Ingenieurin und Hochzeitsplanerin: Regensburgerin gestaltet den großen Tag umweltfreundlich

Hochzeitsplanung und Elektrotechnik – das sind zwei Welten, die sich für Elisabeth Hockemeyer gut vereinen lassen. Die 24-Jährige ist Ingenieurin im Bereich der Regenerativen Energietechnik und Energieeffizienz und hat sich auf nachhaltige Hochzeitsplanung spezialisiert.
„Den Wunsch, Hochzeitsplanerin zu werden, hatte ich schon immer. Gleichzeitig interessiert mich aber auch der technische Bereich sehr“, sagt sie. Nach ihrem Bachelor-Abschluss macht sie für den Traumjob deshalb eine Weiterbildung. Marketing, Kundenakquise und ein Netzwerk aus geeigneten Dienstleistern aufbauen: Das seien nur einige der Punkte, die in diesem Gewerbe wichtig sind. „Bei der Weiterbildung hat man von führenden Planern gelernt“, sagt Hockemeyer.
Ihr Fokus auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit ist für die Regensburgerin, die ihre Dienste unter dem Namen „Ellis Hochzeitsplanung“ in der Region und in ganz Bayern anbietet, ein Alleinstellungsmerkmal. Auch abseits der Hochzeitsbranche engagiert sie sich für den Umweltschutz. Zu Themen wie Erneuerbare Energien, Klimawandel und Müllvermeidung hält sie unter anderem Vorträge in Unternehmen, in Schulen und bei Vereinen. Im vergangenen Jahr wurde sie dafür mit dem Regensburger Klimapreis ausgezeichnet.
Blumen statt in Plastik verpackte Gastgeschenke
„Ich kenne im Umkreis von Regensburg niemanden, der sich auf nachhaltige Hochzeiten spezialisiert hat“, sagt sie. Doch wie wird eine Hochzeit überhaupt nachhaltig? „Umweltfreundlich zu planen, heißt nicht, dass es teurer wird oder man auf etwas verzichten muss“, erklärt sie. „Nehmen wir zum Beispiel das Thema Gastgeschenke. Muss das unbedingt ein aufwendig in Plastik verpacktes Geschenk sein? Als Alternative könnte man mit dem Floristen sprechen, ob nicht die Blumen mitgenommen werden dürfen.“
Auch bei der Auswahl der Location achtet die Hochzeitsplanerin auf die Klimabilanz. „Hochzeiten sind riesige Events“, sagt sie, „deshalb gibt es viele Umsetzungsmöglichkeiten.“ Von der Energieversorgung über die Mülltrennung bis hin zu einer Auswahl lokaler und regionaler Speisen gebe es viele Punkte, die eine Rolle spielen.
Dass alles „100 Prozent nachhaltig“ gestaltet werde, sei kein Muss, betont sie. „Die Entscheidungshoheit, was umgesetzt werden soll, liegt natürlich beim Paar.“ Manche Kunden würden gezielt zu ihr kommen, weil sie eine nachhaltige Hochzeit feiern wollen. Andere seien eher zufällig auf „Ellis Hochzeitsplanung“ gestoßen. „Zusammen besprechen wir, in welchen Bereichen Nachhaltigkeit Sinn macht und ob das auch zu den Wünschen des Paares passt“, sagt sie. Was ihre Leistungen als Hochzeitsplanerin betrifft, hat Hockemeyer mehrere Kategorien im Angebot. Von der Auswahl der Traum-Location über die Begleitung am Hochzeitstag als Zeremonienmeisterin bis hin zur Komplettplanung unterstützt sie je nach Bedarf.
Wird das Fest mit Hochzeitsplanerin „super teuer“?
„Wenn beide einen Vollzeitjob haben, gerade ein Haus bauen oder Kinder da sind, kann es eine große Erleichterung sein, wenn jemand die Planung übernimmt“, sagt sie. Unnötiger Stress und Streit könne so vermieden werden. „Man muss bedenken, dass eine Hochzeit keine Generalprobe hat“, sagt die Expertin, „es muss einfach alles passen.“ Dass am großen Tag zum Beispiel plötzlich die Ringe verschwunden seien, komme öfter vor, als man denkt, verrät sie noch.
