In Nittenau wird fleißig gebaut: Neben Amazon soll große Lagerhalle mit Büros entstehen

In Nittenau ist der Platz für neue Betriebe knapp. Dennoch tut sich etwas: Die Stadt hat mittlerweile einige Interessenten für das Gewerbegebiet in Fischbach an der Hand – und auch die Thelen-Gruppe hat für das Grundstück neben Amazon neue Pläne.
Seit Sommer 2022 ist das Verteilzentrum des Versand-Riesen an der Brucker Straße in Betrieb. Der Bau von 190 weiteren Parkplätzen für die Lieferfahrzeuge ist bereits angelaufen. Nun hat die Thelen-Gruppe aus Essen – die das Logistik-Gebäude für Amazon entwickelte und dort auch als Vermieter fungiert – für das benachbarte Areal ein neues Projekt angesetzt: Im Internet macht sie Werbung für den Neubau einer Lagerhalle mit Büro. Als Gesamtfläche ist von 8700 Quadratmetern Gesamtfläche die Rede, knapp 500 davon sind als Büro- und Sozialflächen vorgesehen.
Darüber hinaus wird eine Hallenhöhe von 10,5 Metern genannt. Individuelle Wünsche und Anforderungen des Mieters könnten Berücksichtigung in der Planung und Ausführung finden, heißt es weiter. Auf Nachfrage der Mittelbayerischen zum aktuellen Stand äußerte sich die Thelen-Gruppe knapp. Zum jetzigen Zeitpunkt existiere noch keine konkrete Planung, im Inserat habe man das Projekt beispielhaft veranschaulicht. Ein Zeitfenster der Realisierung könne man deshalb im Moment nicht nennen. Grundsätzlich stehe man „sämtlichen gewerblichen Nutzern offen gegenüber, sofern diese planungsrechtlich im Sinne des rechtskräftigen Bebauungsplans zulässig und damit von der Gemeinde gewünscht“ seien.
Die Firma SAB zieht von Roding nach Nittenau um
In die finale Phase geht derweil im Gewerbegebiet Waltenried die Ansiedlung der Firma SAB (Süddeutsche Anlagenbau GmbH) aus Roding. Sie hatte 2022 das letzte freie Grundstück des städtischen Gewerbegebiets ergattert und im Februar 2023 Spatenstich gefeiert. Auf Nachfrage bestätigte Geschäftsführer Tobias Schmid, dass der Umzug am 1. Dezember gestartet sei und man vorhabe, diesen bis Ende Januar abzuschließen.
Positive Nachrichten gibt es aus Sicht des Rathauses auch vom geplanten Gewerbegebiet am Schwandorfer Weg in Fischbach: Hier hatte die Stadt 2016 ein Areal mit rund 15.000Quadratmetern Fläche erworben. Weil bei der Verwaltung immer wieder Anfragen von ansiedlungswilligen Betrieben eingingen, hatte der Stadtrat heuer – nachdem die Vermarktung der Grundstücke als Wohngebiet nicht erfolgreich gewesen war – beschlossen, erneut zu versuchen, hier Gewerbeflächen zu schaffen.
Konkret ging es dabei um knapp 8000 Quadratmeter Gewerbegebiet und 6800 Quadratmeter Mischgebiet, die sich auf insgesamt sieben Parzellen aufteilten. „Wir müssen jetzt erst einmal die Nachfrage abwarten“, hatte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) Ende Juli gegenüber der Mittelbayerischen gesagt. Mittlerweile hat sich einiges getan. „Wir führen momentan gute Gespräche“, sagt der Rathauschef. Es gebe bereits drei Interessenten, die sehr konkrete Pläne für den Schwandorfer Weg hätten sowie einen weiteren, bei dem die Planungen noch in der Anfangsphase steckten. Die Stadt werde versuchen, ihnen bei der Aufteilung der Grundstücke so weit wie möglich entgegenzukommen, so Boml.
Viel zu tun für die Stadt Nittenau
Aus Sicht des Bürgermeisters hat die Stadt in den kommenden Jahren in Sachen Betriebsansiedlung eine Menge zu tun. Sie verfügt derzeit nur noch im Gewerbegebiet Lichtenhaid über Grundstücke, die aber noch nicht erschlossen sind. Allerdings gibt es in Sachen Gewerbeflächen im Stadtgebiet auch noch eine Menge Baulücken – allein in Bergham-Nord seien es noch 33,4 Hektar, hatten bei der jüngsten Stadtratssitzung die Planer berichtet, die am neuen Flächennutzungsplan für Nittenau arbeiten.
Doch diese Flächen sind überwiegend in Privatbesitz. „Es ist beruhigend zu wissen, dass es noch Potenzial für die künftige Entwicklung gibt“, kommentiert Boml. Die Herausforderung sei, solche Flächen bebaubar zu machen. Die Stadt werde weiter versuchen, zwischen Eigentümern und Betrieben zu vermitteln.