Landkreis rüstet sich mit Sana für eine höhere Versorgungsstufe der Klinik in Cham

Die Nachricht wurde bis zuletzt unter der Decke gehalten und dann bei der Vorstellung des Haushaltes nebenbei verkündet. Trotzdem hat sie eingeschlagen: Erstmals seit der Übernahme der Kreiskrankenhäuser durch Sana beteiligt sich der Landkreis mit 1,1 Millionen Euro an der Weiterentwicklung der Klinik in Cham. Sana-Geschäftsführer Dr. Thomas Koch und Landrat Franz Löffler haben erklärt, worum es dabei genau geht: Die Klinik soll in eine höhere Versorgungsstufe aufsteigen. Aber was bedeutet das?
Sana-Geschäftsführer Koch sagt, worum es ihm geht: Er will noch im ersten Halbjahr 2024 die Voraussetzungen für eine verbesserte Notfallversorgung schaffen. Er lässt auch keinen Zweifel daran, dass seine Sicht der Dinge über den Landkreis Cham hinausreicht.
Ziele der Chamer Klinik: Zwölf Intensivbetten und 24-Stunden-Betrieb des Herzkatheter-Messplatzes
Schon jetzt sei die Chamer Klinik auf dem besten Wege, über die Region hinaus als ernstzunehmender Notfallversorger wahrgenommen zu werden. „Wir übernehmen heute schon des Öfteren die Versorgung von Notfällen, die sich zwischen Cham und Viechtach ereignen“, so Koch. Der limitierende Faktor seien dabei die neun Intensivbetten, die oft belegt seien. „Dann muss man momentan bei so einer Meldung schauen, ob es irgendeinen Patienten gibt, der nicht mehr intensivpflichtig ist und verlegt werden kann“, so der Geschäftsführer. Deswegen sei es wünschenswert, bis auf zwölf Intensivbetten auszubauen und den Herzkatheter-Messplatz samt Labor in einen 24-Stundenbetrieb zu bringen.
Chamer Klinik soll Versorgungsstufe 2 erreichen
Das Endziel: „Wir müssen mehr anbieten als die Grundversorgung, um als Klinik der Versorgungsstufe 2 akzeptiert zu werden. Das sichert auch nachhaltig die Zukunft des Standortes.“ Koch sagt, dass er froh ist, in einem Landkreis zu sein, dessen Politikern klar sei, dass nicht alles Wünschenswerte auch finanziell darstellbar sei.
Landkreis Cham gibt Sana-Klinik „einmalige Anschubfinanzierung“
So müsse man auch die 1,1 Millionen des Landkreises betrachten: als Beteiligung an einem Projekt, das sich zunächst nicht rentiere, aber wichtig sei für Weiterentwicklung und Bestand des Standortes Cham. „Das ist es, was der Landkreis sich wünscht und woran er sich dankenswerterweise nun beteiligt“, sagt der Sana-Geschäftsführer. Es handle sich – auf diese Sprachregelung haben sich Sana und Landkreis offensichtlich geeinigt – um eine einmalige Anschubfinanzierung. „Wir haben nicht vor, unsere Defizite auf den Landkreis abzuwälzen.
Sana-Klinik Cham 2023 mit ausgeglichenem Haushalt
Das muss Koch derzeit auch nicht, denn 2023 hat er eine schwarze Null geschrieben. Außerdem könnte er das auch nicht, weil der Sana-Konzern sich vertraglich verpflichtet hat, ab der Übernahme am 1.Januar 2012 alle Defizite selbst zu tragen. Doch darum geht es dem Sana-Geschäftsführer auch gar nicht. Sein Credo: „Stabilität bedeutet nicht Stillstand, sondern verlässlich aktiv Veränderungen anzugehen.“
Krankenhausreform in Deutschland zu träge
Die Lage der Kliniken in Deutschland ist dramatisch – da ist sich Koch mit Landrat Franz Löffler einig. Die ersten Häuser sind bereits insolvent, und die Pläne der Bundesregierung für eine Reform der Krankenhaus-Finanzierung dauern nicht nur zu lange, sondern sind auch in ihrer Wirkung auf die Lage der Gesundheitsversorgung im Landkreis Cham schwer einschätzbar.
Investition in Sana-Klinik wird sich für Cham auszahlen
„Wir finanzieren hier nachhaltig“, sagt Landrat Löffler. Sein Argument für diese Behauptung: „Wir dürfen nicht nur eine Erstversorgung bei Schlaganfall, Herzinfarkte und Unfällen anbieten. Wir müssen Behandlungen bis zum Ende durchführen können, ohne die Patienten alle verlegen zu müssen. Dann bekommen wir auch wesentlich mehr Geld für diese Fälle.“
Sana-Klinik in Cham wird: Versorgung auf höchstmöglichem Niveau
Sana werde das Geld des Landkreises in verbesserte Standards investieren und damit seine eigene Finanzkraft für die nächsten Jahre stärken. „Je hochwertiger die Behandlung, desto angemessener die Bezahlung“, so Löffler. „Notaufnahme, Chirurgie, Innere – wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen in der Region eine Versorgung auf höchstmöglichem Niveau bekommen. Eine Klinik der Versorgungsstufe 2 sichert den Standort.“
