Fräulein TrauDich traut sich: Regensburger Brautmoden-Expertin hat „Ja“ gesagt

Nach elf Jahren Beratung wurde es für die Inhaberin des Regensburger Brautmodengeschäfts Fräulein TrauDich selbst ernst: Am 24. Februar wurde aus Simone Dengel Simone Friesen. Wie es sich angefühlt hat, als Brautmoden-Expertin selbst auf Kleidersuche zu gehen, hat sie der MZ verraten.
Acht bis zehn Monate vor der Hochzeit: In diesem Zeitraum sollten zukünftige Bräute ihr Traumkleid gefunden haben. Das zumindest rät Simone Friesen, Inhaberin des Regensburger Brautmodengeschäfts Fräulein TrauDich, ihren Kundinnen. „Die Kleider werden erst hergestellt“, sagt die 37-Jährige.
Doch obwohl sie Expertin auf diesem Gebiet ist, wurde es nun bei ihrer eigenen Hochzeit tatsächlich richtig knapp. „Im November habe ich den Antrag bekommen“, sagt sie, „und als Datum für die standesamtliche Trauung haben wir uns den 24. Februar 2024 ausgesucht.“
Das Schnapszahl-Datum könne man sich gut merken, scherzt sie. Doch viel Zeit sei da nicht geblieben für die Kleidersuche. „Vier Monate – das war sehr, sehr sportlich“, sagt sie. Denn auch mit eigenem Brautmodengeschäft müsse man die Lieferzeiten beachten.
Unzählige Kleider und Bräute gesehen
In elf Jahren habe die Frau vom Fach zwar unzählige Kleider an unterschiedlichen Bräuten gesehen. Als es für sie selbst ernst wurde, hatte sie dennoch keine ganz genauen Vorstellungen vom eigenen Kleid. „Ich wusste zumindest, was ich nicht will“, sagt sie. In einem Prinzessinnenkleid zu heiraten, habe sie sich zum Beispiel nicht vorstellen können. „Das sage ich auch immer zu meinen Kundinnen: Wenn du weißt, was es nicht sein soll, ist das ein guter Weg.“
Natürlich ging es für Friesen – zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Nachnamen Dengel – zur Anprobe in den eigenen Laden, der übrigens auch weiterhin „Fräulein“ TrauDich heißen wird. Von ihrer liebsten Brautkleidfirma hatte sie sich eine Auswahl zukommen lassen. „Meine besten Freundinnen waren dabei. Eine davon ist auch meine Mitarbeiterin.“
Schwer fiel ihr die Entscheidung letztendlich nicht. Für die standesamtliche Trauung wurde es ein figurbetontes Kleid im sogenannten Fit and Flare-Stil mit Rundhalsausschnitt und Beinschlitz. „Da ich schon vor der Verlobung so ein Gefühl hatte, dass die Frage bald kommen würde, habe ich die Augen offen gehalten“, sagt sie.
Ein Antrag im Schnee
Auf einem Wochenendausflug in ein Chalet in Österreich habe ihr Ehemann Oliver Friesen, der sich als Sanitär- und Heizungsmonteur mit eigener Firma selbstständig gemacht hat, ganz klassisch mit Kniefall um ihre Hand angehalten. „Wir waren abends spazieren und es hat plötzlich angefangen zu schneien“, erzählt sie.
Tatsächlich habe sich auch im beruflichen Umgang mit den Bräuten etwas für sie verändert, seit sie selbst mit der Planung ihrer Hochzeit begonnen hat, sagt Friesen. „Ich bin damals ja wie Jungfrau zum Kind zum Brautmodenladen gekommen, ohne eigene Erfahrung.“ Nun könne sie noch einmal ganz anders mit den Kundinnen sprechen – auch über Finanzielles. „Mit den Bräuten schimpfe ich auch mal über die Preise“, sagt sie, „es ist brutal, wie wahnsinnig teuer eine Hochzeit insgesamt ist.“
Das richtige Kleid kann man fühlen
Auch in Sachen Kleidersuche könne sie nun Erfahrungen beisteuern. „Ich habe schon immer gesagt, dass man es fühlt, wenn es das richtige Kleid ist. Das kann ich jetzt wirklich bestätigen“, sagt sie. Sowohl von ihrem Kleid für das Standesamt als auch für das bereits ausgesuchte Brautkleid für die große freie Trauung im August sei sie bei der Anprobe begeistert gewesen. „Ich weiß zu hundert Prozent, dass ich kein anderes Kleid schöner finden werde“, sagt sie, „auch, wenn ich nächste Woche auf eine Messe fahre und dort ganz viele neue Modelle sehe.“
Unsicher, ob das erste Traumkleid tatsächlich pünktlich zum Standesamt-Termin im Rondellzimmer im Pro Seniore Schloss in Wörth an der Donau fertig sein würde, war Friesen trotz des Termindrucks im Übrigen nicht. „Mein Kleid ist dann zwei Wochen vorher angekommen – also alles noch im Rahmen“, sagt sie.
Reibungslos lief trotzdem nicht alles ab. „Am Donnerstag vor der Hochzeit wollte ich das Kleid zum Aufbügeln noch einmal zu meiner Schneiderin bringen. Beim Herausheben aus dem Auto ist es in eine Pfütze gefallen und der komplette Saum war voller Matsch.“ Kurzfristig musste das feine Stück in die Reinigung, wo glücklicherweise alle Flecken entfernt werden konnten. „Da bin ich dann doch ein bisschen nervös geworden“, sagt Friesen.

