Nittenau verliert Event-Location: Im Feuerwerk gehen schon wieder die Lichter aus

Von Lisa Steigerwald · 8. April 2024 um 19:00

Erst im September 2023 feierte die Bar und Lounge Feuerwerk in der Bayerwaldstraße 5c in Nittenau ihre Eröffnung. Nun schließt sie ihre Türen schon wieder. Woran liegt’s?

Eigentlich wollte der Betreiber Sven Herold mit dem weiteren Standbein seine Familie absichern und vor allem seinen körperlich beeinträchtigten Sohn gut versorgt wissen. Aber: „Es kommt zu wenig Kundschaft und daher rechnet sich das Geschäft nicht“, sagt Herold zur Schließung. Das Geld würde er nun lieber in Therapien für seinen Sohn stecken.

Dabei wären die ersten zwei Wochen positiv gestartet – danach sei es aber bergab gegangen. „Ich habe das Gefühl, die Nittenauer wollten nichts Neues annehmen – es fühlte sich fast wie ein Boykott an“, mutmaßt der 43-Jährige aus Reichenbach.

Bar lockte mit verschiedenen Aktionen

Mit verschiedenen Mottoabenden versuchte das Feuerwerk, Kundschaft anzulocken – doch erfolglos. „Wir haben am Freitag zum Beispiel die Preise halbiert und mit verschiedenen Musik-Events wollten wir ein breites Publikum ansprechen“, erzählt der Gastronom. Mit dem Taubnschlog in Nittenau, dem Puzzles in Schwandorf und dem JT’s in Wackersdorf konnte sich die Nittenauer Bar aber nicht gegen die bereits etablierte Konkurrenz behaupten.

Ein paar positive Events verzeichnete das Feuerwerk aber dann doch. So liefen die „Russian Night“ und der Abend mit rumänischer Musik gut, blickt Herold zurück. Rund 30Stammgäste konnte die Lounge regelmäßig begrüßen, und auch der Bayern Fanclub Nittenau war regelmäßig zu Gast im Feuerwerk.

Herold legte als DJ auch im Feuerwerk auf

Zu Beginn haben laut Herold zwölf Bedienungen in der Bar gearbeitet. Mit der Zeit mussten aber Stellen abgebaut werden, so seien noch vier auf Mini-Job-Basis und eine Teilzeitkraft angestellt. Neben dem Feuerwerk betreibt Herold einen Securitydienst, erledigt Hausmeisterdienste und legt als DJ auf. Letzteres tat der 43-Jährige auch in seiner eigenen Bar.

„Ich habe es gern probiert und bin gescheitert“, sagt der Reichenbacher. Dafür sei er um Erfahrungen reicher und schlauer geworden. Für die Zukunft hätte er aber noch weitere Ideen für das Feuerwerk gehabt. So hätte er sich unter anderem eine Beach-Party und ein Open-Air-Festival mit Bands vorstellen können. „Jetzt werde ich mich stattdessen anderen Projekten widmen“, erzählt Herold. Er möchte aber weiterhin in der Veranstaltungsbranche tätig sein und zum Beispiel Feste ausrichten, „aber nichts Festes mehr besitzen“.

Wer übernimmt jetzt?

Wie es mit der Location weitergeht, sei noch unklar. Derzeit sucht der Gastronom einen Nachmieter für die Örtlichkeiten und auch das Mobiliar, die Beleuchtung und die Technik verkauft der Reichenbacher ebenfalls. Er hofft, dass er bald einen Nachfolger findet.

Herold resümiert: „Unser Konzept hat nicht gegriffen.“ Und so findet am 13. April die letzte Feier statt. Die „Hangover Party“ startet um 19 Uhr. Danach habe das Feuerwerk noch weitere zwei Wochen – bis zum 28. April – offen. Und dann ist Schluss: „In den letzten zwei Tagen im April werden wir abbauen.“