Neuanfang des Further Golfclubs ist geglückt – aber die Nachfolge für das Lokal offen

Es läuft wieder beim Golfclub Furth im Wald. Die Euphorie ist groß und es gibt gute Nachrichten. Freilich, ein Problem bleibt: „Loch 19“, wie Golfclub-Restaurants scherzhaft genannt werden, ist nach wie vor verwaist.
Gunnar Rachner, neu gewählter Präsident des Clubs, kommt schnell ins Schwärmen, wenn er von seinem Sport spricht. Auch wenn er einräumt, dass die Jagd nach dem kleinen Ball demütig macht. „Egal wie gut das eigene Handicap ist, es gibt Tage, an denen spielst du einfach schlecht.“
Die Gemeinschaft ist gut
Dann sei man gefrustet und will nicht mehr weitermachen, eilt aber am nächsten Tag sofort wieder auf den Platz, „weil man es ja eigentlich kann. Und wenn es gut läuft, dann will man sowieso immer spielen.“ Eine Sucht, die für ihn derzeit mit Entzugserscheinungen verbunden ist. Denn seit der 72-Jährige im Chefsessel sitzt, ist er im März höchstens dreimal mit seinen Golfutensilien über den Platz gelaufen. Doch er will sich über die Arbeit nicht beklagen.
Die Mitgliederzahlen und die derjenigen, die sich wieder am Vereinsleben beteiligen steigen sprunghaft. „Zum Platzpflegetag, den ich angeregt hatte, sind 54 Leute gekommen. Das schweißt zusammen, stärkt die Gemeinschaft.“ Und als die Herrenmannschaft kostenlos Bälle zum Training zur Verfügung gestellt bekommen hat, sind die Spieler am nächsten Tag mit schwerem Gerät an- und dem Wildwuchs zu Leibe gerückt. „Es ist ein Geben und Nehmen.“ Die Euphorie, die er von allen Seiten spürt, bestärken Rachner, weiter an der Zukunft des Clubs zu basteln. Der Turnierplan steht, gerade überlegt man, ob man vielleicht eines mit ehemaligen Drachenstichrittern organisieren kann.
Die Internetseite wird inzwischen ständig aktualisiert. „Ich will, dass sich Mitglieder schnell über das aktuelle Geschehen im Verein informieren können.“ Rachner zeigt einen Katalog für Golfmoden. Er möchte T-Shirts bestellen, „damit wir bei Veranstaltungen als Einheit zu erkennen sind.“ Als Glücksgriff hat sich der neue Pro (Trainer) erwiesen. „Obwohl die Saison noch gar nicht richtig angefangen hat, ist er gut gebucht und beliebt.“ Angekündigt war bei der Jahreshauptversammlung auch die Gründung eines Fördervereins. Die emotionale und aufrüttelnde Ansprache des Initiators Herbert Wendl hat wohl Wirkung gezeigt. 34 Personen sind dem Förderverein bei seiner kürzlich erfolgten Gründung beigetreten, zahlen 50 Euro im Jahr Mitgliedsbeitrag. Auch Rachners Vorgänger Jim Gebhardt ist übrigens dabei. „Was dann jeder einzelne darüber hinaus noch leisten möchte, ist ihm selbst überlassen.“ Und so funktioniert es: Der Förderverein generiert finanzielle Mittel, die er dem Verein dann für Vereinsprojekte zur Verfügung stellt.
Clublokal ist verwaist
Alles paletti, könnte man meinen. Nicht ganz: Das Clublokal ist nach wie vor verwaist. „Was viele nicht wissen, wir überlassen das Lokal komplett pachtfrei und verlangen auch keine Energiekosten.“ Rachner wünscht sich jemanden, der zupackt und die Chance nutzt. Er könnte sich zum Beispiel ein italienisches Ehepaar vorstellen. „Er steht in der Küche und sie schmeißt das Lokal.“ Natürlich soll „Loch 19“ auch für Wanderer, Radfahrer und alle anderen Gäste zur Verfügung stehen.
Wenn im Golfclub bald wieder alles nach Plan läuft, will sich Rachner wieder mehr dem Golf widmen. Vielleicht schafft er dann auch noch einmal ein sogenanntes „Hole in one“, also den Ball vom Abschlag ins Loch zu platzieren. Einmal ist ihm das bei einem Turnier in Weiden gelungen.
Aber er gibt sich realistisch: „Das Grün zu treffen ist natürlich machbar, aber dass der Ball dann auch noch ins Loch rollt, ist zu 100 Prozent Glück.“
