Schlechte Karten für Betriebe: Auf dem Markt sind kaum Gewerbegrundstücke in Nittenau zu finden

Von Cornelia Lorenz · 3. April 2024 um 12:00

Betriebe, die sich in Nittenau neu ansiedeln wollen, haben es nicht leicht: Bebaubare Industrie- und Gewerbegrundstücke sind absolute Mangelware. Warum – und welche Pläne hat die Stadt, um die Situation zu verbessern?

Ein Blick in die Statistik zeigt: Industrie- und Gewerbeareale gibt es in der Stadt Nittenau an sich eine ganze Menge. Das Rathaus vermeldet dazu auf Nachfrage der Mittelbayerischen eine Gesamtfläche von 912.228 Quadratmetern, die sich auf mehrere große und kleine Standorte verteilen: Am größten ist das Gewerbegebiet Hirschenbleschen mit 336.000 Quadratmetern, dicht gefolgt vom Gewerbe- und Industriegebiet Lichtenhaid mit gut 329.000 Quadratmetern und vom Schlingmannareal mit 169.000 Quadratmetern. Regelrecht klein nehmen sich dagegen das Gewerbegebiet Waltenried (42.600 Quadratmeter) und das Schönek-Areal in Sulzmühl (15.595 Quadratmeter) aus.

Auf die „Baulücken“ hat die Stadt keinen Zugriff

Doch Grundstücke für Neuansiedlungen sind kaum auf dem Markt: Im Rathaus spricht man in diesem Zusammenhang nur von „Baulücken“, die es noch in Hirschenbleschen und am Schlingmannareal gebe – auf die die Stadt allerdings keinen Zugriff habe. Anders war das im Gewerbegebiet Waltenried, das die Stadt selbst vermarktete. Doch dieses Areal ist seit der kürzlich erfolgten Ansiedlung der SAB Süddeutsche Anlagenbau aus Roding voll belegt – weshalb man im Rathaus für Nittenau selbst ansiedlungswilligen Betrieben kein Angebot mehr machen kann.

Die Eigentümerfrage ist auch das Hauptproblem beim riesigen und unbebauten Areal in Lichtenhaid. „Die Stadt ist hier lediglich im Besitz von einigen Teilflächen. Außerdem fehlt es an der Erschließung“, kommentiert dazu Rathaussprecherin Alexandra Oppitz. Lagemäßig habe Lichtenhaid durch die Anbindung an die überörtliche Straßen natürlich seine Vorzüge. Doch wie man mit diesen riesigen Flächen künftig umgehen werde, entscheide sich erst im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans. Bei diesem Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann, müsse man sich auch über die potenzielle Schaffung weiterer Industrie- und Gewerbegebiete in Nittenau Gedanken machen. „Potenzial ist vorhanden, städtische Flächen jedoch nicht“, kommentiert Oppitz dazu.

In Fischbach geht es voran: Ein Gewerbe- und Mischgebiet ist bereits in der Vermarktung

Immerhin: In Fischbach ist die Stadt noch Eigentümerin von Flächen und bei der Entwicklung auch schon einen großen Schritt weiter: Am Schwandorfer Weg befindet sich ein rund 7900 Quadratmeter großes Gewerbe- und Mischgebiet bereits in der Vermarktung. „Es gibt vier potenzielle Interessenten. Aktuell finden die Abstimmungen zum Flächenbedarf und zur Aufteilung mit den Bewerbern statt“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Erschließungsarbeiten am Schwandorfer Weg könnten im Herbst 2024 starten.

Bürgermeister Benjamin Boml (FW) ist froh, zumindest in Fischbach Betrieben noch Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können. Doch auch die Baulücken in den Nittenauer Gewerbegebieten will er im Auge behalten. Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans werde man mit den Eigentümern Gespräche darüber führen, welche Pläne sie mit ihren Grundstücken haben. „Die Ansiedlung weiterer Unternehmen mit Sitz in Nittenau ist ein wichtiger Schritt, damit die Stadt angemessen wachsen kann“, sagt Boml.

Am Schwandorfer Weg könnte im Herbst die Erschließung starten. Foto: Cornelia Lorenz, Archiv