Noch viel Arbeit vor dem Saisonstart im Drachensee-Freibad in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 9. April 2024 um 11:00

Voraussichtlich am 18. Mai soll im Freibad Furth im Wald die Saison eröffnet werden. Bis dahin ist noch viel Arbeit zu tun, erklärt Thomas Roßmann, verantwortlich für die Further Freizeitbetriebe. Er weiß auch, was Freibäder unverzichtbar macht.

In der Woche vor Ostern haben die Arbeiten begonnen. Bäume und Hecken müssen getrimmt und die Verkehrswege im Bad gesäubert werden. Für den Baum, der im vergangenen Jahr entfernt werden musste, wird zwar kein neuer kommen, „aber wir haben erst vor zwei Jahren am Chambufer sieben oder acht Bäume gepflanzt.“

Derzeit werden die Abflussrinnen gesäubert und das Wasser wird aus dem Becken gelassen. „Über den Winter bleibt es zum Schutz vor Frostschäden drin“, erläutert der Freibadchef. Das Ablassen dauert rund eineinhalb Tage.

1,5 Millionen Liter Wasser

Ist das Becken leer, wird es von den Ablagerungen befreit. Meist Laub, das im Herbst ins Wasser gefallen ist und sich abgelagert hat. Danach kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz und schließlich erfolgt die chemische Reinigung. Bevor wieder befüllt werden kann, müssen noch Fliesen ausgebessert und schadhafte Stellen gestrichen werden. „Wir verwenden Adria-Blau“, lacht Roßmann. Wenn die Farbe getrocknet und ausgedünstet ist, wird der Hahn aufgedreht. Ab 1. Mai soll das geschehen. Bis dahin müssen alle Arbeiten am Becken abgeschlossen sein. „In Absprache mit den Stadtwerken lassen wir zwischen drei bis fünf Liter in der Sekunde ins Becken laufen.“ Bei 1,5 Millionen Litern, die das Further Bad fasst, sind rund vier Tage vorgesehen.

„Bei geeigneter Witterung wollen wir das Bad am 18. Mai eröffnen“, kündigt Roßmann an. Sollte das Wetter nicht passen, bleibt das Hallenbad noch eine Woche länger geöffnet. Apropos Hallenbad. Das ist renovierungsbedürftig (wir berichteten). Derzeit wird laut Roßmann eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Erst nach Abschluss der Planungen können Fördermittel beantragt werden. Einen Zeitplan gibt es noch nicht aber der Bäderchef hofft, dass es keine zehn Jahre dauert.

Aber zurück zum Freibad. Ein großes Thema ist natürlich die Wassertemperatur. 25 Grad sind zu Beginn der Saison angepeilt. Durchschnittlich 27 Grad sollen es dann im weiteren Verlauf werden. Furth im Wald nutzt dabei unter anderem eine Technik, bei der Wärme dem benachbarten Fluss Chamb entzogen und damit das Freibad beheizt wird. Drei bis vier Grad kann das schon bringen. „Das ist nicht nur eine kostengünstige, sondern auch energiesparende Variante.“ Und es nutzt der Umwelt, da die natürlichen Gewässer durch die höheren Temperaturen im Sommer ohnehin zu warm sind. Trotzdem kann es immer wieder zu Temperaturschwankungen kommen. „Wir haben eine 800 Quadratmeter große Wasserfläche. Wenn nachts zwei drei Stunden der Wind weht, sind ein oder zwei Grad gleich weg“, so Roßmann. Immer wieder hört er das Argument, man sollte die Wasserfläche abends abdecken. Das sei erstens eine sündhaft teure Anschaffung und zweitens bestehe die Gefahr von Bakterienbildung, wenn die Abdeckung morgens eingerollt wird. „Egal mit welcher Technik, ganz trocken ist sie nie. Und dann ziehe ich abends einen Bakterienfilm über die Wasserfläche.“ Dazu noch zwei Hygienetipps vom Fachmann: Wer ins Becken pinkelt kann nicht darauf hoffen, dass sich der Urin sofort verteilt und verdünnt. „Das bleibt erst einmal am eigenen Körper.“ Und auch wenn die Freibadtechnik in der Lage ist, Sonnencremes und andere Stoffe aus dem Wasser zu filtern, so sei es dennoch wünschenswert, sich vor dem Sprung ins Wasser ordentlich abzuduschen.

Leichte Preissteigerung

Die Öffnungszeiten werden heuer wohl nicht geändert, der Eintrittspreis wird aber leicht erhöht werden müssen. Um wie viel genau ist noch nicht klar. „Aber auch wir haben mit steigenden Energiepreisen und anderen Kosten zu kämpfen.“ Auf der Internetseite der Stadtwerke können die Eckdaten eingesehen werden. Bei all der Technik, dem Aufwand und den hohen Kosten, rentabel ist ein Freibad für eine Kommune nicht, oder? Roßmann dazu: „Finanziell gesehen natürlich nicht, aber gesellschaftlich sehr wohl.“ Alt und jung, Groß und Klein, wer Begegnungen suche, der komme im Freibad auf seine Kosten. Dafür wurden Bäder einst geschaffen, dass sich Menschen begegnen. Und wer es lieber ruhiger mag, der findet auch seinen Platz.“

Derzeit werden die Überlaufrinnen gereinigt.