. Auch auf dem Gelände können die kleinen Entdecker auf die Pirsch gehen. Dem Mammut wurde eine Frühjahrskur gegönnt. Jetzt wendet es wieder den Kopf und blickt einen an, wenn man an einem Seil zieht. Seit Januar wurden Bäume, Büsche und Weiden geschnitten. Letztere werden im Moment weiterverarbeitet. Zäune, Bänke, Gartentüren und Fantasiegebilde entstehen. „Alle paar Jahre muss vieles erneuert werden, weil die Weiden natürlich verrotten.“
Fantasievolle Ideen sind das Markenzeichen des Wildgartens. Gerade wurde eine alte Fichte in zwei Teile geschnitten, abgeflämmt und geölt. Die so entstandenen acht Meter langen Hörner zieren bald eine PV-Anlage auf dem Gelände. „Und hier“, Stöckerl zeigt auf eine Freifläche,„entsteht eine kunterbunte Blumenwiese.“
Naturkunst für das Gemüt
Immer mehr Raum nimmt auch die Naturkunst, oder wie Stöckerl sagt, „Land-Art“ ein. Wächter aus Stein, Tieraugen, die aus einem Baum blicken, der Moormann oder auch das an eine Pyramide erinnernde Kunstwerk, das gleichzeitig ein überdimensional großes Insektenhotel ist, Kunst und Natur gehen hier eine Symbiose ein, die zum Verweilen einlädt und vor allem Erwachsenen Freude machen sollen. Ein paar Augenblicke Entschleunigung, um für den hektischen Alltag neue Kraft zu tanken.