Bedenken, dass das Fest mit einer Hochzeitsplanerin „super teuer“ werden wird, will sie ebenfalls ausräumen. Man könne sagen, dass für die Leistungen pauschal rund 1000 bis 5000 Euro zusätzlich anfallen würden, erklärt sie. „Dazu muss man sagen, dass Hochzeitsplaner wissen, was angemessene Preise sind, zum Beispiel für die Location. Wir kennen die Dienstleister und wissen, wer gute Arbeit leistet.“
Doch gerade, wenn Paare auf Nachhaltigkeit achten, lässt sich laut Hockemeyer Geld sparen. „Zum Beispiel, mit einem Secondhand-Kleid. Schon einmal getragene Brautkleider sind nicht weniger schön und nur halb so teuer.“
Diese Anfragen sind eine Herausforderung
Einen bestimmten Typ von Kunden hat Hockemeyer nicht. Von Planungen für jüngere Paare Mitte 20 bis hin zur zweiten Hochzeit mit Ende 50 hat sie schon verschiedenste Feiern mitgestaltet. „Es gab auch ein Paar, dass schon in vier Monaten heiraten wollte – und das in der Hochzeits-Hauptsaison im Sommer. Das war eine große Herausforderung, aber es war möglich.“
Extrem gut organisiert zu sein und das Planen über alles zu lieben – das seien laut der 24-Jährigen die entscheidenden Voraussetzungen für ihre Arbeit. „Das ich gut mit Zahlen kann, ist ebenfalls von Vorteil“, sagt sie. Für Hockemeyer sei der Job in großen Teilen tatsächlich so, wie sie sich es immer ausgemalt hatte. „Natürlich hat man Dinge vorher in gewisser Weise romantisiert“, sagt sie, „in erster Linie ist es ein Business.“ Ein Brautpaar am Hochzeitstag zu begleiten, sei dennoch jedes Mal wieder sehr emotional. „Mir sind die Paare enorm wichtig. Sie sollen genau den Tag bekommen, den sie sich gewünscht haben“, sagt sie.
Info: „Micro Wedding“ bis Mehrtages-Event - Auf diese Trends setzen Brautpaare
Klein gehalten: Bei sogenannten Micro Weddings feiert das Brautpaar im kleinen Kreis, etwa mit engsten Freunden und der Familie. Durch die persönliche Feier könne das Paar den Tag oft besser wahrnehmen und genießen. „Manchmal fühlt man sich auch gezwungen, bestimmte Personen einzuladen. Eine Micro Wedding kann helfen, rigoros auszusortieren“, sagt Hockemeyer.
Nachhaltig: „Das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft wächst. Das spiegelt sich auch in der Hochzeitsbranche wider“, so die Planerin. Paare, die sich eine nachhaltige Feier wünschen, würden aus Überzeugung heraus handeln. „Sie sind dabei auch Vorbild“, sagt sie, „dadurch sehen die Gäste, was alles möglich ist.“
Farbenfroh: Pink, Gelb, Orange: „Vibrant Colors“, also kräftige Farben, sind bei Deko, Torte, Blumen oder den Kleidern der Gäste beliebt. Auch im Anzug des Bräutigams können sich die Farben in irgendeiner Weise wiederfinden.
Individuell: Alle Brautjungfern tragen das gleiche Kleid? Das war gestern. Mit Mustern und Farbnuancen können die Begleiterinnen der Braut nicht nur ihren eigenen Stil und ihre Persönlichkeit ausdrücken, sondern müssen zusätzlich nicht extra ein neues Kleidungsstück kaufen – wiederum ein Plus in Sachen Nachhaltigkeit.
Mehrtägig: Viel Zeit mit den Liebsten verbringen – das ist einfacher, wenn die Feier nicht auf einen Tag beschränkt ist. „Oft wird hierfür eine gemeinsame Unterkunft gebucht“, erklärt Hockemeyer, „so bleibt mehr Zeit für ein gemeinsames Frühstück oder andere Aktivitäten.“ Zumeist finden solche Hochzeit mit einer kleineren Anzahl an Gästen statt.

