Protestdemo mit Mittagspause: Tarifverhandlungen zwischen Sana und Verdi gehen weiter

Am 24. April sitzen sie wieder am Tisch, die Verhandlungsführer der Sana-Geschäftsführung und von Verdi und Sana-Betriebsratsvertretern, um zum dritten Mal die Möglichkeit einer Annäherung zwischen Forderung und Angebot zu versuchen.
Die Beschäftigten sehen im bisherigen Sana-Entgegenkommen vor allem eines: eine Geringschätzung ihrer Arbeit im Pflegebereich. Und diese in ihren Augen fehlende Wertschätzung wollen sie auch öffentlich kundtun.
Demo zum Landrat
Deshalb haben sie sich für diesen Mittwoch zu einer so genannten „Aktiven Mittagspause“, und zu einer Protestdemo vor die Tore des Landratsamtes entschlossen. Von 12.30 bis 13.30 Uhr werde es eine Mittagspause mit Protesten vor dem Krankenhaus in Cham geben, im Anschluss würden Kollegen, die aus der Schicht kämen oder frei hätten, weiter zum Landratsamt ziehen, erläuterte Sven Czekal von Verdi Regensburg. Er rechne mit breiter Beteiligung – etwa 200 Beschäftigte bei der „Aktiven Mittagspause“ und 80 bis 100, die als Protestzug zum Landratsamt ziehen.
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Dies auch, um an die Mitverantwortung des Landkreises zu erinnern – schließlich gehört ein gutes Viertel der Sana-Kliniken dem Landkreis Cham. Da derzeit noch verhandelt werde, sei es ein Warnstreik, um die Forderungen nach einem deutlichen Lohnplus zu untermauern, so Czekal.
Während die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zuletzt von Inflationsausgleich und Lohnplus profitierten, warten die Chamer Sana-Beschäftigten mit ihrem Haustarifvertrag noch auf ein Mehr in der Lohntüte. Nach Auskunft der Verdi-Verhandlungsführer liegen die Positionen noch weit auseinander. Bislang gebe es kein Signal des Entgegenkommens, so Sven Czekal von der Gewerkschaft Verdi auf Nachfrage.
Sana biete einen Inflationsausgleich von 1500 Euro, ein Plus bei der Wechselschichtzulage von 75 Euro ab Juli 2024 und eine Lohnsteigerung von 3,5 Prozent ab Januar 2025. Konzernvertreter würden auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland verweisen, die eine höhere Zulage bislang nicht möglich mache.
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Verdi und Vertreter der Tarifkommission verlangen dagegen ein Lohnplus von 13,5 Prozent, die vollen 3000 Euro Inflationsausgleich, außerdem mindestens zehn Tage Zusatzurlaub für Schichtbeschäftigte, eine Treueprämie für Langzeitbeschäftigte und eine Laufzeit des Haustarifvertrags von nur zwölf Monaten. Das Tal zwischen beiden Parteien ist also tief – einen gemeinsamen Nenner zu finden, scheint schwierig. Daher wolle man mit den Aktionen am Mittwoch auf die eigenen Forderungen aufmerksam machen und Druck auf den Arbeitgeber machen. Sollte es auch beim dritten Versuch einer Einigung am 24. April kein in den Augen der Beschäftigten wirklich faires Sana-Angebot geben, wird ein echter Streik wieder ein Stück wahrscheinlicher.
Die Sana-Kliniken im Landkreis
Die Sana-Kliniken im Landkreis Cham verfügen aktuell über gut 300 Betten und haben 630 Mitarbeiter, davon 470 Vollzeitkräfte. Mehrheitlich gehören sie zum Sana-Konzern, ein Viertel ist noch in kommunaler Hand. Auf Kreisebene erwirtschafteten die Kliniken zuletzt zwar ein Minus, doch der Gesamtkonzern hat die vergangenen Jahre Millionengewinne aus gewiesen.
