Passauer Wolf: Auf dem Gesundheitscampus in Nittenau arbeiten mittlerweile rund 300 Menschen

Mit rund 300 Beschäftigten ist der Passauer Wolf einer der größten Arbeitgeber in Nittenau. In den vergangenen Jahren hat sich das Rehazentrum zu einem vielfältigen Gesundheitscampus entwickelt – und Geschäftsführer Georg Detter hat für die Zukunft bereits einige neue Ideen im Kopf.
Detter hat seine Position in Nittenau im Sommer 2022 angetreten und verfügt über langjährige Erfahrung in der Krankenhausberatung. Kürzlich bekam er Besuch von Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW), der sich zusammen mit Geschäftsleiterin Marina Brückner über die Entwicklungen und Versorgungsangebote beim Passauer Wolf am Standort Nittenau informierte. Detter gab Bürgermeister Boml bei einem Rundgang einen Überblick über die Geschichte des Unternehmensverbunds Passauer Wolf.
Gegründet wurde das Unternehmen vor gut 40 Jahren. Mittlerweile verfügt es über Standorte in Bad Griesbach, Bad Gögging, Ingolstadt, Regensburg – und seit 2006 auch in Nittenau. Aus der ehemaligen „Klinik am Regenbogen“, dem früheren Kreiskrankenhaus, wurde das „Passauer Wolf Reha-Zentrum“. 2008 kam das Senioren-Zentrum dazu – und 2013 wurde ein Neubau mit Arztpraxen und Apotheke eröffnet. Dieses vielfältige Angebot in Form eines „Gesundheitscampus“ sei die Zukunft, sagte Detter. Solche regionale Zentren seien genau das, was Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit seiner geplanten Gesundheitsreform anstrebe.
Corona-Knick gut überstanden
Viele Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren unter den Auswirkungen der Corona-Krise zu leiden. „Die Pandemie hat uns alle gebeutelt, auch den Passauer Wolf“, sagte Detter. Durch Aufnahmestopps habe es betriebswirtschaftlich einen Knick gegeben, den man aber glücklicherweise gut überstanden habe. „Wir arbeiten uns sukzessive wieder nach oben“, so Detter. Aus hygienischen Gründen habe man zu Corona-Zeiten die Zimmer nur noch mit einem Patienten belegt und habe derzeit im Schnitt pro Tag in Nittenau 135 Reha-Patienten vor Ort. Nun sei man dabei, allmählich wieder auf Doppelbelegung von Zimmern umzustellen.
Bei seinem Besuch erfuhr Boml, welche Menschen konkret in Nittenau Hilfe bekommen. Im Reha-Zentrum stehen 180 Betten für Patienten zur Verfügung, die nach einem Krankenhausaufenthalt, einer OP oder bei chronischen Beschwerden in den Fachgebieten Neurologie, Geriatrie oder Uroonkologie Rehabilitationsmaßnahmen brauchen. Ein besonderer Schwerpunkt liege am Standort Nittenau traditionell auf Schlaganfallpatienten. Hier stehen auch 17 Betten für Betroffene bereit, die direkt von einer Intensivstation zur Frühreha nach Nittenau kommen.
Senioren finden hier eine Heimat
Doch nicht nur Reha-Patienten finden in Nittenau Unterstützung: Im Seniorenzentrum des Passauer Wolfs leben derzeit 83 Bewohner. Zusätzlich gibt es ein Tagespflegeangebot für bis zu 20 Senioren. Über acht Wohnungen verfügt außerdem das Betreute Wohnen am Standort.
Darüber hat das Unternehmen Praxisräume an niedergelassene Ärzte vermietet, die hier Bereiche wie Gastroenterologie, Kardiologie, Allgemeinmedizin, Unfallchirurgie abdecken. Patienten können die benötigten Medikamente gleich vor Ort in der Apotheke kaufen.
Ist damit am Standort das Ende der Fahnenstange bereits erreicht? Nein, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben Erweiterungsideen“, so Detter. Allerdings könne man diese im Moment nicht konkretisieren, da man nicht wisse, was die geplante Gesundheitsreform mit sich bringen werde. „Wir sind deshalb bundesweit in der Schwebe und wissen nicht, wo die Reise hingeht“, sagte Detter. Er wolle aber nicht ausschließen, dass in der Zukunft am Standort Nittenau auch ambulante Notfallversorgung stattfinden könne.
Abgesehen von vielen Ungewissheiten investiere man am Standort Nittenau kontinuierlich. Für rund 70.000 Euro habe man kürzlich ein neues Hightech-Laufband angeschafft, auf dem beispielsweise MS- oder Parkinsonpatienten langsam wieder ans Gehen herangeführt werden können. Bürgermeister Boml ließ sich nicht lang bitten und probierte das Gerät gleich selbst aus.
Neues Monitor-System: Ausgaben in Höhe von 250.000 Euro geplant
Demnächst werde man die Außenfassade am Standort renovieren. Und im Bereich der Frühreha teste man derzeit Monitor-Systeme zur besseren Überwachung der Patienten. Hier plane man mit Ausgaben von rund 250.000 Euro. „Wir sind betriebswirtschaftlich grundsolide und extrem gut aufgestellt, wir haben keine Zukunftsängste“, so Detter. Das freute den Bürgermeister. „Wir sind froh, dass wir in Nittenau eine solche medizinische Versorgung haben“, sagte er.
